Im Innersten der Kawa-Rösterei

Wer wissen will, wo der Kaffee herkommt, den Kacper Czachowski und seine Familie in dem kleinen Café in der Drontheimer Straße 1 B serviert, der muss lediglich seiner Nase folgend in den nahegelegenen Ritterlandweg 29 gehen. Dort befindet sich eine versteckte Remise, die das Heiligtum der Kawa-Rösterei beherbergt: die Röstmaschine. Bei einem Tag der offenen Tür am 1. Oktober durften sich die Besucher bei dem Kaffeeunternehmen hinter den Kulissen umschauen.

Kawa Kacper und Michelle
Kacper und Michelle Czachowski von der Kawa Kaffeemanufaktur. Foto: Andrei Schnell

Für manch einen ist es schon wieder kalter Kaffee, dass die Kawa Kaffeemanufaktur im Ritterlandweg röstet. Seit Anfang 2020 mietet die Familie Czachowski die Remise, die sich an der Grenze von Reinickendorf und Wedding befindet. Zur Unternehmerfamilie gehören die Geschwister Patrizia und Kacper sowie Ehefrau Michelle. Zudem wissen Kenner schon lange, dass Kawa seit einiger Zeit die große Röstmaschine der Marke Probat in Betrieb hat. Jeden Montag startet Kacper den schwarzen Heizer, um grünweißliche Bohnen zu bräunen.

Cupping
Cupping bei der Kawa Kaffeemanufaktur. Foto: Andrei Schnell

Wer allerdings nicht jeden einzelnen Schritt der Kaffeefamilie verfolgt und bislang nur das kleine Kawa-Café in der Drontheimer Straße kannte, für den war der Tag der offenen Rösterei Anfang Oktober ein Gang ins Innerste von Kawa. Bestaunt werden konnte die glänzend geputzte Probat-Maschine, das Herzstück der Manufaktur.

Außerdem hatte der Rohkaffeelieferant ein Cupping vorbereitet. Cupping heißt Verkostung. 18 Sorten warteten auf trainierte Gaumen, die mehr erkennen können als lediglich heiß und kalt sowie „schmeckt gut“ und „schmeckt irgendwie nicht so gut“. Bevor die Gäste den Brühkaffee (für Laien: türkisch) probieren durften, galt es die genaue Ziehzeit abzuwarten, den Kaffeeschaum mit Löffeln zu brechen und diesen nach weiterer genau bemessener Zeit abzuschöpfen. Der Einsteiger lernt: Das Verkosten von Brühkaffee kann wie eine Teezeremonie wirken.

Den Tag der offenen Tür mit Kuchen, Espresso, Schnaps und DJ organisierte Kawa anlässlich der Berlin Coffee Week, die vom 30. September bis 6. Oktober lief. Die Kaffeewoche stellt Berliner Röstereien vor, die jenseits des Massenkaffees der Industrie arbeiten.

Geschichte von Kawa

Kacper Czachowski und Patrizia Czachowski
Kacper Czachowski mit Schwester Patrizia Czachowski. Foto: Andrei Schnell

Die Kawa Kaffeemanufaktur wird als Familienunternehmen der Familie Czachowski geführt. Und bei besonderen Ereignissen wie dem Tag der offenen Tür hilft sogar die Mutter von Kacper und Patrizia. Sie brachte zum Tag der offenen Rösterei polnische Salzgurken, Schmalzstullen und süße Kuchen mit.

Das Familienunternehmen gibt es seit dem 1. Mai 2011. An diesem Tag unterschrieben die Geschwister Czachowski den Mietvertrag für den Laden in der Drontheimer Straße. Attis Café hieß das Geschäft zunächst. Atti war der Familienhund. Mit dem Rösten fing Kacper 2016 an. In jenem Jahr kaufte er einen Heißluft-Röster, mit dem lediglich ein Kilogramm Kaffee verarbeitet werden konnte. Es war im Vergleich zur heutigen Maschine ein kleines Gerät. 2016 war auch das Jahr, in dem die Unternehmerfamilie den Namen Kawa – polnisch für Kaffee – erfand. Jüngste Neuerung ist ein überarbeitetes Design der Kaffeetüten. In Schwarz-Silber sind die Kaffeebohnen verpackt, die die Rösterei verlassen und online sowie im Café in der Drontheimer Straße verkauft werden. Und sogar in der Rösterei im Ritterlandweg kann der Kaffee neuerdings gekauft werden.

Mehr über Kawa findet sich auf der Webseite kawam.eu/

Kacper Czachowski
Kacper Czachowski von der Kawa Kaffeemanufaktur. Foto: Andrei Schnell
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