Am Plötzensee sind die seit vergangenem Jahr laufenden Renaturierungsarbeiten abgeschlossen worden. Mit neuen Zäunen, zusätzlichen Sperren im Wasser und ökologischen Maßnahmen will der Bezirk Mitte das stark belastete Ufer im Landschaftsschutzgebiet Rehberge besser schützen. Ob das gelingt, dürfte sich schon in den kommenden Sommerwochen zeigen.

Schlamm entfernt und neue Lebensräume geschaffen
Ein Schwerpunkt der Arbeiten lag an der Nordspitze des Sees. Dort wurden rund 350 Kubikmeter Faulschlamm entfernt, um die Wasserqualität zu verbessern und die Belastung des Gewässers zu verringern. Entlang des Ufers pflanzte der Bezirk neues Röhricht. Noch sind die Pflanzen kaum sichtbar, langfristig sollen sie jedoch die Ufer stabilisieren und Lebensräume für Tiere schaffen.
Zusätzlich wurden schwimmende Röhricht-Inseln im See verankert. Sie sollen neue Kleinbiotope bilden und gleichzeitig den Wellenschlag abmildern. Auch auf ehemaligen Baustellenflächen und Böschungen wurde regionales Saatgut ausgebracht, um die Vegetation rund um den See zu stärken.
Während der Arbeiten stießen die Bauarbeiten mehrfach auf Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg, die gesichert und entfernt werden mussten. Außerdem entstand ein rund 140 Quadratmeter großes Kleingewässer, das künftig Amphibien als Lebensraum dienen soll.
Bezirk setzt auf höhere Zäune
Besonders sichtbar sind jedoch die neuen Schutzmaßnahmen gegen das Wildbaden. Bestehende Zäune wurden erneuert und auf eine einheitliche Höhe von etwa 1,65 Metern erhöht. Damit will der Bezirk verhindern, dass Badegäste die empfindlichen Uferbereiche betreten.
Bereits seit Jahren versucht das Bezirksamt, die Nutzung außerhalb des Strandbads einzudämmen. Neben Betretungsverboten und niedrigeren Zäunen wurden auch die Bußgelder erhöht. Mit der Kampagne „Haialarm am Plötzensee“ hatte der Bezirk zuletzt zusätzlich versucht, Besucher über die Schäden für Natur und Uferzonen aufzuklären.
Der Erfolg dieser Maßnahmen blieb bislang allerdings begrenzt. Auch an den ersten warmen Tagen nach Abschluss der Bauarbeiten waren bereits wieder zahlreiche Wildbadende in den abgesperrten Bereichen zu sehen.

Neue Bojenkette im Norden des Sees
Neu ist außerdem eine Bojenkette im nördlichen Teil des Sees. Sie soll verhindern, dass Boote in geschützte Uferzonen einfahren oder dort anlegen. Nach Angaben des Bezirksamts hatten Freizeitverkehr und ungeregelte Nutzung in den vergangenen Jahren immer wieder Schäden an Vegetation und Uferbereichen verursacht.
Der Bootsverkehr spielt am Plötzensee derzeit allerdings nur noch eine untergeordnete Rolle. Seit der Schließung der Fischerpinte gibt es am See keinen Bootsverleih mehr.
Finanzierung über EU- und Landesmittel
Finanziert wurde das Projekt über das Berliner Programm für Nachhaltige Entwicklung 2 (BENE 2) mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung sowie des Landes Berlin. Hinzu kamen Eigenmittel des Bezirks.
Bezirksstadtrat Christopher Schriner (Grüne) bezeichnete die Arbeiten als wichtigen Schritt für den Schutz des Plötzensees. Ziel sei es, Naturschutz und Erholung im Volkspark Rehberge besser miteinander zu vereinbaren. Ob die neuen Zäune und Sperren ausreichen, um das Wildbaden dauerhaft einzudämmen, wird sich allerdings erst im Laufe des Sommers zeigen.



Kommentar verfassen