Wer mitreden will, hat bessere Karten, wenn er Deutsch kann. Deshalb lernen viele der neu ins Land gezogenen Menschen in Sprachkursen die deutsche Sprache. Nicht wenige aber wollen schneller lernen und wollen zusätzliche Übung. Diese erhalten sie in Sprachcafés, die von ehrenamtlichen Helfern bestritten werden. Im Wedding gibt es fünf sechs verschiedene Angebote.

Sprachcafés sind vielfältig. Gleich ist allen, dass sie ein Angebot sind, in einer entspannteren Atmosphäre als in einem Kurs mit Lehrer und Hausaufgaben die deutsche Sprache zu lernen. Wie unterschiedlich das Lernen bei einer Tasse Kaffee ablaufen kann, zeigte ein Vernetzungstreffen der Sprachcafés der Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen am 13. März. Eingeladen hatte Margarethe Hofmaier, die das Sprachcafé des Gemeinschaftsgartens Himmelbeet organisiert.
Im Himmelbeet wird zum Beispiel im Winter in einem warmen Nachbarschaftstreff Deutsch gelernt. Doch sobald es wieder warm wird, soll im Grünen zwischen den Hochbeeten in der Gartenstraße geübt werden. Sprachcafé als Sprachgarten.
Unter den einzelnen Sprachcafés setzt das eine auf klassisches Üben, das andere auf Spiele wie Memory und Bilderrätsel, wieder andere auf freies Erzählen. Wobei es darauf ankomme, auswendig gelernte Routinestatements zu verhindern, wie die Teilnehmer des Vernetzungstreffens sagten. Aufgabe des Sprachcafés sei es, richtige Gespräche in Gang zu setzen.

Diskutiert wurde beim Vernetzungstreffen darüber, dass es nicht leicht sei, das richtige Niveau zu treffen. Es bestehe die Gefahr, dass das Level für den einen Lerner zu hoch und für den anderen zu niedrig sei. Die meisten Teilnehmer würden sich auf Sprachniveau A1 oder A2 bewegen. Dann stehe der Aufbau von Wortschatz im Fokus.
Viele Organisatoren von Sprachcafés haben beobachtet, dass eine persönliche Begrüßung vorteilhaft sei. Ob Besucher eines Sprachcafés beim ersten Mal einen Ansprechpartner finden, sei für eine Wiederkehr entscheidend. Einig waren sich die Organisatoren von Sprachcafés darin, dass das Lernen der Sprache trotz des spielerischen Lernansatzes eine hohe Motivation voraussetze. Ein persönliches Ziel wie Job, Studium oder Wohnungssuche helfe sehr.
Die Sprachvermittlung übernehmen meistens Ehrenamtler, auch wenn die Organisation nicht selten von Einrichtungen wie Stadtteilzentren übernommen wird. Wer Zeit spenden möchte und anderen helfen möchte, seine Deutschkenntnisse zu verbessern, kann sich bei den Sprachcafés melden.

Die Sprachcafés im Wedding
- Montags, 13.30-15.30 Uhr: AWO Frauenladen, Groninger Straße 28
- Montags, 14-17 Uhr: NachbarschaftsEtage der Fabrik Osloer Straße, Osloer Straße 12
- Dienstags, 19-21 Uhr: Nachbarschaftstreff Waschküche Feldstraße 10 (organisiert vom Projekt Fair.Wurzelt des Gemeinschaftsgartens Himmelbeet)
- Mittwochs, 10-12 Uhr: Zukunftshaus Wedding, Paul-Gerhardt-Stift, Müllerstraße 56-58
- Donnerstags, 10-11.30 Uhr: Olof-Palme-Stadtteilzentrum, Demminer Straße 28
- Freitags, 14-17 Uhr: Nachbarschaftstreff Waschküche, Feldstraße 10 (organisiert von Wedding.hilft)
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