Comedy, Lesefest, Festivalchen und mehr: Der Leopoldplatz wird in diesem Sommer und Herbst mit vielen kleinen Veranstaltungen belebt. Ein Beispiel: „Comedy in der Klamotte“. Der Bezirk finanziert diese Events, von denen wir in diesem Beitrag einige vorstellen, mit Senatsmitteln, die nach dem Berliner Sicherheitsgipfel vor zwei Jahren in Projekte an besonders belasteten Parks und Plätzen flossen. Während in diesem Jahr ein umfangreiches Programm möglich ist, will der Senat für nächstes Jahr diese Mittel nun komplett aus dem Haushalt streichen.



Comedy in der Klamotte
Kann man mit Lachen die Situation am Leopoldplatz verbessern? Beim Besuch in der Klamotte am Freitag, dem 29. August, konnte man sich diese Frage durch den Kopf gehen lassen. An diesem Abend war „Comedy in der Klamotte“. Sechs Comedians nahmen bei dieser englischsprachigen Veranstaltung ihr Leben in Berlin aufs Korn, ihren Blick als Zugezogene in einer bunten und lauten Stadt und auch im Wedding. Das Publikum war wie die Comedians jung, englischsprachig und aus allen Teilen der Welt. In dem Vintage- und Secondhand-Laden in der Nazarethkirchstraße war ein Mikrofon aufgebaut, vielleicht 30 Stühle waren schnell gefüllt, alle verfügbaren Stehplätze waren ebenfalls besetzt bei dieser kostenfreien Veranstaltung. Das Team von der Klamotte servierte Limoncello, es wurde viel gelacht und es war ein lustiger Abend am Leopoldplatz.
Lustig war es und damit ganz anders als an einem Ort nur wenige Meter entfernt, wo sich die Drogen- und Trinkerszene eingerichtet hat, wo Obdachlose auf Matratzen schlafen. Der Leopoldplatz zieht Obdachlose an und Menschen, die Drogen konsumieren. Doch der Bezirk will, dass Weddings zentraler Platz ein Platz für alle ist, für viele verschiedene Menschengruppen; um den Platz nicht einzelnen Gruppen und den damit verbundenen Problemen zu überlassen. Deshalb fördert er unter anderem große und kleine Veranstaltungen auf und am Platz. Um neben der Szene auch anderen Gruppen Raum zu geben. Am 29. August war das eine englischsprachige, junge und kosmopolitische Gruppe von Menschen. Mit „Comedy in der Klamotte“ sind die Probleme am Leo natürlich nicht gelöst worden. Aber sie sind ein Versuch, den Platz anders zu besetzen. Und das war dieser Abend ganz sicher: anders. Anders im positiven Sinn.



Bürgerfonds „We are Leo“ und die Kürzungen
„Comedy in der Klamotte“ wurde mit Mitteln aus dem Bürgerfonds „We are Leo“ unterstützt. Der Bezirk fördert aus dem Fonds kleinere, selbst organisierte Veranstaltungen. Ziel ist die kulturelle Belebung und die Stärkung des nachbarschaftlichen Austauschs. Bis zu 500 Euro konnten für ein Projekt beantragt werden.
Der Bürgerfonds ist vom Bezirk Mitte mit 10.000 Euro gefüllt worden. Die Mittel stammen aus den Senatszuwendungen, die der Bezirk nach dem Sicherheitsgipfel erhalten hat, um der problematischen Situation auf dem Leopoldplatz präventiv zu begegnen. Im Rahmen der aktuellen Haushaltsberatungen sollen nun für die kommenden Jahre alle Mittel für Maßnahmen wie den Bürgerfonds oder auch die Parkläufer gestrichen werden. Der Tagesspiegel hat darüber berichtet (Zwei Jahre nach Berliner Sicherheitsgipfel). Während die für dieses Jahr bereits geplanten Bürgerfonds-Projekte nicht betroffen sind, könnte die Maßnahme jedoch zum Ende des Jahres auslaufen. Der Bezirk finanziert noch weitere kulturelle Maßnahmen aus den Mitteln des Sicherheitsgipfels, unter anderem die Art Residencies. Dabei bringen Künstlerinnen und Künstler weitere belebende Aktionen auf den Platz, zum Beispiel das partizipative Filmprojekt LEOWOOD.
We are Leo: Bevorstehende Veranstaltungen
Diese Veranstaltungen, die aus dem Bürgerfonds „We are Leo“ finanziert werden, stehen bereits fest:
Leporello des Kiezes: Erinnerungen im Collage-Format
Der Künstler Jorge Baldeón gestaltet mit Interessierten eine künstlerische Collage, aus der ein Buchobjekt (Leporello) entstehen soll. Die künstlerischen Begegnungen dienen dazu, die Erinnerungen, Wünsche und Zukunftsvisionen des Kiezes sichtbar zu machen und eine jeweils persönliche Sicht auf den Leopoldplatz einzubringen. Die Treffen haben bereits begonnen. Der nächste Termin: 11. September, 11–14 Uhr, neben dem Café Leo am Leopoldplatz.
LEO FESTIVALchen
Am 13. und 14. September veranstaltet der Anwohnerverein „WIRamLEO“ jeweils von 14 bis 18 Uhr das LEO FESTIVALchen. Die Veranstaltung findet entlang der zwölf großen Betonbuchstaben in der Nazarethkirchstraße statt. An diesen beiden Tagen werden die Buchstaben abwechselnd zu Mini-Bühnen, auf denen verschiedene Programme wie Lesungen, Musik, Gesprächsrunden und Kunstprojekte angeboten werden.
Leo liest!
Das Lese- und Literaturfest findet am Samstag, dem 20. September, auf dem hinteren Leopoldplatz (Maxplatz) statt. Auf der Naturbühne richtet sich ein Programm an alle Altersgruppen. Um 15 Uhr gibt es eine Lesung speziell für Kinder. Um 17 Uhr findet eine Lesung für Jugendliche und junge Erwachsene statt. Um 18 Uhr gibt es dann eine Lesung für Erwachsene. Um 16 Uhr findet eine Modenschau der Buchfiguren statt. Kinder haben die Möglichkeit, ihre Lieblingsfiguren zu verkörpern, indem sie Kostüme gestalten und diese auf der Bühne präsentieren. Das Rahmenprogramm bietet eine Büchertauschbörse, eine Leseecke, Musik und eine kreative Schreibwerkstatt für alle, die selbst spontan Kurzgeschichten oder Gedichte schreiben wollen. –> Die Veranstaltung wurde verschoben. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.
Herbstfest am Leopoldplatz
Am 26. September findet auf dem hinteren Leopoldplatz (Maxplatz) das von der Wendepunkt gGmbH organisierte Herbstfest mit dem Platzteam Leopoldplatz statt. Die Nachbarschaft und Passant:innen können sich von 15 bis 19 Uhr bei Kürbissuppe, Salaten und Getränken kennenlernen und ins Gespräch kommen.
Kiezchor & Klamotte
Der Kiezchor ist ein aus 30 Personen bestehender Chor (Projekt Kiezchor e.V.). Am 27. September ab 15 Uhr wird er vor dem Vintage- und Secondhand-Laden Klamotte in der Nazarethkirchstraße 40 zahlreiche Gute-Laune-Songs und Medleys aus den 80ern, 90ern und 2000ern zum Besten geben und das Publikum zum Mitsingen und Tanzen animieren.
Weiterlesen zum Förderfonds
Mehr über den Förderfonds „We are Leo“ steht im Beitrag We are Leo: Neuer Fonds fördert kleine Projekte. Weitere Anträge für selbst organisierte Veranstaltungen können noch bis 1. Oktober gestellt werden. Die Veranstaltungen müssen bis 31. Oktober durchgeführt werden. Mehr zu den Förderbedingungen steht auf der Webseite des Bezirksamts Mitte.

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