Das Kaufland am Gesundbrunnen soll zwar abgerissen werden – könnte aber nach dem Neubau an den Standort zurückkehren. Die Nachricht vom geplanten Abriss des Einkaufsmarkts hatte vor vier Jahren viele Menschen im Stadtteil überrascht und verärgert. Beim Kiezgespräch auf dem Campus im Brunnenviertel am Montag (23.3.) sagte Bezirksstadtrat Ephraim Gothe (SPD), dass neuere Planungen wieder einen großflächigen Markt vorsehen.

Das Grundstück an der Brunnenstraße 105–109 gehört dem US-amerikanischen Immobilieninvestor Hines. Vor vier Jahren war bekannt geworden, dass Hines dort sein Projekt „Fountain“ umsetzen möchte. Die damaligen Pläne sahen den Abriss des Gebäudes und einen Neubau mit vielen Büroflächen vor. Ein großer Einkaufsmarkt war nicht vorgesehen.
Geplant war damals allerdings eine als „Pocket Park“ bezeichnete Grünfläche hinter der Swinemünder Brücke – ebenfalls auf Flächen, die Hines gehören.
Protest im Brunnenviertel
Die früheren Pläne hatten insbesondere im Brunnenviertel für Unmut gesorgt. Der Stadtteilverein Brunnenviertel e.V. organisierte sogar eine Unterschriftensammlung gegen den Abriss des Einkaufsmarkts.
Inzwischen scheinen die alten Planungen überholt zu sein. „Das Projekt will Hines so nicht weiter verfolgen“, sagte Bezirksstadtrat Ephraim Gothe, der für Stadtentwicklung und Bauen zuständig ist, beim Kiezgespräch am 23. März.
Stattdessen sei nun ein „gemischtes Projekt“ geplant. Gothe nannte dabei erste Eckpunkte: Vorgesehen sei eine rund 5000 Quadratmeter große Grünfläche sowie Wohnungsbau beiderseits der Brücke – mit einem Anteil von 30 Prozent gefördertem Wohnraum. Auch Gewerbe bleibe Teil der Planungen. Der Stadtrat sprach von „kleinteiligem Gewerbe“.
Außerdem soll auch ein größerer Einkaufsmarkt Bestandteil des Projekts werden. Gothe sagte dazu: „Kaufland könnte also zurückkehren.“
Demnächst solle ein städtebaulicher Wettbewerb gestartet werden, bei dem ein konkreter Entwurf ermittelt wird. Laut Bezirksstadtrat ist danach auch eine öffentliche Vorstellung des überarbeiteten Konzepts geplant.

Hines bestätigt: Einzelhandel Teil der Planung
Hines selbst äußert sich auf Anfrage des Brunnenmagazins vorsichtiger. „Wie sich die weitere Entwicklung im Einzelnen gestaltet, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vorwegnehmen. Klar ist für uns aber, dass wir bei der Weiterentwicklung des Standorts sehr genau darauf schauen, was für das Quartier sinnvoll ist“, teilt das Unternehmen über sein Kommunikationsbüro mit.
Aktuell werde gemeinsam mit dem Bezirk das städtebauliche Konzept weiterentwickelt. „Großflächiger Einzelhandel ist dabei ein klarer Bestandteil der Aufgabenstellung des städtebaulichen Wettbewerbs“, so Hines weiter. Man wolle „sorgfältig planen, die Besonderheiten des Standorts ernst nehmen und ein Konzept erarbeiten, das für die Nachbarschaft einen echten Mehrwert schaffen kann“.

Abriss bleibt wahrscheinlich – Rückkehr möglich
Nach aktuellem Stand zeichnet sich ab: Das Kaufland-Gebäude wird voraussichtlich abgerissen. Geplant ist eine Neubebauung mit Wohnungen, Grünflächen und weiterhin großflächigem Einzelhandel. Ob Kaufland tatsächlich wieder einzieht, ist noch offen – möglich ist es laut Bezirk aber.
Weiterlesen
Über die ursprünglichen Abriss- und Baupläne berichtete das Brunnenmagazin im Beitrag „Kaufland Gesundbrunnen muss bald ausziehen“. Der Investor hat seine Pläne für die neue Bebauung inzwischen angepasst – er plant nun Wohnungen statt Büros. Mehr dazu steht im Beitrag „900 Wohnungen statt Büros: Neue Pläne für das Quartier am Gesundbrunnen“.

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