Nach fast neun Jahren ist die Burgsdorfstraße wieder offen, am U-Bahnhof Voltastraße sollen 143 Wohnungen entstehen und auf dem Leopoldplatz eröffnet ein kostenloses Pop-up-Hotel. Außerdem in „Wedding kurz & knapp“: ein Gerichtsurteil zum Beten am Diesterweg-Gymnasium und eine besondere Schwimmnacht an der Seestraße. Hier sind sieben kurze Meldungen aus Wedding und Gesundbrunnen.
Die Schlagzeilen am 19. Oktober 2026
–> Burgsdorfstraße nach neun Jahren wieder frei
–> 143 Wohnungen am U-Bahnhof Voltastraße geplant
–> Kostenloses Pop-up-Hotel auf dem Leopoldplatz
–> Diesterweg-Gymnasium darf demonstratives Beten verbieten
–> Van Bo Le-Mentzel berät kostenlos bei Wohnungsproblemen
–> Blumenzwiebeln pflanzen an der Müllerstraße
–> Nachtschwimmen mit Lichtinstallation an der Seestraße
Burgsdorfstraße nach neun Jahren wieder frei
Nach fast neun Jahren Sperrung ist die Burgsdorfstraße seit Freitag, 16. Oktober, wieder für den Autoverkehr freigegeben worden. Der Abriss des einsturzgefährdeten Wohnhauses in der Burgsdorfstraße 1 ist abgeschlossen. Dem vorausgegangen war ein jahrelanger Rechtsstreit um das verfallene Gebäude. Die Abrissarbeiten dauerten wegen technischer Schwierigkeiten deutlich länger als geplant. Auch die Kosten haben sich von ursprünglich knapp 800.000 Euro auf fast das Doppelte erhöht. Das Bezirksamt Mitte will sie der Grundstückseigentümerin in Rechnung stellen. Die Wiedereröffnung der Straße wurde am Freitagnachmittag mit einer Aktion des Prime Time Theaters gefeiert.

Im Frühjahr 2025 hatte die SPD-Fraktion vorgeschlagen, eine dauerhafte Sperrung der Straße zu prüfen. Das Bezirksamt entschied jedoch im November 2025, die Straße wieder für Autos zu öffnen. Die zuständige Abteilung von Bezirksstadtrat Christopher Schriner begründete dies unter anderem damit, dass eine dauerhafte Sperrung die Entlastung der benachbarten Fahrradstraßen Lynarstraße und Triftstraße verhindern würde. Die Entscheidung ist im Schlussbericht des Bezirksamts dokumentiert.
143 Wohnungen am U-Bahnhof Voltastraße geplant
Lange stand das ehemalige Möbelhaus an der Brunnenstraße 70/71 direkt am U-Bahnhof Voltastraße leer. Jetzt wird dort wieder gebaut: Das Gebäude soll saniert, umgebaut und auf insgesamt neun oberirdische Geschosse aufgestockt werden. Geplant sind 143 Wohnungen und eine Verkaufsfläche von rund 1.500 Quadratmetern. Das teilte das Bezirksamt Mitte auf Anfrage des Brunnenmagazins mit. Die Baugenehmigung wurde am 23. Juli 2026 erteilt, der Baubeginn am 24. September angezeigt.

Das Gebäude hat eine wechselvolle Geschichte. Einst war hier das Möbelhaus Austel ansässig, später befanden sich darin unter anderem ein Spielcasino und eine Kita. Von 2010 bis 2016 war im Keller der Techno-Club Brunnen70 untergebracht, dessen Gäste mit einem Lastenaufzug in die unterirdischen Räume gelangten. Bauherrin des aktuellen Projekts ist die Brunnen 70/71 GmbH. Wann die Bauarbeiten abgeschlossen sein sollen, ist noch nicht bekannt.
Kostenloses Pop-up-Hotel auf dem Leopoldplatz
Ein Hotel mitten auf dem Leopoldplatz? Das Kunstprojekt „Hotel Leo“ lädt vom 22. bis 25. Oktober zu einer ungewöhnlichen Auszeit vom Großstadttrubel ein. Besucherinnen und Besucher können dort für 30 oder 60 Minuten kostenlos einchecken, entspannen und zur Ruhe kommen. Eine Reservierung ist nicht erforderlich, ein Zeitfenster kann aber vorab per E-Mail an hotel-leo@raumstation.org gebucht werden. Dazu gibt es ein Begleitprogramm mit Platzführungen, Yoga und Sport, das auch zum Austausch untereinander einlädt.

Hinter dem Projekt steht das Kollektiv Raumstation. „Hotel Leo“ ist eines von drei Projekten, die im Rahmen der Artist Residencies zur kulturellen Belebung des Leopoldplatzes vom Bezirksamt Mitte gefördert werden. Das Pop-up-Hotel steht auf dem Maxplatz an der Ecke Schulstraße. Eröffnet wird es am Donnerstag, 22. Oktober, um 16 Uhr. Von Freitag bis Sonntag ist es jeweils von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen gibt es auf der Projektwebsite.
Diesterweg-Gymnasium darf demonstratives Beten verbieten
Das Diesterweg-Gymnasium im Wedding darf die demonstrative Ausübung religiöser Riten auf dem Schulgelände weiterhin untersagen. Das hat das Berliner Verwaltungsgericht am Donnerstag, 15. Oktober, entschieden. Es wies damit eine Klage der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) ab, die in der Schulordnung eine Diskriminierung muslimischer Schülerinnen und Schüler sieht.
Nach Auffassung des Gerichts ist das Verbot gerechtfertigt, weil es an der Schule bereits ernsthafte Konflikte mit religiösem Hintergrund gegeben habe. Der Schutz des Schulfriedens rechtfertige in diesem Fall die Einschränkung der Religionsfreiheit. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Berufung wurde nicht zugelassen, die GFF will jedoch deren Zulassung beantragen. Weitere Informationen enthalten die Pressemitteilung des Verwaltungsgerichts und ein ausführlicher Bericht des Tagesspiegels.
Van Bo Le-Mentzel berät kostenlos bei Wohnungsproblemen
Zu wenig Platz, keine Privatsphäre, kein eigenes Zimmer für die Kinder? Der Architekt Van Bo Le-Mentzel bietet bei SAVVY Contemporary in der Reinickendorfer Straße 17 eine kostenlose Wohnraumsprechstunde an. Das Angebot richtet sich besonders an Menschen, die unter beengten Wohnverhältnissen leiden. Le-Mentzel zeigt, wie sich kleine Wohnungen mit kreativen Lösungen besser nutzen lassen und Rückzugsräume entstehen können.

Die Beratung findet an zwölf Terminen im Oktober und November statt. Bereits zur ersten Sprechstunde kamen nach Angaben von Anna Jäger von SAVVY Contemporary vier bis fünf Familien mit insgesamt etwa zwölf Personen. Neben der Beratung geht es bei dem Projekt auch darum, die Menschen miteinander zu vernetzen. Die nächsten Termine sind am 26. und 27. Oktober, jeweils von 17 bis 18.30 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Informationen gibt es auf der Website von SAVVY Contemporary.
Blumenzwiebeln pflanzen an der Müllerstraße
Damit es im nächsten Frühjahr an der Müllerstraße bunter blüht, sind freiwillige Helferinnen und Helfer gefragt. Das Team des Lebendigen Zentrums Müllerstraße ruft zu einer gemeinsamen Pflanzaktion am Donnerstag, 22. Oktober, von 16 bis 18 Uhr auf. Gemeinsam sollen Blumenzwiebeln auf dem Mittelstreifen vor dem U-Bahnhof Wedding gepflanzt werden.
Treffpunkt ist die Grünfläche vor dem Aufzug. Schaufeln, Blumenzwiebeln und alle weiteren Materialien werden gestellt. Die Aktion soll nicht nur die Müllerstraße verschönern, sondern auch die Nachbarschaft zusammenbringen. Teilnehmen können Erwachsene ab 18 Jahren. Weitere Informationen gibt es auf der Website des Lebendigen Zentrums Müllerstraße.
Nachtschwimmen mit Lichtinstallation an der Seestraße
Zum 30. Geburtstag der Berliner Bäder-Betriebe gibt es am Freitag, 30. Oktober, erstmals eine Lange Nacht des Schwimmens. Insgesamt 16 Berliner Schwimmbäder verlängern ihre Öffnungszeiten bis Mitternacht, einige sogar darüber hinaus. Mit dabei ist auch das Kombibad Seestraße im Wedding. In der Traglufthalle soll eine Lichtinstallation für eine besondere Atmosphäre beim nächtlichen Schwimmen sorgen. Der Eintritt kostet nicht mehr als an gewöhnlichen Badetagen. Welche weiteren Bäder teilnehmen und wie lange sie geöffnet haben, steht auf der Website der Berliner Bäder.

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