Am Sonnabend, dem 20. September, ist World Cleanup Day. Überall auf der Welt räumen an dem Tag Menschen in über 190 Ländern ihre Umgebung auf, sammeln Müll ein und machen ihr Umfeld lebenswerter. Auch im Wedding und in Gesundbrunnen gibt es an dem Aktionstag mehrere Cleanups. Wer möchte, kann sich daran beteiligen. Kurz vorher hat sich am Mittwoch (17.9.) aber bereits das Müllfest auf dem Leopoldplatz mit dem Thema beschäftigt.

Das Müllfest auf dem Leopoldplatz
Das Müllfest hat am Mittwoch viele Vereine und Initiativen auf dem Leopoldplatz zusammengeführt. An den Informationsständen präsentierte sich, wer zum Beispiel einen Kleidertausch organisiert, im Bereich Abfallvermeidung unterwegs ist, ein Repair Café betreibt oder aus alten Fahrradreifen hübsche Ringe herstellt, also Upcycling-Kunstworkshops im Programm hat. Das Müllmuseum Soldiner Kiez und die türkischsprachige Umweltorganisation „Yeşil Çember“ waren dabei, aber auch die Berliner Stadtreinigung (BSR), lokale Müllsammelinitiativen, der BUND und das Makermobil.
Mitmachen, informieren, zuschauen: Es gab Mülltheater und Poetry Slam und vor allem viele Informationen, die helfen, Abfall zu vermeiden und Ressourcen zu schonen. Wo man sich für Nachhaltigkeit und gegen Vermüllung engagieren kann? Auf dem Müllfest fanden die Besucherinnen und Besucher viele Antworten. Es war ein buntes, thematisches Fest im Herzen des Wedding, das vor allem Engagement sichtbar gemacht hat. Das Müllfest, das erste seiner Art im Stadtteil, wurde von LIFE Bildung Umwelt Chancengleichheit e.V. organisiert.

Der World Cleanup Day: Alle gegen den Müll
Schon in den 1980er Jahren begannen in Australien die ersten Müllsammel-Projekte. Später gab es in immer mehr Ländern ähnliche Initiativen: zum Beispiel in Estland und in der USA. Am 18. September 2018 fand schließlich der erste World Cleanup Day statt. Seit vergangenem Jahr ist er ein offizieller Aktionstag der Vereinten Nationen (UN). In Deutschland ist der Trägerverein „Let’s Do It! Germany e. V.“. Laut dem Verein haben beim ersten World Cleanup Day in Deutschland im Jahr 2018 insgesamt 20.000 Menschen teilgenommen. Seitdem ist die Zahl der Beteiligten stetig gestiegen. Im vergangenen Jahr haben in Deutschland demnach 631.300 Menschen teilgenommen, wobei jeder durchschnittlich 2,6 Kilogramm Müll gesammelt hat.

Wedding und Gesundbrunnen: Aufräumaktionen
Straße, Plätze, Parks – auch im Wedding und in Gesundbrunnen gibt es zum Aktionstag Cleanups. Sie werden meist von lokalen Gruppen organisiert, die das ganze Jahr über Aufräumaktionen durchführen. Dazu kommen einige punktuellen Cleanups. Bei allen Putzaktionen gilt: Unterstützerinnen und Unterstützer sind herzlich eingeladen, mitzumachen. Die nötigen Materialien werden gestellt.
Diese Cleanups finden am 20. September im Wedding und in Gesundbrunnen statt:
- 10-16 Uhr: Kunst und CleanUp am Weinbergspark der Initiative 10119_lebenswert
- 11 Uhr: Cleanup im Sprengelkiez der Gruppe „Saubere Sache“, Treffpunkt: Sprengelstraße 15
- 14 Uhr: Cleanup am Leopoldplatz
- 10.30-12 Uhr: Cleanup von Kubik e.V., Treffpunkt: Badstraße 12
Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger ruft in einer Mitteilung zu einer Beteiligung am World Cleanup Day auf: „Der World Cleanup Day ist ein starkes Symbol für Zusammenhalt, Engagement und Verantwortungsbewusstsein. Ich freue mich über alle, die sich mit Herz und Besen für unsere Nachbarschaft einsetzen.“ Der Bezirk Mitte versucht seit einer Weile mit der Kampagne #mittemachtsauber dem Thema Müll mehr Aufmerksamkeit zu geben.

Mitte sagt Kippen den Kampf an
Vom 22. bis 28. September nimmt der Bezirk Mitte im Rahmen des World Cleanup Days an einer berlinweiten Aktion der Ordnungsämter teil. Der gemeinsame Einsatz mit Schwerpunktkontrollen richtet sich gezielt gegen das illegale Entsorgen von Zigarettenkippen im öffentlichen Raum.
Wie Bezirksstadtrat Christopher Schriner (Grüne) informiert, werden die Einsatzkräfte der Berliner Ordnungsämter sowohl in Uniform als auch in Zivil an besonders stark verschmutzten Orten Kontrollen durchführen. „Wer seine Zigarettenkippe achtlos fallen lässt, muss mit einem Verwarngeld von 55 Euro oder einem Bußgeld von bis zu 120 Euro rechnen“, unterstreicht der Stadtrat. Bereits vor dem World Cleanup Day sollen zudem zahlreiche stark vermüllte Bereiche in Berlin gereinigt werden. Mit der Schwerpunktaktion der Ordnungsämter solle dieser Erfolg unterstützt und dazu beigetragen werden, die frisch gesäuberten Flächen auch langfristig sauber zu halten.
Bezirksstadtrat Christopher Schriner weist auf die Bedeutung der Kontrollen hin: „Zigarettenkippen stellen nicht nur ein optisches Ärgernis, sondern auch ein gesundheits- und umweltgefährdendes Problem dar: Sie enthalten zahlreiche Schadstoffe, die über den Regen ins Grundwasser gelangen und so das Trinkwasser belasten können. Zudem bergen sie ein Risiko für Kinder und Tiere, etwa durch Verschlucken.“ Für die Berliner Stadtreinigung (BSR) bedeute die Entfernung von Kippen im öffentlichen Raum einen enormen Arbeitsaufwand und hohe Kosten. 2,9 Milliarden Kippen im Jahr entfernt die BSR aus dem öffentlichen Straßenland.
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