Osloer Straße soll neues Fördergebiet werden

Im Wedding und in Gesundbrunnen startet am 19. Mai die Beteiligung für ein neues Städtebaufördergebiet rund um die Osloer Straße. Dort wird derzeit geprüft, ob das Quartier künftig über das Programm „Nachhaltige Erneuerung“ unterstützt werden kann. Damit könnte ein Teil der bisherigen Quartiersmanagement-Gebiete nach dem Auslaufen der Förderung Ende 2027 eine neue Perspektive bekommen.

Blick von oben auf den den Soldiner Kiez, den östlichen Teil des neuen Fördergebiets.. Deutlich zu erkennen ist die Osloer Straße mit der Straßenbahntrasse. Foto: Karchoberlin
Blick von oben auf den den Soldiner Kiez, den östlichen Teil des neuen Fördergebiets.. Deutlich zu erkennen ist die Osloer Straße mit der Straßenbahntrasse. Foto: Karchoberlin

Planung für neue Förderziele beginnt

Seit vielen Jahren fließen Fördermittel der Städtebauförderung in Quartiere im Wedding und in Gesundbrunnen. Viele Projekte konnten dadurch umgesetzt werden – von neuen Nachbarschaftsorten bis zu Verbesserungen im öffentlichen Raum. Doch das bisher wichtigste Programm „Sozialer Zusammenhalt“ läuft in den meisten Quartiersmanagement-Gebieten im Stadtteil Ende 2027 aus. Aus Sicht des Bezirks ist der Unterstützungsbedarf damit aber nicht verschwunden. Deshalb werden neue Förderwege gesucht.

Eine wichtige Rolle könnte dabei das Programm „Nachhaltige Erneuerung“ spielen. Im Fokus steht dabei das Gebiet rund um die Osloer Straße. Dort wird derzeit ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) erarbeitet. Es soll festlegen, welche Ziele das Gebiet in den kommenden Jahren verfolgt und welche Maßnahmen dafür nötig sind. Auch die Menschen vor Ort sollen beteiligt werden. Geplant sind Gehweggespräche, Dialogspaziergänge und eine Online-Umfrage. Ziel ist es, Ideen aus der Nachbarschaft direkt in die Planung einfließen zu lassen.

Was im Gebiet rund um die Osloer Straße geplant ist

Das mögliche Fördergebiet umfasst Teile von Wedding und Gesundbrunnen. Es ist rund 207,8 Hektar groß und reicht vom Soldiner Kiez über den Bereich bis zum Nauener Platz und bis zum Schillerpark. Damit könnten auch bisherige Quartiersmanagement-Gebiete in die neue Förderkulisse übergehen – und zugleich weitere Teile des Stadtteils profitieren.

Im Unterschied zum Quartiersmanagement, das stark auf soziale Projekte setzt, legt das Programm „Nachhaltige Erneuerung“ den Schwerpunkt auf städtebauliche und bauliche Maßnahmen. Dazu gehören unter anderem öffentliche Räume, Grünflächen, Schulen, Kitas und das Wohnumfeld. Im Raum stehen etwa mögliche Erweiterungen der Andersen-Grundschule, der Kita in der Nordbahnstraße oder der Gottfried-Röhl-Grundschule in der Schillerhöhe. Auch größere Themen spielen eine Rolle: energetische Sanierungen, Klimaanpassung oder ein besserer Umgang mit Regenwasser im Quartier. Welche konkreten Projekte umgesetzt werden, entscheidet sich erst im weiteren Verlauf des Entwicklungskonzepts.

Beteiligung: Termine im Mai und Juni

Den Auftakt macht am 19. Mai ein Gehweggespräch auf dem Spielplatz in der Koloniestraße 23. Dort können Anwohnerinnen und Anwohner direkt mit dem Planungsteam ins Gespräch kommen.

Alle Termine

  • 19. Mai, 15.30–17.30 Uhr: Gehweggespräch, Spielplatz Koloniestraße 23
  • 20. Mai, 15.30–17.30 Uhr: Gehweggespräch, Louise-Schroeder-Platz
  • 10. Juni, ab 17.30 Uhr: Dialogspaziergang, Treffpunkt Louise-Schroeder-Platz (Parkplatz vor der Schwimmhalle)
  • 11. Juni, ab 17.30 Uhr: Dialogspaziergang, Osloer Straße 37 (vor dem Finanzamt Wedding)

Umfrage: Zusätzlich läuft bis zum 16. Juni eine Online-Umfrage, an der ohne Anmeldung teilgenommen werden kann.

Infoveranstaltung: Im Herbst soll es außerdem eine öffentliche Informationsveranstaltung geben. Dort werden erste Zwischenergebnisse vorgestellt – und mögliche konkrete Projekte erstmals öffentlich diskutiert.

Die Grafik zeigt einen Umriss des geplanten Fördergebiets und die geplanten Beteiligungen. Grafik: BA Mitte
Die Grafik zeigt einen Umriss des geplanten Fördergebiets und die geplanten Beteiligungen. Grafik: BA Mitte

Zeitplan: So geht es weiter

Der Prozess läuft bereits seit 2025. Am 18. August stellte der Senat dem Bezirk Mitte die Aufnahme des Gebiets Osloer Straße in das Förderprogramm in Aussicht. Nun beginnt die konkrete Planung. Der Bezirk hat dafür die Planungsbüros FORWARD Planung & Forschung sowie Studio Animal-Aided Design beauftragt.

Wenn alles nach Plan läuft, soll das Entwicklungskonzept im Frühjahr 2027 beschlossen und anschließend dem Senat vorgelegt werden. Dort fällt die endgültige Entscheidung über das neue Fördergebiet. Erste Projekte könnten danach bereits starten. Das Programm ist auf rund 15 Jahre angelegt – über diesen Zeitraum würden Fördermittel zur Verfügung stehen.

Eine Karte mit den genauen Grenzen des geplanten Fördergebiets ist auf der Webseite der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zu finden.

Neues Fördergebiet auch im Brunnenviertel

Neben der Osloer Straße entwickelt sich auch ein weiteres ehemaliges Quartiersmanagementgebiet weiter: Das Brunnenviertel erhält für die kommenden zehn Jahre Fördermittel aus dem Programm „Lebendige Zentren“. Mehr dazu steht in den Beiträgen „Brunnenstraße wird Lebendiges Zentrum“ und „Rettungsplan für die Brunnenstraße“.

📍 Kiez: ,

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von Brunnenmagazin

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen