Aufgeräumt: Hunderte Kippen weniger!

Am World Cleanup Day vergangenen Samstag (20.9.) sind die Straßen rund um den Gesundbrunnen und die Badstraße ein Stück sauberer geworden: Über 20 Mitglieder und Ehrenamtliche folgten dem Aufruf von Kubik e.V. und sammelten Müll – darunter Hunderte von Zigarettenkippen. Er setzt damit ein Zeichen für eine saubere Stadt und für Teilhabe.

Der erwachsene Teil des Kubik-Cleanup-Teams. Foto: Hensel
Der erwachsene Teil des Kubik-Cleanup-Teams. Foto: Hensel

Sauberkeit und mehr Teilhabe

Diese Aktion war mehr als nur eine Müllsammelaktion. Sie war Teil des Projekts „Mehr Teilhabe in der Stadtgesellschaft“, mit dem Kubik e.V. Menschen dazu ermutigt, sich aktiv in ihrem Kiez einzubringen. Ziel des Projekts ist es, Ehrenamt und Engagement in Migrantenselbstorganisationen zu stärken und so langfristig das Zusammenleben im Stadtteil zu verbessern. Dabei geht es nicht nur um einzelne Veranstaltungen, sondern um ein ganzes Netzwerk an Begegnungen, Qualifizierungen und gemeinsamen Aktionen.

„Solche Tage sind ein gutes Beispiel dafür, was wir mit dem Projekt erreichen wollen: Menschen kommen zusammen, übernehmen Verantwortung und erleben, dass ihr Handeln einen Unterschied macht“, erklärt Sabri Öztürk, Vorstand von Kubik e.V. „Das stärkt den sozialen Zusammenhalt und zeigt, wie wertvoll Teilhabe für eine lebendige Nachbarschaft ist.“

Kinder und Jugendliche packten an

Auch eine Klasse der Kubik-Samstagsschule hat teilgenommen. Die Kinder und Jugendlichen waren mit viel Begeisterung dabei und sammelten gemeinsam mit den Erwachsenen Müll. Damit stand nicht nur die Reinigung des Viertels im Vordergrund, sondern auch ein wichtiger pädagogischer Aspekt. „Wenn Kinder und Jugendliche schon früh lernen, dass sie selbst etwas bewegen können, entwickeln sie ein Bewusstsein für Verantwortung und Umweltschutz“, betont Öztürk. „Diese Erfahrungen prägen – und können den Grundstein für langfristiges Engagement legen und den Kindern zeigen, dass sie selbst etwas bewegen können – in ihrem eigenen Leben, aber auch in ihrem Kiez.“

Nach dem Cleanup gab es noch einen Solidaritätsbesuch beim Cleanup im Weinbergspark. Foto: Süleyman Bağ
Nach dem Cleanup gab es noch einen Solidaritätsbesuch beim Cleanup im Weinbergspark. Foto: Süleyman Bağ

Müllsammeln als Begegnung

Ausgestattet mit Handschuhen, Müllzangen und viel Motivation machten sich die Freiwilligen an die Arbeit. Besonders sichtbar wurde das Problem der Zigarettenkippen, die in großer Zahl an Straßenecken und rund um die U-Bahnstationen lagen. „Jede Kippe kann bis zu 40 Liter Grundwasser verunreinigen – sie ist eine unterschätzte Gefahr für unsere Umwelt“, so Sabri Öztürk.

Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger (hinten Mitte) besuchte den Cleanup. Foto: Süleyman Bağ
Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger (hinten Mitte) besuchte den Cleanup. Foto: Süleyman Bağ

Neben dem Müllsammeln bot die Aktion viel Raum für Begegnung und Austausch. Es kam während der Aktion zu Gesprächen mit Anwohnern über das Müllproblem im Kiez. Ein Höhepunkt war der Besuch von Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger und dem Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses Tuba Bozkurt, die den Ehrenamtlichen persönlich dankten und betonten, wie wichtig solche Initiativen für das soziale Miteinander im Bezirk sind. Auch Navid Samari von der Afghanischen Gemeinde am Leopoldplatz war dabei und unterstrich, wie gemeinsames Handeln über kulturelle und religiöse Grenzen hinweg Brücken baut.

Türen mit dem beim Cleanup aufgesammelten Müll. Foto: Süleyman Bağ
Türen mit dem beim Cleanup aufgesammelten Müll. Foto: Süleyman Bağ

Der World Cleanup Day ist nur eine von vielen Aktionen, die im Rahmen von „Mehr Teilhabe in der Stadtgesellschaft“ stattfinden. In den kommenden Monaten sind weitere Workshops, Schulungen und Stadtteilprojekte geplant. „Wir möchten, dass sich möglichst viele Menschen angesprochen fühlen – egal ob jung oder alt, ob neu im Viertel oder schon lange hier“, so Öztürk. „Denn Teilhabe lebt davon, dass wir gemeinsam Verantwortung übernehmen und solidarisch handeln.“

Weiterlesen

Weitere Beiträge über Nachhaltigkeit im Wedding und in Gesundbrunnen stehen auf der Seite Nachhaltigkeit im Wedding. Mehr über das Projekt und Kubik e.V. steht auf der Webseite kubik-ev.de.

📍 Kiez:

Kommentare

  1. Avatar von Levent Kilicoglu
    Levent Kilicoglu

    Eine wirklich tolle Aktion! Es ist beeindruckend zu sehen, wie Nachbar:innen, Kinder und Jugendliche gemeinsam Verantwortung übernehmen und ihren Kiez aktiv mitgestalten. Besonders der Gedanke, dass schon kleine Schritte – wie das Aufsammeln von Zigarettenkippen – eine große Wirkung für Umwelt und Zusammenleben haben können, finde ich sehr motivierend. Danke an alle Engagierten und an Kubik e.V. für die Organisation!

  2. Avatar von Reinhard
    Reinhard

    Hallo

    ja klar super Sache alles schön Sauber gefegt Prima… nur morgen liegen wieder 100te Kippen herum, also wieder den Besen holen und fegen… nennt man Sisyphosarbeit, der arme Kerl musste och imma ne olle Klamotte den Berg ruff rollen und oben anjekommen jupps war dit Teil wieder unten und wieder vonvorne, der hatte wohl irgend was schlimmes getan … was so’ne art Strafe
    Sisyphusaufgabe ist ein geflügeltes Wort für eine ertraglose und dabei schwere Tätigkeit ohne absehbares Ende… und genau das ist es wenn andere diese Arbeit machen
    Vielleicht ist es besser einfach mal die Dreckschwein’chen festhalten ihnen den Besen in die Hand drücken und ab geht er der Hans-Peter, möglich das das einen Lerneffekt hat …. da hab ich eher meine Zweifel

    Ich jedenfalls kann nur meinen alten Kopp darüber schütteln, das wir heute in einer Zeit leben wo Andere für Andere den Dreck wegfegen und dabei auch noch Spaß haben …aber ick hab ja ooch keene Ahnung von nix

    Grüße

    1. Avatar von Dominique Hensel

      Zumindest Verwunderung löst man aus. Ich war bei dem Cleanup ja kurz dabei, um Fotos zu machen. Die fleißigen Männer haben einige Passanten auf der Badstraße angesprochen und erklärt, was sie machen. Die Teilnehmer waren ja türkischer Herkunft. Ich glaube, dass hat andere türkische Mitbürger ganz besonders irritiert. Diese Art von ehrenamtlicher Betätigung ist in deren Blase offenbar nicht so üblich. Aber genau deshalb hat der Kubik e.V. die Aktion gemacht. Vielleicht denkt ja irgendwann doch jemand nach, bevor er irgendwas fallen lässt, wenn es nicht nur ein seltsamer Sport der Deutschen ist, es sauber haben zu wollen. Man soll ja die Hoffnung nie aufgeben.

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von Brunnenmagazin

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen