Mehr Grün, mehr Möglichkeiten für Bewegung und Entspannung, weniger Stufen – so kann man die ersten Ideen für die Erweiterung des Sprengelparks beschreiben. Der Bezirk will den Spengelpark und den Pekinger Platz zu einer zusammenhängenden Grünanlage verbinden. Erste konkrete Ideen eines Planungsbüros gibt es schon, nun sind die Bürgerinnen und Bürger gefragt. Es gibt eine Online-Beteiligung und am Mittwoch vor einer Woche (19.3.) wurden weitere Vorschläge bei einer Veranstaltung in der Osterkirche gesammelt.

„Im Zuge der Umgestaltung soll der Bereich der Straße und die angrenzenden Grundstücke eine neue Struktur und Raumaufteilung erhalten, sodass sie zukünftig als eine zusammenhängende öffentliche Grünanlage wahrgenommen wird“, teilt das Bezirksamt mit. Was zunächst sehr allgemein klingt, könnte man so übersetzen: der Sprengelpark soll größer und eine Grünfläche mit Erholungswert für viele verschiedene Menschen werden.
Mehr Grün, mehr Schatten, mehr Gemeinschaft
Bei der Informationsveranstaltung in der Osterkirche wurden die Planer konkreter. Die Kiautschoustraße, die den Pekinger Platz und den bisherigen Sprengelpark trennt, soll durchlässiger werden. Dafür soll die alte Tischlerei, ein Flachbau am Parkeingang an der Straße, abgerissen werden. Die Straße, die in dem Bereich eine Sackgasse ist, soll bis zur Wohnbebauung so bleiben, wie sie ist. Jenseits der Wohnbebauung soll sie eingezogen werden. Das heißt, sie soll nicht mehr Straße gewidmet sein. Dann soll sie entsiegelt werden.

Die Pläne, die in der Osterkirche vorgestellt wurden, zielen darauf ab, insgesamt mehr Grünfläche zu erhalten, weitere Bewegungs- und Entspannungsmöglichkeiten einzurichten und Platz für sogenanntes ziviles Engagement und für Gemeinschaft zu schaffen. Die Vorschläge der Planer stießen bei der Informationsveranstaltung kaum auf Widerspruch – lediglich zur Einziehung des kleinen Stückchens Kiautschoustraße gab es kritische Fragen. Ansonsten scheint es größtenteils Konsens zu sein: es braucht mehr Schatten, Regenwasser soll besser versickern können, Urban Gardening soll auf dem Platz möglich werden.
Erste Vorschläge aus dem Kiez
Auch Trinkbrunnen sind geplant, weitere Sitzmöglichkeiten und Spielgeräte sollen aufgestellt werden. Die Liste der Ideen, die bereits von Anwohnerinnen und Anwohnern kommen, ist nicht kurz: weitere Tischtennisplatten, mehr Basketballkörbe, Informationen zur Kolonialgeschichte (wegen der Straßennamen in der Gegend) könnten ebenfalls Platz finden. Unter anderem haben die Planer Vorschläge der AG Klima und Kiez aus dem Sprengelkiez aufgegriffen. Die AG ist ein Zusammenschluss von engagierten Nachbarinnen und Nachbarn aus dem Kiez.

Weitere Ideen werden gesucht
Wer bisher noch keine Gelegenheit hatte, seine Vorstellungen für den erweiterten Sprengelpark einzubringen, kann das weiterhin tun. Bis zum 16. April kann sich jeder online auf www.mein.berlin.de zu den Plänen des Bezirks äußern. Auch eine separate Beteiligung von Kindern und Jugendlichen soll es geben, organisiert vom Kinder- und Jugendbüro Mitte.
Für die Erweiterung und den Umbau des Sprengelparks stehen 610.000 Euro bereit. Bezahlt wird die Maßnahme von der Deutschen Bahn. Diese hatte die Grünanlage bereits zwischen 2004 und 2008 anlegen lassen. Das Unternehmen war dazu nach dem Naturschutzrecht verpflichtet; als Kompensationsmaßnahme für den Bau der Trasse für die S-Bahnlinie vom Gesundbrunnen zum Hauptbahnhof (S21/City-S-Bahn). Der bisherige Park ist 10.000 Quadratmeter groß. Nun erfolgt eine schon seit 2003 geplante Erweiterung des Parks.

Zeitplan für die Sprengelpark-Erweiterung
Der Zeitplan für die Maßnahme wurde ebenfalls bei der Informationsveranstaltung in der Osterkirche erklärt: bis 16. April läuft die Online-Beteiligung, bis Juni soll die Kinder- und Jugendbeteiligung erfolgt sein. Danach wird der Plan veröffentlicht. Baubeginn soll im zweiten Quartal kommenden Jahres sein, Ende 2026 soll der neue Sprengelpark fertig werden.
Der Sprengelpark
Der Sprengelpark ist eine der jüngsten Grünanlagen im Wedding und Gesundbrunnen. Erst am 1. September 2007 wurde er eingeweiht. Das Grundstück, auf dem er sich befindet, ist Teil der Weddinger Industriegeschichte. Eine Tafel an der Sprengelstraße erinnert an die ab 1867 von der Norddeutschen Fabrik für Eisenbahn-Betriebs-Material gebauten Werke. In den 1920er Jahren baute das Unternehmen Rohrbach Metallflugzeugbau hier eine 60 mal 46 Meter große Fertigungshalle. Der angrenzende Pekinger Platz erhielt seinen Namen 1905. Die Namensgebung steht im Zusammenhang mit der Beteiligung des deutschen Kaiserreichs an europäischen Kolonialbestrebungen in China.
Text: Andrei Schnell und Dominique Hensel

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