Seit fünf Jahren kämpft eine Initiative für die Wiederbelebung des alten Parkcafés Rehberge an der Catcherwiese. Fördermittel für das Vorhaben sind schon länger zugesagt. Doch bevor das Geld tatsächlich fließen kann, muss noch eine entscheidende Hürde genommen werden: Der Vertrag über die Nutzung des bezirkseigenen Gebäudes ist noch nicht unterschrieben. Bei einem Bürgergespräch am Samstag, 22. August, machte der zuständige Bezirksstadtrat nun Hoffnung, dass sich das bis zur Berlin-Wahl am 20. September ändern könnte.

Eine letzte Hürde
Die Initiative hat in den vergangenen Jahren viel Arbeit in das Projekt gesteckt. Das Ziel: Das alte Parkcafé soll wieder zu einem Treffpunkt im Volkspark Rehberge werden. Für den geplanten Umbau gibt es bereits eine Fördermittelzusage der Lotto-Stiftung Berlin. Ausgezahlt werden kann das Geld allerdings erst, wenn mehrere Voraussetzungen erfüllt sind.
Nachdem die Initiative kürzlich die Bauplanungsunterlagen bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung eingereicht hat, ist eine weitere wichtige Voraussetzung erfüllt. Offen ist nun noch die Vereinbarung mit dem Bezirk über die Nutzung des Gebäudes.

Das Parkcafé gehört dem Bezirk Mitte und soll der Initiative nach dem Willen des Bezirksamts und nahezu aller politischen Parteien in Mitte zu einem sehr niedrigen Nutzungsentgelt überlassen werden. Genau an diesem Punkt zieht sich das Verfahren allerdings seit längerer Zeit hin. Aus formalen Gründen muss neben dem Bezirk auch die Senatsverwaltung für Finanzen zustimmen, damit das Gebäude zu einem entsprechend niedrigen Entgelt überlassen werden kann.
Lange steckte das Verfahren genau an diesem Punkt fest. Sollte das Land zustimmen, könnte der Parkcafé Rehberge e.V. das Gebäude für deutlich weniger als 5400 Euro im Jahr für sein gemeinnütziges Konzept nutzen.
Stadtrat setzt auf eine Lösung bis zur Wahl
Beim Bürgergespräch am Samstag am Parkcafé war deshalb die entscheidende Frage: Wann kann der Vertrag endlich unterschrieben werden? Der zuständige Bezirksstadtrat Christopher Schriner (Grüne) sagte zu, das Verfahren so voranzubringen, dass die Vereinbarung noch vor der Berlin-Wahl am 20. September unterzeichnet werden kann. Allerdings braucht es dafür auch die Zustimmung des der Senatsverwaltung für Finanzen. Noch in dieser Woche sollen vorbereitete Unterlagen an die Senatsverwaltung gehen. „Ich stehe voll und ganz hinter der Initiative. Es ist alles vorbereitet und mit der Senatsverwaltung vorbesprochen. Ich gehe davon aus, dass es jetzt klappt“, sagte Schriner.
Die Mitglieder des Parkcafé Rehberge e.V. drängten beim Bürgergespräch trotz dieser Zusage darauf, dass den Worten auch Taten folgen. Nach einem zähen fünfjährigen Prozess voller Rückschläge und Verzögerungen überwiegt bei den Ehrenamtlichen die Skepsis. „Was passiert, wenn diese Unterschrift bis zum 18. September nicht da ist?“, fragte ein Vereinsmitglied den Stadtrat.
„Dann halten wir das, was wir haben, verbindlich fest“, antwortete Schriner. Gemeint ist damit, dass die bereits ausgehandelten Rechte und Pflichten für die Nutzung des alten Parkcafé-Gebäudes in einem Vertrag festgeschrieben werden könnten. Ausgenommen wäre zunächst das Nutzungsentgelt. Dieses müsste später ergänzt werden.
Damit würde erst nach der Wahl und möglicherweise mit anderen politischen Ansprechpartnern festgelegt werden, wie hoch das Nutzungsentgelt tatsächlich sein wird. Bezirksstadtrat Christopher Schriner glaubt jedoch, dass ein solcher Vorvertrag nicht nötig sein wird. „Ich bin sicher, dass das klappt vor der Wahl“, sagte er.
Der Initiative geht langsam die Puste aus
Der Zeitdruck hat allerdings nicht nur mit der bevorstehenden Wahl zu tun. Auch die Initiative selbst hat sich verändert. Was vor fünf Jahren mit vielen engagierten Menschen begann, ist inzwischen deutlich kleiner geworden. Einige Unterstützende sind abgesprungen, andere haben nach Jahren des Wartens nicht mehr die Kraft, sich weiter zu engagieren. Das Sommerprogramm vor dem Parkcafé in den vergangenen Jahren hat den ehrenamtlichen Kern der Initiative zwar erhalten. Doch ohne einen baldigen Baustart droht nach fünf Jahren des Wartens die Kraft auszugehen.

Bis zur Berlin-Wahl am 20. September soll deshalb die entscheidende Unterschrift unter dem Nutzungsvertrag stehen – darauf drängt die Initiative. Gelingt das, wäre nach fünf Jahren endlich der Weg frei für den nächsten Schritt: die Auszahlung der Fördermittel und den Beginn des Umbaus. Für das alte Parkcafé an der Catcherwiese wäre es ein Wendepunkt. Und für die Initiative vielleicht die letzte große Gelegenheit, aus fünf Jahren Engagement endlich ein sichtbares Ergebnis werden zu lassen.

Die wichtigsten Fragen zum Parkcafé Rehberge
Was soll aus dem Parkcafé Rehberge werden?
Das alte Café an der Catcherwiese soll wiederbelebt und zu einem Treffpunkt im Volkspark Rehberge entwickelt werden. Das Angebot soll nichtkommerziell sein.
Wer engagiert sich für das Projekt?
Eine Initiative setzt sich seit fünf Jahren für die Wiederbelebung des Parkcafés ein. Aus ihr ist inzwischen der Parkcafé Rehberge e.V. geworden.
Ist die Finanzierung bereits gesichert?
Für das Vorhaben gibt es seit 2023 eine Fördermittelzusage der Lotto-Stiftung Berlin. Das Geld kann jedoch erst ausgezahlt werden, wenn die noch offenen Voraussetzungen erfüllt sind.
Was fehlt noch?
Entscheidend ist die Vereinbarung mit dem Bezirk über die Nutzung des bezirkseigenen Gebäudes. Wegen des vorgesehenen sehr niedrigen Nutzungsentgelts muss dabei auch das Land Berlin zustimmen.
Warum ist der 20. September wichtig?
Die Initiative möchte, dass die Vereinbarung bis zur Berlin-Wahl unter Dach und Fach ist. Dann könnte die Förderung fließen und der geplante Umbau beginnen.

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