Das Café im Paul Gerhardt Stift ist wieder geöffnet. Als „Stiftscafé“ soll es künftig nicht nur Bewohner, Mitarbeitende und Gäste mit warmer Küche versorgen, sondern auch ein neuer Begegnungsort im Wedding werden. Die Neueröffnung wurde am Mittwoch, 12. August, in der Müllerstraße 56–58 gefeiert.
In beeindruckend kurzer Zeit von nur fünf Wochen hat der Paul Gerhardt Stift es geschafft, das Café im Innenhof der Müllerstraße zu renovieren und neu zu eröffnen. Wo bis zu den Sommerferien das Schülercafé Klosterhof war, wurde nun das Stiftscafé eröffnet – mit einem neuen Team unter Leitung von Nicole Goncalves de Carvalho.


Länger geöffnet und auch in den Ferien
Der deutlichste Unterschied zum Klostercafé sind die nun verlängerten Öffnungszeiten. Das barrierefreie Café hat jetzt in der Woche täglich von 10 bis 16.30 Uhr geöffnet, auch in den Schulferien, und ebenfalls am Wochenende von 12 bis 16 Uhr.
Die Küche, die mit zwei Köchen arbeitet, von denen einer aus dem vorherigen Schülercafé übernommen wurde, soll jeden Tag verschiede warme Gerichte für Bewohner, Mitarbeiter und Gäste des Stifts anbieten: „Klassische“ und immer auch ein vegetarisches. Saisonale Zutaten und handwerkliche Zubereitung sollen dabei im Mittelpunkt stehen. Kaffee, Tee, selbstgebackener Kuchen, belegte Brötchen runden das Angebot ab.


Das neue Café soll auch ein Begegnungsort werden. Einmal im Monat will Nicole Goncalves de Carvalho zu Themen- oder „Heimatabenden“ der verschiedenen Gemeinschaften einladen. Die Leiterin wohnt im Wedding wohnt und hat bis vor Kurzem mit ihrem Mann ein eigenes brasilianisches Restaurant in Lichtenberg geführt. Sie weiß, dass traditionelle Gerichte wie zum Beispiel eine brasilianische Bohnensuppe, die Herzen der hier lebenden Community wärmen und sie von der Heimat schwärmen lassen.
Neues Sicherheitsteam für den Stift
Pfarrer und Stiftsvorsteher Martin von Essen dankte in seiner Eröffnungsansprache am Mittwoch vor allem der Leiterin der PGS-Soziales gGmbH, Stefanie Tepie Tame, dass sie in den wenigen Wochen den Neustart des Cafés ermöglicht und so schnell ein neues Team zusammengestellt habe. Auch Menschen aus dem Refugium, die als Geflüchtete nach Berlin kamen, haben hier eine Beschäftigung gefunden. Sie habe damit „Arbeitsplätze für Menschen geschaffen, die eine neue Chance brauchen.“ Martin von Essen überreichte Tepie Tame den symbolischen Schlüssel für den neuen Begegnungsort.

Gleichzeitig habe die Leiterin der PGS-Soziales gGmbH ein neues Sicherheitsteam zusammengestellt. Der Paul Gerhardt Stift hat sich von seiner bisherigen Sicherheitsfirma getrennt und beschäftigt künftig selbst 22 Männer und zwei Frauen im Sicherheitsdienst. Stiftsvorsteher Von Essen sagte, ihm sei es wichtig, ein Sicherheitsteam zu haben, dass sich mit dem Stift identifiziert und dass den Bewohnerinnen und Bewohner und vor allem den Geflüchteten, die im Stift leben, das Gefühl der Sicherheit gibt. „Alle sollen wissen, sie werden hier gut betreut.“




Schülerarbeit soll weitergehen
Die Schülerarbeit, die zehn Jahre lang im bisher Klosterhof genannten Café in Zusammenarbeit mit der Schule am Schillerpark stattgefunden hat, soll weiter geführt werden, so von Essen. Er sei dazu mit der Schule im Gespräch. Der Einsatz der Schülerinnen und Schüler sei aber künftig vor allem im sozialen Bereich vorgesehen.
Stiftscafé im Paul Gerhardt Stift, Müllerstraße 56-58, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10-16.30 Uhr, Samstag und Sonntag 12-16 Uhr


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