Liebe Leserin, lieber Leser, seit 2018 wird daran getüftelt, den MINT Campus Bernauer Straße entstehen zu lassen. Ziel des gemeinsamen Projekts der Ernst-Reuter-Schule und der Gustav-Falke-Grundschule ist es, Schüler:innen ab Klasse 1 auf das 21. Jahrhundert vorzubereiten.

Dabei versteht sich MINTart als die klassische Kombination von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik, die durch künstlerische Bildung ergänzt und vervollständigt wird. Vier „Ks“ sind als wertvolle Zukunftsfähigkeiten und als Haltung für den Campus gesetzt: Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und kritisches Denken mit dem Makerspace im Zentrum. Dieser Raum ist eine Werkstatt für digitales wie analoges Arbeiten. Auch Scheitern soll als wichtiger Lernprozess verstanden und integriert werden.
Dieses visionäre Projekt wird von den Schulleitungen der Gustav-Falke-Grundschule und der Ernst-Reuter-Schule getragen und von der Camino Werkstatt für Fortbildungen, Praxisbegleitung und Forschung im sozialen Bereich gGmbH begleitet. Weitere Beteiligte sind das Bezirksamt Mitte, das junior1stein-Management, ein Schulentwicklungsberater, und seit 2020 auch die Stadtteilkoordination Plus (Sonja Kirschning, Autorin dieses Textes).
Kollegien sollen zusammenwachsen
Die beiden Kollegien sollen zusammenwachsen und die Klassen von 1 bis 13, aber vor allem bei den Übergängen von 6 zu 7 besonders begleiten. Die Öffnung in die Nachbarschaft, also die zivilgesellschaftliche Anbindung, wurde von Anfang an als wesentlicher Bestandteil mitgedacht. Doch dann kam 2020 Corona und der Austausch in persona war seither schwierig. Der Projektverlauf war durch die pandemische Situation und die ständige Unsicherheit stark belastet.
Trotz all dem ist es den beiden Schulleitungen und den beteiligten Kollegien zu verdanken, dieses Projekt in die Spur gebracht sowie einen Image-Film produziert zu haben und dabei ein gemeinsames Curriculum zu entwickeln. Es sind viele parallel laufende Prozesse im Gang. Aber bei den wichtigen baulichen Fragen steht noch nicht genug fest, um es bereits jetzt öffentlich zu verkünden. Das Projekt ist komplex und gerade deshalb bedarf es etwas mehr Geduld und Zeit. Wie wichtig es ist, den Schwung zu erhalten und die Schulen dabei zu unterstützen, diesen Übergangszustand zu überstehen und die Campus-Vision für das Brunnenviertel voranzubringen, kann gar nicht nachdrücklich genug betont werden. Denn diese Vision geht weiter über den normalen Lehrplan hinaus, als es so mancher mitbekommt. Nötig für die Umsetzung sind Taten, Empathie und auch finanzielle Unterstützung.
Der MINT Campus, eine Leuchtturmprojekt
Es bleibt aber auch eine politische Frage, denn hier wurde schon entschieden, dass die Ernst-Reuter-Schule die Züge (also die Klassenanzahl) erhöhen soll. Dann ist es umso wichtiger zu unterstützen, indem weiterbringende Entscheidungen getroffen werden, um die entsprechende Infrastruktur dafür zu schaffen. Hier muss geklärt werden, welche Variante eines vorgesehnen Abrisses der alten Schulgebäude nun vorgenommen und welche architektonische dezentrale Lösung gefunden wird. Also Lösungen, die fächerübergreifendes, projektorientiertes Lernen möglich machen.
Nur zur Erinnerung: Bildung ist essenziell und die Lernumgebung ebenso. Der MINT Campus ist ein Leuchtturmprojekt!
Ihre Sonja Kirschning
Stadtteilkoordination Plus
Der Image-Film zum Campus Bernauer Straße ist auf Youtube zu sehen.

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