Peter Pan, die Weihnachtsrevue und ein Abschied beim SC Wedding

Peter und Wendy, Captain Hook und Glöckchen, sie und die anderen aus dem Nimmerland setzen am Sonntag, den 21. Dezember, den Schlusspunkt unter das Jahr. Mit einer märchenhaften Geschichte und mit viel Glitzer am Badeanzug hat der SC Wedding sich für 2025 verabschiedet. Die Weihnachtsrevue war ein großer und besonderer Auftritt für die Schwimmerinnen und Synchronschwimmer. Am 4. Advent zeigten sie zum dritten und letzten Mal ihre Bearbeitung von „Peter Pan“ vor 450 Zuschauerinnen und Zuschauern.

Peter Pan kehrt zurück ins Wasser

Viele Dinge waren besonders an diesem inzwischen traditionellen Weihnachtsmärchen des Schwimmclubs Wedding. So zum Beispiel, dass „Peter Pan“ nunmehr die einzige Geschichte ist, die der Verein zum zweiten Mal ins Wasser gebracht hat. Bereits 2004, also vor über 20 Jahren, wurde die Reise ins Nimmerland schon einmal aufgeführt. Wie der Vereinsvorsitzende Thomas Barth und seine jungen Mitstreiterinnen erklären, wurden für die neue Inszenierung der Text umgeschrieben und neue Musik ausgewählt – und im Wasser sind nach zwanzig Jahren sowieso ganz andere Schwimmerinnen und Schwimmer.

"Peter Pan - die Reise ins Nimmerland" in der frei interpretierten Version des SC Wedding
„Peter Pan – die Reise ins Nimmerland“ in der frei interpretierten Version des SC Wedding. Foto: Hensel

Tradition mit langer Geschichte

Das Weihnachtsmärchen hat Tradition. „Schon vor dem Krieg gab es im früheren Stadtbad Wedding in der Gerichtstraße eine solche Aufführung“, sagt Thomas Barth. Damals war das Märchen im Schwimmbecken das Rahmenprogramm zu einem Wettkampf. Im Laufe der Jahre gehörten Synchronschwimm-Shows immer mal wieder zu Wettkämpfen dazu. So richtig zur Tradition wurde die Aufführung zum Jahresende aber erst viel später. „2003 haben wir die Idee aufgegriffen und aus einer vereinsinternen Veranstaltung eine öffentliche gemacht“, sagt Thomas Barth. Seitdem hat es viele Stücke gegeben, die offen für die Familien der Schwimmenden, aber auch fürs interessierte Publikum sind.

Eine weitere Besonderheit ist zumindest für den uneingeweihten Besucher der Veranstaltungsort. Wer „Peter Pan – Die Reise ins Nimmerland“ sehen wollte, musste die Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg besuchen. Aber warum verlegt ein Weddinger Verein seinen Höhepunkt zum Jahresende ans andere Ende der Stadt? Der Grund ist, dass es einfach zu wenig geeignete Wasserflächen in Berlin gibt – nicht nur fürs Schwimmtraining, sondern auch für Veranstaltungen wie das Weihnachtsmärchen.

"Peter Pan - die Reise ins Nimmerland" in der frei interpretierten Version des SC Wedding
„Peter Pan – die Reise ins Nimmerland“ in der frei interpretierten Version des SC Wedding. Foto: Hensel

Warum die Weihnachtsrevue in Schöneberg stattfand

„Die Halle in der Seestraße ist nicht geeignet. Wir brauchen ja eine gewisse Größe und vor allem eine Tribüne“, erklärt Thomas Barth. Die einzige Halle im Berliner Norden, die theoretisch verfügbar wäre, ist das Paracelsusbad. Das wird aber seit Jahren saniert. „Wir würden gern wieder ins Paracelsusbad zurück, aber wir wollten nicht länger auf die Fertigstellung warten“, sagt Thomas Barth. Deshalb habe man 2023 das Weihnachtsmärchen erstmals in Schöneberg gezeigt. Und weil das Paracelsusbad noch immer nicht fertig ist, fand das Weihnachtsmärchen des SC Wedding in diesem Jahr schon zum dritten Mal in Schöneberg statt.

Auch wenn es ein Provisorium ist, war es doch eine gute Entscheidung, noch einmal quer durch die Stadt zu fahren. Für die Schwimmenden und ihre Familien ist der Jahresabschluss mit dem Weihnachtsmärchen eine tolle Sache. Die Aufregung und Freude war kurz vor der Aufführung hinter den Kulissen zu spüren. Und es ist kein Wunder: An der Geschichte wurde seit dem Sommer gearbeitet, trainiert wurde für das Stück seit Oktober.

Die Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg. Hier war die Aufführung des SC Wedding
Die Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg. Hier war die Aufführung des SC Wedding. Foto: Hensel

Frithjof Seidel: Peter Pan und Abschied zugleich

Auch für den Hauptdarsteller ist der Termin kurz vor Weihnachten etwas sehr Besonderes gewesen. Frithjof Seidel, Europameister im Synchronschwimmen von 2023, spielte den Peter Pan. „Es ist für mich ein Highlight. Da steckt viel Herzblut drin und es ist einfach schön, dass daraus etwas so Schönes entsteht“, sagte er vor der Show. Schön sei, dass hier der Spaß im Vordergrund stehe und nicht der Wettkampf. „Außerdem ist das mein letzter Auftritt“, sagte er. Für Frithjof Seidel war der Nachmittag in Schöneberg auch der Schlusspunkt unter seiner Synchronschwimm-Karriere. Der 28-Jährige hört auf. „Ich bleibe dem Verein aber als Trainer erhalten“, sagte er.

Abschlussapplaus beim SC Wedding für den Europameister im Synchronschwimmer Frithof Seidel. Er spielte die Hauptrolle in dem Stück "Peter Pan
Abschlussapplaus beim SC Wedding für den Europameister im Synchronschwimmer Frithof Seidel. Er spielte die Hauptrolle in dem Stück „Peter Pan“. Foto: Hensel

So war es am 4. Advent eine Aufführung mit vielen Besonderheiten. Aber es war fürs Publikum eben auch ein unterhaltsamer und schöner Nachmittag am Beckenrand. Temporeich inszeniert und mit vielen mitreißenden Musiksequenzen garniert lieferten sich Peter Pan und Captain Hook ihr Duell im Schwimmbecken. Der Reiz der Aufführung war das Können der Synchronschwimmer und die Größe des Ensembles. 71 große und kleine Schwimmerinnen und Schwimmer waren im Becken dabei.

Ein Spektakel für das Publikum

Alle beteiligten Synchronschwimmer und Schwimmer passen kaum aufs Bild
Alle beteiligten Synchronschwimmer und Schwimmer passen kaum aufs Bild. Foto: Hensel

Es war schön und beeindruckend, die Figuren und Formationen anzuschauen, die sie mit Armen, Beinen und dem ganzen Körper formten. Am Ende gab es viel Applaus für alle Teilnehmenden – besonders aber für Frithjof Seidel. Als Peter Pan beendete er das Jahr, in dem er einen Schritt zurückgetreten ist, um neue Wege zu gehen.

75 Jahre SC Wedding – ein Jubiläum

Wer alle Besonderheiten aufzählen will, der darf das Vereinsjubiläum nicht vergessen. 2025 ist auch das Jahr, in dem der SC Wedding seinen 75. Geburtstag gefeiert hat. Der Schwimm-Club Wedding 1929 e.V., der aus dem Verein „Arbeiter- und Sportverein des SC Hellas“ entstand, feierte in diesem Jahr die sich jährende Wiedergründung des Vereins als Schwimm-Club Hellas 1929. Der Verein wurde am 17. August 1950 in der Gastwirtschaft an der Ecke Lynar- und Sparrstraße neu gegründet.

Seit 1953 trägt der Verein den heutigen Namen Schwimm-Club Wedding 1929 e.V. Der SC Wedding hat heute drei Abteilungen: Schwimmen, Wasserball und Synchronschwimmen. Mit der letztgenannten Sparte hat der Verein in der Hauptstadt ein Alleinstellungsmerkmal. Er bietet als einziger Verein Synchronschwimmen an. Ein Vereinshaus hat er im Freibad Plötzensee. Der Verein hat laut dem Bezirkssportbund Mitte heute 305 Mitglieder.

Ein Weihnachtskarte des SC Wedding. Der Verein wurde in diesem Jahr 75 Jahre alt
Ein Weihnachtskarte des SC Wedding. Der Verein wurde in diesem Jahr 75 Jahre alt. Foto: Hensel

Nachwuchs willkommen

Bei der Weihnachtsrevue hatte der SC Wedding Plakate aufgehängt, mit denen er um Nachwuchs warb. Wer zwischen sechs und elf Jahre alt ist und Lust auf ein Probetraining hat, kann sich per E-Mail an Juliane Heller wenden: juliane-heller@scwedding.de. Mehr über den Verein steht auf der Webseite www.scwedding.de.

Aufruf zum Probetraining. Der SC Wedding auf der Suche nach Nachwuchs
Aufruf zum Probetraining. Der SC Wedding auf der Suche nach Nachwuchs. Foto: Hensel

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