Ein neuer Aldi-Markt öffnet Ende Mai in der Gerichtstraße, die Berliner Unterwelten wollen zwei Bunker für den Krisenfall reaktivieren und im Luisenbad trifft sich die Comicbranche zum Salon der grafischen Literatur. Außerdem: Fortschritte am Pankegrünzug, Start der Planschensaison und neue Versickerungsflächen gegen die Folgen von Hitze und Starkregen. Aktuelles, Interessantes und Wichtiges aus Wedding und Gesundbrunnen.
Die Schlagzeilen
Neuer Aldi in der Gerichtstraße | Berliner Unterwelten und Bunkerpläne | Comic-Salon in der Luise | Pankegrünzug | Planschen und Wasserspielplätze | Entsiegelungsprojekt Mitte

Neuer Aldi in der Gerichtstraße eröffnet am 29. Mai
Die Wiedereröffnung des neu gebauten Aldi-Marktes in der Gerichtstraße steht unmittelbar bevor: Die Filiale öffnet am 29. Mai ihre Türen. Der Einkaufsmarkt wird künftig montags bis samstags von 7 bis 21 Uhr geöffnet sein. Der frühere Supermarkt in der Gerichtstraße 2–3 wurde vor einem Jahr geschlossen. Anschließend wurde das rund 40 Jahre alte Gebäude abgerissen und am selben Standort neu errichtet. Wie schon der Vorgänger ist auch der Neubau wieder als Flachbau ausgeführt. Aldi Nord sprach im Zuge des Projekts von einer Modernisierung des Filialnetzes.
Mit dem Neubau erhält die Filiale eine größere Verkaufsfläche: Statt bislang rund 800 Quadratmetern stehen künftig etwa 925 Quadratmeter zur Verfügung. Geplant sind unter anderem ein erweitertes Backwarenangebot mit rund 40 Produkten, ein vergrößerter Obst- und Gemüsebereich sowie ein Convenience-Regal mit verzehrfertigen Produkten direkt im Eingangsbereich. Auch energetisch soll der Markt auf dem neuesten Stand sein – mit LED-Beleuchtung, einer Photovoltaik-Anlage sowie einer Wärmerückgewinnungsanlage der Kühlmöbel. Laut dem Unternehmen kommt das Gebäude ohne fossile Brennstoffe aus. Aldi bietet seinen Kundinnen und Kunden am Eröffnungstag ein Gewinnspiel sowie einen Bratwurststand an.

Berliner Unterwelten wollen Bunker nutzbar machen
Der Verein Berliner Unterwelten plant, zwei historische Bunkeranlagen künftig wieder als temporäre Schutzräume herzurichten. Dabei handelt es sind um die frühere Zivilschutzanlage am Blochplatz in Gesundbrunnen sowie um einen ehemaligen Bunker in der Teichstraße in Reinickendorf. Nach Angaben des Vereins sollen die Anlagen im Rahmen eines Modellprojekts so vorbereitet werden, dass sie Menschen im Ernstfall zumindest kurzfristig Schutz bieten können – etwa bei konventionellen Angriffen oder Drohnenattacken. Insgesamt könnten dort knapp 2.000 Plätze entstehen.
Nicht alle vom Verein betreuten Anlagen kommen für eine solche Reaktivierung infrage. Laut Dietmar Arnold, Vorsitzender der Berliner Unterwelten, können nur die beiden ausgewählten Anlagen relativ einfach wiederhergestellt werden. Viele andere frühere Schutzräume seien baulich verändert worden oder würden heute anderweitig genutzt. Dazu zählt auch der Bunker im U-Bahnhof Pankstraße, einst die größte Zivilschutzanlage in Berlin mit über 3000 Plätzen. Die Anlage dient heute vor allem der historischen Vermittlung und kann seit dem 1. Mai im Rahmen der Tour „Atombunker Pankstraße“ besucht werden. Dabei informieren die Berliner Unterwelten über den früheren Zivil- und Katastrophenschutz in Westberlin. Mehr dazu steht im Beitrag „Schutzraum im Untergrund: Der Atombunker Pankstraße“.

Salon der grafischen Literatur in der Luise
Die Bibliothek am Luisenbad wird am 28. Mai erneut zum Treffpunkt der Comicbranche: Beim Salon der grafischen Literatur präsentieren von 9 bis 17 Uhr insgesamt 19 Verlage ihre aktuellen und kommenden Programme. Der Salon richtet sich vor allem an Fachpublikum aus Verlagswesen, Buchhandel, Bibliotheken und Kulturarbeit. Die Veranstaltung bringt Verlage, Zeichnerinnen und Zeichner sowie weitere Akteure der grafischen Literatur zusammen. Im Mittelpunkt stehen Neuerscheinungen, Programmvorschauen und der Austausch über Entwicklungen in der Comicszene.
Begleitet wird die Veranstaltung vom öffentlichen Rahmenprogramm. Bis Anfang Juli sind mehrere öffentliche Lesungen geplant, die nach Voranmeldung besucht werden können. Weitere Informationen dazu hat die Stadtbibliothek Mitte auf der Webseite der Bibliothek am Luisenbad veröffentlicht. Ein Bericht über die vergangene Ausgabe des Comic-Fachtages erschien unter der Überschrift „BÄM! Ein Salon für Comic und grafische Literatur“.

Weg am Pankegrünzug wird befestigt
Der Weg entlang der Panke zwischen Gerichtstraße und Wiesenstraße wird derzeit befestigt und gepflastert. Der Gehweg ist für die Dauer der Maßnahme gesperrt. Die Arbeiten stehen kurz vor dem Abschluss. Die Sanierung der Wege am Pankegrünzug läuft bereits seit 2023 und erfolgt in insgesamt fünf Bauabschnitten. Aktuell arbeitet der Bezirk Mitte an dem Fußweg direkt neben der Panke. Ziel der Maßnahme ist es, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und die Wege dauerhaft besser nutzbar zu machen – für Fußgängerinnen und Fußgänger ebenso wie für den Radverkehr. Nach Regen war der Weg in der Vergangenheit oft schwer passierbar.

Planschen und Wasserspielplätze wieder geöffnet
Am Mittwoch hat der Bezirk die Wasserspielplätze offiziell wieder in Betrieb genommen. Sie stehen ab sofort an heißen Tagen wieder zum Spielen und Abkühlen bereit. Im Wedding haben die Plansche im Schillerpark und der Wasserspielplatz im Goethepark damit wieder Wasser. Auch der Wasserspielplatz am Nordbahnhof kann wieder genutzt werden. Er war in den vergangenen Wochen bereits vereinzelt in Betrieb.
Die Planschen und Wasserspielplätze werden ab einer vorhergesagten Temperatur von 25 Grad täglich zwischen 10 und 18 Uhr betrieben. Bei Unwetter- oder Gewitterwarnung ist aus Sicherheitsgründen kein Betrieb möglich. Der Betrieb der Anlagen ist laut Bezirksstadtrat Christopher Schriner (Grüne) bis Mitte September geplant. „Gerade an heißen Tagen sind die Planschen wichtige Orte zum Spielen, Abkühlen und Begegnen im Kiez. Ich freue mich, dass die Anlagen auch in diesem Jahr wieder öffnen und Kindern in Mitte kostenlose Abkühlung im öffentlichen Raum bieten“, kommentiert der Stadtrat den Beginn der Planschensaison.

Mitte schafft neue Versickerungsflächen
Der Bezirk Mitte will künftig mehr Regenwasser im Straßenraum versickern lassen und startet dafür ein neues Entsiegelungsprojekt. Insgesamt sollen rund 2.000 Quadratmeter bislang versiegelter Flächen wieder in den natürlichen Wasserkreislauf eingebunden werden. Ziel ist es, den Bezirk besser auf zunehmende Hitzeperioden und Starkregenereignisse vorzubereiten.
Kern des Projekts sind etwa 50 sogenannte „Grüne Gullys“. Über sie sollen künftig rund 1.250 Quadratmeter Boden Regenwasser aufnehmen und ins Erdreich zurückführen können. Zusätzlich werden rund 750 Quadratmeter entsiegelt, etwa durch größere Baumscheiben und entsiegelte Randstreifen. Dadurch sollen neue Versickerungsflächen entstehen, die Regenwasser speichern und gleichzeitig Straßenbäume besser mit Wasser versorgen. Der Bezirk erhofft sich davon positive Effekte für das Stadtklima und die biologische Vielfalt.
Die ersten Maßnahmen sind in der Togostraße, am Nordufer und in der Adolfstraße geplant. Finanziert wird das Vorhaben über das KfW-Programm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ mit Mitteln des Bundesumweltministeriums. Der Förderzeitraum läuft bis Juli 2027.
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