Migrantische Community entdeckt das Ehrenamt

Ehrenamt bringt wenig Geld ein, dafür umso mehr Karmapunkte. Auch die migrantische Community will Gutes tun und Sozialpunkte sammlen. Das zeigt das Beispiel Kubik e.V. in der Badstraße. Der Verein will Ehrenamt in der migrantischen Communitiy fördern. Deshalb hat er nun ein Projekt gestartet, das mit Seminaren und Vorträgen beim Weg zum uneigennützigen Engagement helfen soll. Am Montag (24.3.) um 16 Uhr ist in der Badstraße 12 die Projektauftaktveranstaltung.

Süleyman Bağ vom Kubik e.V. bei einem Seminar. Foto: Andrei Schnell
Süleyman Bağ vom Kubik e.V. bei einem Seminar. Foto: Andrei Schnell

Ehrenamt für Menschen mit Migrationsgeschichte

Süleyman Bağ vom Kubik e.V. ist stolz und aufgeregt zugleich. Stolz, weil der Verein vor kurzem die Förderzusage von der Senatsverwaltung erhalten hat und damit das Projekt „Mehr Teilhabe in der Stadtgesellschaft – Vermittlung von Handlungskompetenzen an Ehrenamtliche von Migrantenselbstorganisationen auf kommunaler Ebene“ starten kann. Der lange Titel ließe sich abkürzen mit: „Wir wollen auch Ehrenamt können“. Süleyman Bağ, Projektleiter von Kubik e.V., sagt: „Mit dem Projekt wollen wir Menschen mit Migrationsgeschichte gezielt unterstützen und ihnen die Werkzeuge an die Hand geben, um sich aktiv und selbstbewusst in die Stadtgesellschaft einzubringen.“

Aufgeregt ist er, weil sich nun zeigen wird, ob das Interesse in der migrantischen Community tatsächlich so groß ist, wie er vermutet. 60 interessierte Menschen braucht er jetzt, die aus mehreren Modulen einige Kurse aussuchen, in denen es um das Wie und Was des Ehrenamts geht. In denen erklärt wird, wie bürgerschaftliches Engagement funktioniert. In dem Projekt organisiert der Kubik e.V. über 25 Veranstaltungen. In diesen geht es um organisatorische und inhaltliche Weiterbildung. Aber auch um die praktische Umsetzung ehrenamtliches Engagement auf Kiezebene. Themen sind rechtliche Rahmenbedingungen und Finanzierung, aber auch mögliche Beispiele für Engagement wie gesellschaftlichen Engagement, Bildung und Integration. Neben dem Bildungsangebot sollen im Projekt zehn Podcasts produziert werden. Teilnehmer können sich über die Webseite des Verein www.kubik-ev.de anmelden.

Projektleiter Süleyman Bağ. Foto: Kubik e.V.
Projektleiter Süleyman Bağ. Foto: Kubik e.V.

Auftakt am Montagnachmittag

Zunächst organisiert der Kubik e.V. ein großes Auftakttreffen am Montag, 24. März, um 16 Uhr in der Badstraße 12. Hintergedanke ist vermutlich, dass die Teilnehmer dieser Veranstaltung in ihren Netzwerken von dem Angebot erzählen und sich auf diese Weise das nun startende Angebot herumspricht. Nach der offiziellen Vorstellung des Projekts lädt der Kubik e.V. die Gäste zu einem Ramadan-Seminar mit gemeinsamem Iftar-Essen ein.

Kulturelle Missverständnisse abbauen

Süleyman Bağ ist sich sicher, dass auch in den migrantischen Communities das Interesse an Ehrenamt hoch ist. „Jedoch gibt es kulturbedingte Unterschiede im Ehrenamtsverständnis“, sagt der Projektleiter Süleyman Bağ. Worin diese liegen, lässt sich vermutlich bei der Auftaktveranstaltung am Montag erfahren.

Um über Unterschiede im Verständnis verschiedener Dinge ins Gespräch zu kommen, soll im Projekt weltanschaulich übergreifend zusammengearbeitet werden. So sind der säkulare Brunnenviertel e.V., die christliche evangelische Kirchengemeinde am Hausotterplatz und das Institut für islamische Informationen e.V. bei dem Projekt Kooperationspartner. Das Brunnenmagazin ist Medienpartner des Projekts.

Über Kubik

Kubik e.V. hat seinen Sitz im dritten Stock in der Badstraße 12. Er ist in der Bildungsarbeit, der Erwachsenenbildung, der Kinder- und Jugendarbeit, dem Frauen-Empowerment und in der Flüchtlings- und Migrationsarbeit tätig. Der Bildungsverein will Vorurteile und Diskriminierung abbauen und setzt sich für interkulturelle Zusammenarbeit ein.

Kubik e.V. ist auf viele Arten für seine Ziele aktiv. Anfang Februar hat der Verwaltungsdirektor des „House of One“ (ein Haus, das gleichzeitig Synagoge, Kirche und Moschee ist) Roland Stolte dem Kubik e.V. eine Urkunde überreicht, die bestätigt, dass Kubik Partnerunternehmen des künftigen interreligiösen Sakralbaus am Petriplatz in Alt-Mitte ist.

Verwaltungsdirektor des "House of One" Roland Stolte übergibt eine Urkunde an Ragip Güloğlu, Vorsitzender des Kubik e.V. - Foto: Andrei Schnell
Verwaltungsdirektor des „House of One“ Roland Stolte übergibt eine Urkunde an Ragip Güloğlu, Vorsitzender des Kubik e.V. – Foto: Andrei Schnell

Transparenzhinweis: Autor Andrei Schnell ist Vorstand im Brunnenviertel e.V., der Kooperationspartner des beschriebenen Projekts ist.

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Weitere Beiträge über das interkulturelle Leben im Wedding und in Gesundbrunnen stehen auf der Seite Interkulturelles Leben im Wedding.

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