Der Winter hat sich verzogen, jetzt sind sehr milde Temperaturen. Doch vor gerade einer Woche war es richtig kalt. Während im Norden des Landes die Ostsee zufror, rutschten die Berlinerinnen und Berliner auf den Gehwegen aus. Hajo Lange ist nicht der einzige, der sich darüber geärgert hat.

Winter in Berlin: Wenn die Straßen zur Eisbahn werden
Eisregen und Schnee und keiner weiß mehr, was zu tun ist. So hatte es im Januar jedenfalls den Anschein. Wir hatten einen richtigen Winter, so, wie ich ihn noch kenne: Es hat geschneit, es hat geregnet und dann setzte der Frost ein und verwandelte die Straßen und Gehwege wochenlang in Eisbahnen. Hunderte Berliner stürzten. Auch Knochenbrüche waren die Folge – und das bei unserem zusammengesparten Gesundheitssystem! Die Notaufnahmen waren überlastet. Einer landete sogar im Rollstuhl und ist nun querschnittsgelähmt.
Streit um Salz und fehlender Winterdienst
Überrascht hat mich, dass offensichtlich keiner mehr Schnee beseitigen oder streuen muss. Die Stadt war im Ausnahmezustand, im Bundestag wurde lange debattiert, ob Salz eingesetzt werden darf. Nach dem Beschluss, Salz einzusetzen, kam der Naturschutzbund mit einer gerichtlichen Verfügung um die Ecke – die den Einsatz von Salz gleich wieder untersagte. Angesichts der Situation auf den Straßen – vor allem aber auf den Gehwegen – kein feiner Zug, finde ich. Abgesehen davon: Hätten sich alle daran gehalten, den Winterdienst geleistet wie es Vorschrift ist, dann wäre Berlin gar nicht erst in diese Situation gekommen.

Probleme verwalten statt lösen
In Berlin werden seit vielen Jahren immer mehr Bürogebäude gebaut, statt Probleme zu lösen. Die Probleme werden mehr verwaltet – und der Weg zu den Mülltonnen bleibt an glatten Tagen ein Risiko. Ich kann mich an Zeiten erinnern, als die Hausmeister noch geräumt und gestreut haben. Liegt es jetzt an den Hausmeistern, dass es nicht mehr klappt? Wohl eher nicht. Offensichtlich haben sich alle darauf verlassen, dass der Klimawandel beim Einsparen des Winterdienstes behilflich ist. Trotz der Einsparungen steigen die Mieten und immer weniger funktioniert.

Positives Beispiel aus dem Brunnenviertel
Als es neulich Winter war, gab es auch etwas Interessantes und Überraschendes zu beobachten: Die Häuser der Berliner Baugenossenschaft hier im Brunnenviertel waren zu jeder Zeit sauber geräumt. Vielleicht sollte man sich hier mal beraten lassen, wie so was geht, und nicht die Bürger dieser Stadt immer wieder aufs Glatteis führen … In diesem Sinne einen rutschfreien Restwinter noch!
Praktischer Tipp für Glätte
PS: Noch ein kleiner Tipp für das nächste Mal: Einen Topfkratzer beim Anziehen der Schuhe über die Sohle rollen. Das hilft ein wenig bei Glätte.

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