Eine Nachfolge für Martinas Traumjob

Für Martina Stumpf ist die Arbeit in der Fabrik Osloer Straße eine der besten Stellen, die sie in ihrem Arbeitsleben hatte. Als Hausverwalterin ist sie seit 14 Jahren für das 6.300 Quadratmeter Gelände zuständig. „Ich verstehe gar nicht wie man hier weggehen wollen könnte“, sagt sie. Dennoch steht für sie genau das bevor: Ende des Jahres verlässt sie die Fabrik und geht sie in den Ruhestand. Nun steht die Übergabe an ihre Nachfolge an, die noch gefunden werden muss.

„Ich fühle mich sehr verwachsen mit der Fabrik“, sagt die Hausverwalterin. Das liegt nicht nur daran, dass sie 14 Jahre lang mitgeholfen hat, das Gelände immer weiter zu verbessern und voran zu bringen. Das liegt auch an den Gesprächen. „Ich mag hier die Möglichkeit der Mitbestimmung, die Vielfalt der Aufgaben und, dass es nicht nur Büro ist. Ich bin auch auf dem Gelände unterwegs und haben Kontakte zu allen Nutzer. Wer hier arbeitet, ist mittendrin“, erzählt Martina Stumpf. Dabei sieht sie sich als Moderatorin zwischen den verschiedenen Interessen in er alten Fabrik. „Die einen wollen es gern ruhig, die anderen wollen sich hier austoben und ich behalte die Belange aller im Blick“, sagt sie.

Viele Gespräche und immer eine Lösung

Besonders, wenn Baumaßnahmen anstehen, steht das Gespräch ganz oben auf ihrer To-Do-Liste. „Das Zwischenmenschliche kostet viel Zeit, das Erklären, warum etwas notwendig ist, warum Einschränkungen nötig sind“, sagt Martina Stumpf. Ob das schwer ist, alle Interessen unter einen Hut zu bekommen? „ Eigentlich nicht. Es ist deshalb leicht, Lösungen zu finden, weil hier alle dasselbe wollen: ein gutes, gedeihliches Zusammenleben“, schwärmt die Hausverwalterin.

Zu ihren Lieblingstätigkeiten gehört der Kontakt zu den Handwerksunternehmen. „Es ist mir in den letzten Jahren gelungen, ein richtig gutes Netzwerk aufzubauen. Deshalb müssen wir nie lang auf Termine warten, wenn mal etwas getan werden muss“, erzählt Martina Stumpf stolz. Gern denkt sie an die größeren Baumaßnahmen zurück: an die Kranbahnsanierung und die Fenstersanierung. Das war viel Arbeit, aber auch viel Freude als alles fertig war und die Fabrik wieder ein wenig mehr auf dem aktuellen Stand der Technik. Zwischendurch hat sich Martina Stumpf noch eine Art berufliches Hobby gegönnt: Die Pflege der Außengrünanlagen macht sie einfach sehr gern, sagt sie. Dass eine Nachfolge das auch übernimmt, glaubt sie eher nicht. Dafür stehen einfach zu viele anderen Aufgaben an.

Begeisterung für den Arbeitsplatz

„Ich möchte das so gern weitergeben. Ich möchte meine Nachfolge mit meiner Begeisterung für das Gelände und für die Arbeitsinhalte anstecken“, sagt Martina Stumpf. Von ihren vielfältigen Aufgaben auf dem Gelände möchte ihr oder ihm erzählen, von den Möglichkeiten der Mitbestimmung, vom guten Betriebsklima. Daher hofft Martina Stumpf, dass sich bis zum 8. September eine motivierte und qualifizierte Person auf die Stellenanzeige meldet. „Am besten wäre jemand, der ein eigenes Netzwerk an Unternehmenskontakten mitbringt“, sagt Martina Stumpf. Diese wären für die anstehenden Aufgaben in der Fabrik Osloer Straße hilfreich, denn eine große energetische Sanierung soll schon bald beginnen.

„Es wird mir schwerfallen, die Fabrik zu verlassen. Aber ich freue mich auch schon auf die Zeit, die ich dann habe für schöne Sachen wie das Reisen oder für die Familie“, sagt Martina Stumpf. Den Schreibtisch und ihren Traumjob räumt sie daher Ende des Jahres dann doch, aber mit Wehmut.

Die Stellenanzeige ist hier als PDF hinterlegt: Stellenanzeige Hausverwaltung Fabrik

Transparenzhinweis: Autorin Dominique Hensel ist ehrenamtliche Vorständin im Fabrik Osloer Straße e.V.

📍 Kiez: ,

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von Brunnenmagazin

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen