Am 20. September ist Berlin-Wahl. Ein etwas anderer, achtsamer Wahlaufruf: Denn wählen können wir nicht nur an der Wahlurne, sondern jeden Tag.

Am Sonntag wird in Berlin gewählt. Wir gehen in die Wahlkabine und kreuzen an, wem wir unser Vertrauen für die kommenden fünf Jahre schenken. Viele Menschen beklagen, dass sie danach die Geschicke kaum mitgestalten und entscheiden können. Auf politischer Ebene mag das zutreffen, doch in unserem persönlichen Leben können wir immer gestalten. Wir können die nächsten fünf Jahre zu unserer individuellen Legislaturperiode machen.
Wie wir im Alltag immer wieder wählen können
Wir alle kennen den Ausspruch: „Die da oben machen doch eh, was sie wollen.“ Damit sind meist Politiker, Vorgesetzte oder mächtige Institutionen gemeint. Also Ebenen, die das Sagen haben und sich unserer Kontrolle entziehen. Leider nehmen wir dieses Gefühl von Macht- und Hilflosigkeit oft auch mit ins eigene Leben. Dann hindern uns furchtbare Chefs, nervige Familienmitglieder, fiese Kolleg:innen oder schlechte Umstände an einem zufriedenen Leben. So, als hätten wir keine Wahl.
Das eigene Wahlprogramm erstellen
Doch wie wäre es, wenn wir nicht nur auf den offiziellen Wahlzettel ein Kreuzchen setzen, sondern auch auf unseren persönlichen? Denn wir alle haben ein ganz individuelles Wahlprogramm: Jeden Tag entscheiden wir, wie wir auf den Chef, die Familie, die Kolleg:innen und alle anderen Umstände reagieren, die uns begegnen. Klar, das meiste davon kann man nicht einfach vom Tisch wischen. Wir müssen (erst einmal) akzeptieren, dass es da ist. Aber dann liegt es in unserer Macht, wie wir damit umgehen.
- Anstatt eine Faust in der Tasche zu machen, können wir sagen, womit wir nicht einverstanden sind.
- Anstatt auszuflippen, können wir erst mal durchatmen und einen klaren Gedanken finden.
- Anstatt Vorwürfe zu machen, können wir uns in die Situation des Gegenübers versetzen.
- Anstatt zu schweigen, können wir miteinander reden.
- Anstatt uns als Opfer der Umstände zu fühlen, können wir neue Lösungswege suchen.
Natürlich muss das alles nicht sofort perfekt klappen. Es ist unser individuelles Wahlprogramm – für dessen Erfüllung wir ausreichend Zeit haben.
Die eigene Legislaturperiode gestalten
Anstatt uns hilflos zu fühlen, können wir für die nächsten fünf Jahre folgendes Motto beherzigen: „Ich selbst entscheide in jedem Augenblick, wie ich denke, fühle und handle. Ich kann meine Einstellung gegenüber den Menschen und Umständen jederzeit neu wählen.“ Am Ende der Legislaturperiode sehen wir dann die Ergebnisse: in der Politik und in unserem persönlichen Leben.
Geh wählen – am 20. September für Berlin und jeden Tag für dein eigenes Leben!
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