OSZ Wedding: Das ist für die Zukunft geplant

Im Februar 2012 nahmen die Architekten des Projektteams ps wedding erstmals Kontakt mit dem Bezirksamt Mitte auf. Sie wollten über ihre Ideen zur Weiternutzung des orangefarbenen Schulgebäudes im Brunnenviertel, dem ehemaligen OSZ Wedding, sprechen.

Ausgangspunkt für das Gespräch war der Leerstand des 2011 geschlossenen Schulhauses. ps wedding möchte die alte Schule nicht abreißen. Das Haus soll saniert und umgebaut werden. Die Idee: Im Erdgeschoss soll ein soziokulturelles Nachbarschaftszentrum entstehen. Die beiden Obergeschosse sollen zu günstigen Mietwohnungen umgebaut werden.

Die Skizze zeigt rechts das umgebaute Gebäude, link einen Gemeinschaftsgarten. Zeichnung: ps wedding
Die Skizze zeigt rechts das umgebaute Gebäude, link einen Gemeinschaftsgarten. Zeichnung: ps wedding

Die Architekten Bernhard Hummel, Oliver Clemens und Sabine Horlitz beschreiben ihr Projekt als eines aus der Nachbarschaft für die Nachbarschaft. Deshalb ist es dem Team wichtig, die alte Schulaula zu einem öffentlichen Veranstaltungsort umzubauen. Auch für nachbarschaftliche Aktivitäten, Erwachsenenbildung, Schülernachhilfe sollen Räume hergerichtet werden. Eine Kita für 100 Kinder soll entstehen, Platz für einen Gemeinschaftsgarten soll geschaffen werden und es soll die Möglichkeit offen gehalten werden, dass wieder eine Stadtteilbibliothek ins Brunnenviertel zurückkommen kann. Im Kiez waren viele begeistert von den Ideen der Architekten.

ps wedding will kollektive Eigentumsform

Damit diese gemeinwohlorientierten Ziele auch später nicht umgestoßen werden können, will ps wedding Teil des Mietshäuser-Syndikats werden. Das Mietshäuser Syndikat ist ein deutschlandweites Netzwerk selbstorganisierter Hausprojekte und gleichzeitig eine kollektive Eigentumsform.

Die große Schulaula soll zu einem öffentlichen Veranstaltungsort werden. Foto: Christian Kloss, urbanophil
Die große Schulaula soll zu einem öffentlichen Veranstaltungsort werden. Foto: Christian Kloss, urbanophil

Alle wichtigen politischen Gremien des Landes und des Bezirks haben sich bereits vor zwei Jahren für das Konzept von ps wedding ausgesprochen. Doch es gab einige Hindernisse. Nun steht eine Lösung unmittelbar bevor. Das Grundstück soll laut Bezirksstadtrat Carsten Spallek zum 1. Juli der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Degewo übertragen werden, die dann mit ps wedding einen Erbbaurechtsvertrag für die Fläche mit dem Schulgebäude und dem geplanten Neubau schließt. Die Degewo wird auf dem Gelände zusätzliche Wohnungen bauen. Aufgrund dieser Zusammenarbeit ist ps wedding ein Pilotprojekt. Es ist berlinweit das erste gemeinsame Vorhaben eines privaten nicht-profitorientierten Trägers mit einer landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft.

Weil das ambitionierte Projekt so lange nicht gestartet ist und es entsprechende Gerüchte im Kiez gab, fragte das brunnen-Magazin Ende April Stadtrat Ephraim Gothe, ob das geplante Projekt mit dem soziokulturellen Zentrum in der alten Schule nicht verwirklicht wird, weil die Schule für den Schulbetrieb reaktiviert wird. Die klare Antwort: „Nein, das ist nicht richtig.“ Die Zukunft der alten Schule gestaltet also ps wedding gemeinsam mit der Degewo.

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Der Beitrag ist auch im gedruckten Kiezmagazin „brunnen“ erschienen. Er ist in der Ausgabe enthalten, die im zweiten Quartal 2017 erschienen ist. Weitere Beiträge aus dieser Ausgabe sind im Beitrag Neues Kiezmagazin zum alten Diesterweg-Gymnasium verlinkt.

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Kommentare

  1. […] Das ist für die Zukunft geplant […]

  2. […] Das geplante Bauprojekt in der ehemaligen Schule in der Putbusser Straße kommt nur langsam voran. Hier will die Degewo zusammen mit den Architekten von ps wedding Wohnungen und ein soziokulturelles Zentrum bauen. Zum 1. Juli sollte die Degewo Eigentümerin des Grundstücks werden und damit eine ungewöhnliche Kooperation beginnen (wir berichteten). […]

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