Schiller-Bibliothek am Leo ist eröffnet

Die neue Schiller-Bibliothek wurde im Juli eröffnet. Sie ist ein Gewinn für den Wedding, brachte aber einen Verlust für das Brunnenviertel mit sich. Die einstige Kiezbibliothek in der Swinemünder Straße befindet sich nun auch im neuen Haus in der Müllerstraße nahe des Leopoldplatzes.

Die Schiller-Bibliothek in der Müllerstraße. Foto: Stephanie Esser
Die Schiller-Bibliothek in der Müllerstraße. Foto: Stephanie Esser

„Dobrodosly! Powitanie! Bem-vindo!“ In 22 Sprachen begrüßt ein Bildschirm die Besucherinnen und Besucher der Schiller-Bibliothek am Leopoldplatz. Der rechteckige Flachbau mit den versetzten Fensterfronten wurde im Juli eröffnet und bietet auf drei Etagen Raum für alle Generationen: eine Kinderbibliothek mit Vorleselandschaft im Erdgeschoss, Romane, Sachbücher und Zeitschriften für Erwachsene im ersten Stock und darüber die @hugo-Jugendmedienetage. Hier hat die ehemalige Hugo-Heimann-Bibliothek aus der Swinemünder Straße mitsamt ihren 37.000 Medien eine neue Heimat gefunden.

PC-Arbeitsplätze und Spielkonsolen

Die Schiller-Bibliothek hat 76 Arbeitsplätze, darunter 17 mit Computern. Es gibt kostenfreies drahtloses Internet, mehrere Spielkonsolen und zwei Sonic Chairs mit integriertem iPad sowie Docking-Station für eigene Smartphones. Neben Tablets und Whiteboards stehen auch Farbdrucker, Scanner und Kopierer zur Verfügung.

Arbeitsplatz in der Schiller-Bibliothek. Foto: Stephanie Esser
Arbeitsplatz in der Schiller-Bibliothek. Foto: Stephanie Esser

Auf allen Ebenen verleihen bunte Sofas, Sitzkissen und Stühle den Räumen mit den grauen Betonwänden Farbe. Die Besucherinnen und Besucher finden Platz für gemütliches Schmökern, konzentriertes Arbeiten oder einen Snack mit Heißgetränk im Lounge-Bereich. Von hier aus bietet sich ein Panoramablick auf den Platz vor der Alten Nazarethkirche und auf die belebte Müllerstraße.

Die Hugo-Heimann-Bibliothek ist zu

Was für den Müllerstraßen-Kiez ein Gewinn ist, ist für das Brunnenviertel ein Verlust. Auch wenn die Hugo-Heimann-Bibliothek seit 2011 nur noch provisorisch in einem viel zu kleinen Gebäude untergebracht war, war sie doch ein wichtiger Lern- und Begegnungsort im Kiez. Hier fanden Projekte für Jugendliche statt, Schülerinnen und Schüler bereiteten sich auf Prüfungen vor, Grundschulkinder kamen ohne Begleitung durch die autofreie Swinemünder Straße bis zur Bücherei.„Von der Lage her war es hier optimal“, sagt Fraidoon Naziri vom Quartiersmanagement Brunnenstraße.

Sitzen und Lesen in der Schiller-Bibliothek. Foto: Stephanie Esser
Sitzen und Lesen in der Schiller-Bibliothek. Foto: Stephanie Esser

Zwar fährt der 247er-Bus vom Brunnenviertel bis zum Leopoldplatz und damit beinahe vor die Haustür der neuen Bibliothek. Für die jüngeren Kinder und für weniger mobile Menschen ist ein Büchereibesuch jedoch verkehrstechnisch problematisch. Und auch die Jugendlichen aus dem Brunnenviertel werden die Schiller-Bibliothek wohl nicht mehr so stark in Anspruch nehmen wie die ehemalige Jugendmedienetage, vermutet Fraidoon Naziri.

Auf Bibliotheken aufmerksam machen

Deshalb hat das Quartiersmanagement bereits im Mai mit einer Flyeraktion auf die beiden nächstgelegenen Bibliotheken aufmerksam gemacht: die Philipp-Schaeffer-Bibliothek am Rosenthaler Platz in Alt-Mitte und die Bibliothek am Luisenbad im Soldiner Kiez. Der Flyer liegt im Stadtteilladen in der Swinemünder Straße 64 aus. Menschen mit Mobilitätseinschränkungen können auch den „Mobilen Bücherservice“ des agens e.V. in Anspruch nehmen.

Sessel in der Schiller-Bibliothek. Foto. Stephanie Esser
Sessel in der Schiller-Bibliothek. Foto. Stephanie Esser

Doch nach wie vor fehlen Nachmittagsangebote für Familien mit Kindern und für Jugendliche im Kiez. Um diese Lücke zu füllen, hat das Quartiersmanagement Brunnenstraße den Projektwettbewerb „Bibliothek mobil“ ausgeschrieben. Gefördert werden mobile Angebote zur Leseförderung, Lernbegleitung und die Stärkung des Bildungsstandorts Brunnenviertel. Bis Ende 2015 sollen diese Projekte umgesetzt werden. Damit das Brunnenviertel wieder Anschluss findet an Lernen, Lesen und Begegnung.

Gut zu wissen

Kostenloser mobiler Bücherservice für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen

  • Beratung, Auswahl, Ausleihe, Lieferung sowie fristgerechte Rückgabe von Medien
  • Unterstützung beim Bibliotheksbesuch durch den Mobilitätsdienst
  • Vorleseservice für Einzelpersonen oder Gruppen: privat oder in Senioreneinrichtungen
  • Vorstellung von Büchern und anderen Medien in sozialen und öffentlichen Einrichtungen
  • Annahme gebrauchter Bücher zur kostenlosen Weitergabe an Bedürftige

Kontakt: agens e.V., Wattstraße 11–13,13355 Berlin; Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 8–16.30 Uhr, Freitag 8–15 Uhr, Telefon: (030) 755 699 755, E-Mail: buecherservice-mitte@agens-berlin.de

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Der Beitrag ist im gedruckten Kiezmagazin „Zurück im Kiez“ enthalten, das im September 2015 erschienen ist. Weitere Artikel aus dem Heft sind hier zu finden: Neues Kiezmagazin: Zurück im Kiez.

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