Das Bundesverdienstkreuz können nur Menschen, nicht Einrichtungen erhalten. Elke Schilling, Gründerin des Telefondienstes Silbernetz, hat vor Kurzem die höchste Auszeichnung für Verdienste um das Gemeinwohl erhalten. Für sie ist die Ehre eine Anerkennung für das gesamte Team der Einsamkeitshotline aus dem Soldiner Kiez.

„Ich nehme diese Auszeichnung stellvertretend für alle Mitstreitenden entgegen, in der Hoffnung, dass Deutschland damit anerkennt, dass das Silbernetz besteht und wächst als dringend notwendige Prävention gegen Einsamkeit im Alter.“ Mit diesen Worten reagiert auf Elke Schilling auf Verleihung des Bundesverdienstkreuzes. Der Orden wurde ihr von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zuerkannt. Übergeben hat ihr den Orden der Regierende Bürgermeister Kai Wegner am 12. Februar.
Die Ehrung geht mit Elke Schilling an die Gründerin des Silbernetzes, eines kostenloses Telefondienstes für einsame ältere Menschen. Den Telefonanschluss 0800 4 70 80 90 gibt es seit Weihnachten 2017. Motto: Einfach mal reden. Täglich besetzt ist die Nummer seit September 2018. Seitdem hat das Telefon fast eine dreiviertel Million Mal geklingelt. Pro Woche rufen aktuell fast 4000 Menschen an, mittlerweile aus ganz Deutschland. Weihnachten und Silvester ist die Hotline 24 Stunden am Tag erreichbar (siehe Beitrag 24 Stunden Silbernetz-Telefon). Hauptamtlich arbeiten 25 Menschen bei Silbernetz und 300 Ehrenamtliche schenken Zeit und Geduld am Hörer. Es gibt 200 Silbernetz-Freundschaften. Das sind regelmäßige – meist wöchentlich – verabredete Telefonanrufe zwischen zwei Personen, die einsamen älteren Menschen einen festen Kontakt bieten.
Über Elke Schilling
Elke Schilling ist Aktivistin für Ältere. Nicht nur mit ihrem 2024 erschienen Buch „Die meisten wollen einfach mal reden – Strategien gegen Einsamkeit im Alter“ kämpft sie gegen Altersdiskriminierung. Siehe Beitrag Elke Schillings Buch soll aufrütteln. Sie hat das Buch geschrieben, damit die Alten sich empören, auf sich aufmerksam machen, sich nicht an den Rand drängen lassen. Vorbild ist das Buch „Empört euch″ des Franzosen Stéphane Hessel.

Schon seit ihrer Jugend engagierte sich Elke Schilling ehrenamtlich. Nach der Wende trat die in der DDR geborene Elke Schilling in der Partei Bündnis 90/Die Grünen ein. Von 1994 bis 1998 war sie die erste bündnisgrüne Staatssekretärin für Frauenpolitik in Sachsen-Anhalt. Von 1995 bis 2004 war Plöger ostdeutsche Vorsitzende des Vereins Frauenbrücke Ost-West. 2010 kam sie nach Berlin. War im Bezirk in der Seniorenvertretung aktiv. Vor allem baute sie hier ab 2014 den Verein Silbernetz auf. Der Verein hat seinen Sitz in der Wollankstraße.
Elke Schilling wurde 2017 mit der Ehrenamtsnadel von Berlin, 2020 mit dem Zugabe-Preis der Körber-Stiftung Hamburg und im selben Jahr mit dem Verdienstorden des Landes Berlin ausgezeichnet.
Am 11. November 2024 feierte sie ihren 80. Geburtstag.
Über den Bundesverdienstorden
Der offizielle Titel des Bundesverdienstordens lautet Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Es gibt zahlreiche Stufen, am häufigsten wird das Verdienstkreuz am Bande verliehen.
Seit der Stiftung durch Bundespräsident Theodor Heuss 1951 haben Deutschlands Bundespräsidenten mehr als eine viertelmillion Menschen mit dem Orden ausgezeichnet. Die meisten Auszeichnungen seit der Wiedervereinigung gab es 1991 mit über 5000. Die niedrigste Zahl an Verleihungen in der jüngeren Geschichte war im Jahr 2017 mit über 1000. Seitdem pendelt die Zahl der Auszeichnungen um diesen Wert.

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