Das Paul Gerhardt Stift in der Müllerstraße (PGS) ist einer der großen Träger sozialer Einrichtungen und Projekte in Berlin. Doch die Stiftung ist nicht nur selbst Akteurin. Bereits zum zweiten Mal hat das PGS andere soziale Projekte in Berlin gewürdigt, die sich ganz besonders fürs Gemeinwohl einsetzen. Der Paul Gerhardt Stiftspreis für soziales Engagement ist am Donnerstag (17.10.) bei einer Festveranstaltung an drei Organisationen vergeben worden.
Die Preisträger des Stiftspreises
Den mit 10.000 Euro dotierten 1. Platz erhielt der Tagebuch- und Erinnerungsarchiv e. V. (TEA). TEA widmet sich ehrenamtlich der Archivierung von Dokumenten der deutschen Erinnerungskultur – darunter Tagebücher, Briefe, Fotos, Zeitzeugenberichte und Lebensdokumente. Ziel ist es, diese Archivalien aus den letzten 300 Jahren für zukünftige Generationen zu bewahren. Die Erinnerungen schaffen damit eine Brücke zwischen den Generationen. Der Verein fördert den Dialog zwischen Alt und Jung und stärkt den sozialen Zusammenhalt.



Kinderträume e. V. belegte den 2. Platz und erhält 5.000 Euro. Der Verein erfüllt schwerkranken Kindern und Jugendlichen besondere Herzenswünsche. Durch das Wahrwerden ihrer Wünsche schafft der Verein unvergessliche Momente des Glücks und der Hoffnung in schwierigen Lebensphasen. Mit dem dritten Platz, der mit 2.500 Euro dotiert ist, wurde Aufbruch Neukölln e. V. ausgezeichnet. Seit 2007 unterstützt der Verein Väter mit Migrationshintergrund dabei, ihre Rolle in der Erziehung und Bildung zu stärken, Vorurteile abzubauen und die gesellschaftliche Integration zu fördern. In wöchentlichen Treffen tauschen sich Väter unterschiedlicher Kulturen über Themen wie Partnerschaft, Familie und gewaltfreie Erziehung aus. Sie erhalten dabei Unterstützung in einem geschützten Rahmen. Das Projekt fördert den interkulturellen Dialog und regt zur Auseinandersetzung mit traditionellen Rollenbildern an.

„Die ausgezeichneten Projekte sind beeindruckende Beispiele dafür, wie stark unsere Gesellschaft von deren Arbeit profitiert. Soziales Engagement ist eine unverzichtbare Säule unseres Zusammenlebens und trägt entscheidend dazu bei, dass Menschen vielfältige Unterstützung erfahren“, betonte Martin von Essen, Stiftsvorsteher des Paul Gerhardt Stifts, bei der Preisverleihung. Leider stünden viele dieser Initiativen vor großen finanziellen Herausforderungen, obwohl ihre Arbeit so entscheidend für unser Miteinander sei. „Hier möchten wir einen Beitrag leisten und Wertschätzung zeigen“, sagte Martin von Essen.
Über die Auswahl der Preisträger entschied eine Jury. Die Mitglieder des Gremiums waren:
- Dr. Ursula Schoen, Direktorin des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
- Dr. Cornelie Kunkat, Kuratoriumsmitglied des Paul Gerhardt Stifts und Senior-Beraterin KULTUREXPERTEN Dr. Scheytt GmbH
- Sabrina Knüppel, Vorstandsvorsitzende des IBZ Königsheider Eichhörnchen e. V.
- Carsten Spallek, Bezirksstadtrat für Soziales und Bürgerdienste
- Michael Löher, ehemaliger Vorstand des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e. V.
Der Paul Gerhardt Stiftspreis für soziales Engagement wird jährlich vergeben und soll auch im Jahr 2025 wieder ausgeschrieben werden. Nähere Informationen dazu sollen im Frühling 2025 bekanntgegeben werden.


Das Paul-Gerhardt-Stift im Wedding
Das Paul Gerhardt Stift zu Berlin ist eine sozial-diakonische Einrichtung mit 148 Jahren Tradition. Ursprünglich wurde es als Diakonissenmutterhaus gegründet. Seit Anfang 2017 ist das Stift eine Förderstiftung. Sie unterstützt eigene soziale Projekte in der Stadtteil-, Familien- und Flüchtlingsarbeit, die in der gemeinnützigen GmbH Paul Gerhardt Stift Soziales angesiedelt sind. Zukünftig möchte sich das PGS stärker als Förderstiftung engagieren. Gemeinsam mit Partnern will sich die Weddinger Einrichtung für eine sozialere Stadtgesellschaft einsetzen und mit eingeworbenen Spenden weitere gemeinnützige Projekte fördern. Das PGS ist gleichzeitig sozialer Akteur: Auf dem Stiftsgelände in der Müllerstraße befindet sich das Stadtteil- und Familienzentrum – das Zukunftshaus Wedding, eine Kita, das Servicewohnen und die Flüchtlingsunterkunft Refugium.
Text: Paul Gerhardt Stift, bearbeitet uns ergänzt von Dominique Hensel

Kommentar verfassen