Ab morgen (Montag, 30.9.) ist Coffee Week. Das wird für mich, der ich versuche weniger Kaffee zu trinken, eine schwere Woche. Oder eine gute Woche, um mit Abstand und Distanz ausgewogen über die sieben Hochtage für Kaffeeliebhaber zu schreiben. Gleich vier Weddinger Röster sind dabei und locken verführerisch.
Kawa mit großer Rösterei-Eröffnung
Kennt ihr noch den Hund Atti? Nach ihm hat Kacper Czachowski und Familie das erste Café benannt. Seit dem 1. Mai 2011 betreibt das Team den Laden in der Drontheimer Straße 1 B. Im Jahr 2016 kaufte Kacper einen Ein-Kilo-Heißluft-Röster. Und nun – tata, mit Fanfare – während der Berlin Coffee Week eröffnet Kawa im Ritterlandweg 29 die Kawa Rösterei. Das ist haarscharf nicht mehr Wedding. Gefeiert wird dort in Reinickendorf am 1. Oktober von 16 bis 22 Uhr (darf man so spät noch Kaffee trinken?). „Mit polnischen Vibes“ verspricht die Kawa-Familie. Ich schau‘ vorbei, Słowo.


In die Kaffeescheune segeln – Talk bei The Barn
Man muss neidlos anerkennen: Zur Coffee Week Berlin hat The Barn sich etwas wirklich Besonderes einfallen lassen. In ihrer Rösterei in der Voltastraße berichten die Kaffeemacher vom Projekt ihres Importpartners Belco (Frankreich). Der hat nämlich ein Segelboot gebaut, mit dem Herbst die ersten Kaffees von Kolumbien nach Europa gebracht werden sollen. Das geht? Wie? Verrückt! Hört’s euch an am Freitag, 4. Oktober, von 16 bis 19 Uhr in der Voltastraße 28. Ich vermute, man muss Plätze reservieren, denn der Raum dort gehört zur Kategorie „klein“.
Grundsätzlich betrachtet hält sich The Barn nicht mit einer Tasse Kaffee auf. Das Unternehmen betreibt Filialen in Berlin, München, Dubai, Mallorca und Korea. Gemeint ist Südkorea. Ins Land von Kim Jong-un auf einen Kaffee vorbeischauen, das geht (noch) nicht. The Barn ist auf dem Weg zur Groß-Kaffeescheune.

Feier: 10 Jahre Flying Roasters
Dem Jahrestag von ein Jahrzehnt Flying Roasters widme ich heute einen eigenen Beitrag. Lest Glückwunsch Flying Roasters! Die Doppelerwähnung dort und hier muss einfach sein, weil Nadine und Oliver aus meiner Sicht die Kaffeeleuts mit ehrgeizigsten Gute-Tat-Zielen sind – meine Meinung.
Zur Coffee Week Berlin verlosen sie einen Jahresvorrat Kaffee. Man muss dafür die schwarz-lilafarbenen Kaffeetüten finden. Ja hey, gebt mal einen Tipp, wo ich suchen soll, Berlin ist groß, Kumpels. „Wir haben unsere begehrte Kaffeetüte an verschiedenen Orten versteckt – nicht nur bei uns, sondern auch in den Cafés, in denen unser Kaffee ausgeschenkt wird“. Danke für den Hinweis. Und ich schiebe hinterher: Foto auf Instagram machen, damit man in die Lostrommel kommt.
Am 2. Oktober gibt es von 16 bis 19 Workshops, Cuppings und dies und das. Aber schreibt mal ’ne Mail an die Rösterei (mail[at]flyingroasters.de). Keine Ahnung, ob da noch ein Platz frei ist.

Große Nummer Coffee Circle
Nicht gerade ein kleiner Kaffeebetrieb mit Sitz im Wedding ist die Rösterei Coffee Circle in der Lindower Straße. Coffee Circle betreibt sechs Cafés in den angesagten Stadtteilen Mitte, Prenzlauer Berg, Friedrichshain und Kreuzberg – und sogar eines am Ku’Damm. Auch bei der Coffee Week Berlin ist Coffee Circle ein gewichtiger Supporter und steht bei den Partnern in der ersten Reihe neben den bekannten Milchmarken Oatly und Alpro.
Im Programm der Kaffeewoche ist Coffee Circle täglich mit einem Bingo dabei. Man greift sich in einem der Cafés (zum Beispiel in der Lindower Straße) eine Bingokarte und erhält – wenns Bingo macht – einen Kaffee aufs Haus. Hm, klingt für mich als jemanden, der sich immer freut, wenn er etwas umsonst oder geschenkt bekommt, schon mal nicht schlecht. Und mit etwas Glück gibt es den Jahresvorrat Kaffee. Das wären bei mir vielleicht 500 Gramm – ich will ja weniger Kaffee trinken. Und man kann eine Kaffeemühle (Marke Sage) gewinnen. Hm – auch nicht schlecht, den Duft beim Mahlen mag ich, und mir zu Hause gibt es ja noch Kaffeetrinker, für die ich gern den Barista vortäusche.
Aber weiter im Programm. Montag, 30. September, gibt es von 11.30 bis 13 Uhr eine Tour durch die Rösterei: am Dienstag von 10.30 Uhr bis 11.30 Uhr und von 16 bis 17 Uhr. Und am Mittwoch … ach was, schaut einfach selber auf www.coffeeweek.de/programm nach. Denn es gibt noch Cuppings und Latte Art-Wettbewerbe. Also: Espresso ins Blut, durchhalten und mitmachen!
Und Glückwunsch auch von mir zum Preis „Röster des Jahres 2024“ der Fachzeitschrift Crema.


Mocca aus Jemen
Nicht nur Röstereien sind bei der Coffee Week Berlin dabei, sondern auch die Jemenitische Gemeinde in Berlin und Brandenburg. Im Onkel Café – Yemeni Coffee in der Müllerstraße 52 geht es um die Geschichte und die Herkunft des Kaffees aus dem Jemen. Ähm Stopp. Korrekt ist: Der Kaffee stammt aus Äthiopien. Aber Sagen und Legenden regen die Fantasie mehr als Fakten…. Also, wer Lust hat, etwas über Mocca zu erfahren, der hört dort von 17 bis 20 Uhr mit kritischen Ohren zu.
Coffee Week Berlin

Es ist die zweite Coffee Week Berlin, bei der 2024 die Siebträger heiß laufen werden. Die Woche beginnt am Montag, 30. September, und endet am Sonnabend, 5. Oktober. Wohl dem, der die Brückentage nicht mit Urlaub verplempert, sondern Berlin genießen will. Dabei gilt es nicht nur Espresso zu trinken, sondern auch viel zu lernen. Mein Favorit unter den Workshops: „Wohin mit dem Kaffeegrund?“ Oder wie es im Original heißt: „Alternative Uses for Coffee Grinds Workshop“. Am Freitag, 4. Oktober, von 18 bis 20 Uhr in der Marienburger Straße 5.
Hinter der Coffee Week Berlin steckt Philip Reichel, der in der Naumburger Straße in Neukölln eine Gemeinschaftsrösterei betreibt. Du willst selbst Kaffeemacher werden? Melde dich bei ihm und buche Röstzeiten.
Und jetzt – nach so vielen getippten Worten – gönne ich mir einen Kaffee. Decaf.

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