Wird die Kirche am Gartenplatz geschlossen?

Eine neue Petition beschäftigt sich mit der Zukunft der Kirche St. Sebastian am Gartenplatz. „Verhindern Sie die Schließung von St. Sebastian Kirche in Berlin“ lautet die Überschrift der Unterschriftensammlung, die vom Gemeindemitglied Stefanija Antolovic-Crnec vor einer Woche gestartet wurde. Bisher haben 3.349 Menschen das Anliegen unterstützt.

Wahrzeichen am Gartenplatz: Die Kirche St. Sebastian. Foto: Hensel
Wahrzeichen am Gartenplatz: Die Kirche St. Sebastian. Foto: Hensel

Die Initiatorin der Petition geht davon aus, dass die Kirche St. Sebastian vor der Schließung steht. Als Grund nennt Stefanija Antolovic-Crnec „Energieverbrauch, Sanierungskosten und Flächennutzung“. Fakt ist, dass die Kirche seit vielen Jahren sanierungsbedürftig ist. Sie ist schon seit Jahren eingezäunt, um Menschen auf Abstand von der Fassade zu halten. Der 87 Meter hohe Turm ist teilweise mit einem Netz verkleidet und vor dem Eingang steht ein Gerüst mit einer Plane, das Kirchgänger offenbar vor herabfallenden Teilen schützen soll.

Die Kirche St. Sebastian am Gartenplatz wurde zwischen 1890 und 1893 im neogotischen Stil gebaut. Die katholische Kirche wird heute von der kroatischsprachigen Gemeinde genutzt. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Die letzte Renovierung der Kirche fand Anfang der 1990er Jahre anlässlich des hundertjährigen Jubiläums statt.

Ein Gerüst am Eingang schützt die Kirchgänger. Foto: Hensel
Ein Gerüst am Eingang schützt die Kirchgänger. Foto: Hensel

Die Initiatorin der Petition befürchtet nun eine Schließung der Kirche. „Die Schließung der St. Sebastian würde einen bedeutenden Verlust für unsere Gemeinschaft darstellen. Sie ist nicht nur ein geschichtsträchtiger Ort des Gebets, sondern auch ein Ort der Gemeinschaft und des sozialen Zusammenhalts“, heißt es im Petitionstext. Die Petition ist auf der Plattform Startnext zu finden: Petition St. Sebastian. Eine Anfrage des Brunnenmagazins zum Zustand der Kirche und zu den Plänen für die Zukunft ließ das zuständige Erzbischöfliche Ordinariat Berlin bisher unbeantwortet.

Andere Kirchen, gleiches Problem

Viele der 40.000 Kirchengebäude in Deutschland müssten eigentlich saniert werden. Gleichzeitig beklagen die Kirchen einen Rückgang der Gemeindemitglieder und fehlende Mittel für die Erneuerung der alten Bauwerke. Viele Kirchen stehen daher bereits leer. Im Gesundbrunnen betrifft das zum Beispiel die evangelische Stephanuskirche im Soldiner Kiez. Kürzlich hat es in der Kapelle der Versöhnung eine Veranstaltung zu dem Problem der sanierungsbedürftigen, teils leerstehenden Kirchen gegeben. Dabei wurde auch eine Initiative vorgestellt, die einen Erhalt der Gebäude für die Gemeinschaft, unabhängig von einer religiösen Nutzung, fordert (zum Kirchenmanifest). Mehr über die Kapellengespräche steht im Beitrag Kapellengespräche: Was wird aus den Kirchengebäuden?

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