Die beiden Bilder zeigen die Ecke Gleim- und Graunstraße anno 1905 und heute. Ein historischer Bildervergleich von Ralf Schmiedecke.

Die Namensgeber der in den Jahren 1892 und 1894 benannten Straßen waren der Schriftsteller Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719–1803) sowie der Komponist Carl Heinrich Graun (1704–1759). Rechts im Bild ist die gründerzeitliche Erstbebauung von 1895 bis 1898 mit ihren restaurierten Stuckfassaden und den neu angebauten, einheitlich dunkelrot gestrichenen Stahlbalkonen erhalten geblieben. Seit vielen Jahren existiert in der Graunstraße 28 für die Anwohner der Nachbarschaftstreff Freizeiteck, betrieben vom Stadtteilverein Brunnenviertel.

Nach dem Mauerbau 1961 endete die Gleimstraße ab Graunstraße am Gleimtunnel. Die kriegsverbliebenen Altbauten der linken Straßenseite verschwanden gänzlich Mitte der 1970er-Jahre zugunsten einer neuen Seniorenwohnanlage mit später zugefügtem Parkhaus. Um mit dem Fahrzeug dorthin zu gelangen wurde 1985 in der Sackgasse eine Umfahrung mit einer begrünten Mittelinsel angelegt. Die Gleim-Oase schuf der Gartenarchitekt Bernhard Vogel mit Beeten, Wegen und Sitzmöglichkeiten sowie aus Stahlgittern konstruierten und von Pflanzen berankten Figuren von Alessandro und Erdmute Carlini. Nachdem 2010 die Seniorenwohnanlage und das Parkhaus in der Graunstraße geschlossen wurden, entstand 2015/2016 eine neue Eckbebauung mit 104 Wohnungen.
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Der Text ist im Kiezmagazin „Keine Hindernisse“ enthalten, das im ersten Quartal 2019 erschienen ist. Weitere Text aus dieser Ausgabe sind im Beitrag Neues Kiezmagazin: Keine Hindernisse gesammelt und verlinkt.
Weitere historische Aufnahmen aus dem Brunnenviertel im Vergleich mit aktuellen Vergleichsfotos von Ralf Schmiedecke gibt es hier: Gestern & heute

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