Millionen fürs Sommerbad, Neues aus dem Rathaus und Streit um die Karstadt-Pläne: Das gibt es in dieser Ausgabe von „Wedding kurz & knapp“. Hier sind sechs kurze Meldungen aus Wedding und Gesundbrunnen.
Die Schlagzeilen am 25. September 2026
–> 4 Millionen Euro für das Sommerbad Humboldthain
–> Wer wird Bezirksbürgermeister in Mitte?
–> Karstadt-Netzwerk fordert sozialen Gegenwert
–> 362 Kilo Trauben für den Hauptstadtsekt
–> Wege im Schillerpark werden erneuert
–> Ausruferei startet auf dem Leopoldplatz

4 Millionen Euro für das Sommerbad Humboldthain
Das Sommerbad Humboldthain erhält vier Millionen Euro vom Bund für seine Sanierung. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat am 23. September die Liste der ausgewählten Projekte im Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten – Schwimmbäder“ beschlossen. Das teilte die Bundestagsabgeordnete Hanna Steinmüller (Grüne) mit.
Das Schwimmbadprogramm ist Teil der sogenannten „Sportmilliarde“, mit der der Bund die Sanierung und Modernisierung kommunaler Sportstätten unterstützt. Für Schwimmbäder stehen bundesweit 250 Millionen Euro zur Verfügung.
Die Sanierung des Sommerbads ist bereits länger geplant. Nach bisherigen Planungen soll das Bad von 2030 bis 2032 saniert werden und unter anderem ein Edelstahlbecken erhalten. Die Kosten wurden zuletzt mit rund 8,5 Millionen Euro angegeben. Im März war die Finanzierung noch offen. Das Brunnenmagazin berichtete über die Sanierungspläne.

Wer wird Bezirksbürgermeister in Mitte?
Nach dem Wahlsieg der Linken zeichnet sich ein Wechsel an der Spitze des Bezirksamts Mitte ab. Christoph Keller (Linke), bisher Jugendstadtrat, will Bezirksbürgermeister werden. Dafür braucht er allerdings eine Mehrheit in der neuen Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Keller kündigte nach der Wahl an, das bisherige „Miteinander über Unterschiede hinweg“ im Bezirksamt fortsetzen zu wollen.
Auch die Verteilung der sechs Posten im Bezirksamt zeichnet sich ab. Nach der üblichen Berechnung auf Grundlage des Wahlergebnisses könnte die Linke drei Posten, die Grünen zwei und die CDU einen erhalten. Die SPD wäre damit nicht mehr im Bezirksamt vertreten. Endgültig entschieden ist die Besetzung noch nicht. Die bisherige Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger (Grüne) hat bereits angekündigt, künftig als Stadträtin zur Verfügung zu stehen. Auch Christopher Schriner (Grüne) soll dem Bezirksamt erhalten bleiben. Remlinger schrieb auf Instagram, beide freuten sich auf ihre künftigen Aufgaben als Stadträte.
Noch offen ist, wer neben Keller die beiden weiteren Posten der Linken übernehmen soll. Auch bei der CDU ist die Personalfrage ungeklärt: Sie stellt derzeit mit Carsten Spallek und Benjamin Fritz zwei Stadträte, dürfte künftig aber nur noch einen Posten erhalten. Offen ist außerdem, wie die Geschäftsbereiche des neuen Bezirksamts verteilt werden.
Wann über das neue Bezirksamt entschieden wird, steht noch nicht fest. Die konstituierende Sitzung der neu gewählten BVV Mitte wird voraussichtlich Ende Oktober stattfinden. Ein genauer Termin steht nach Auskunft des Bezirksamts noch nicht fest. Er hängt unter anderem davon ab, wann sich das neu gewählte Abgeordnetenhaus konstituiert.

Karstadt-Netzwerk fordert sozialen Gegenwert
Das Karstadt Netzwerk am Leo kritisiert die neuen Pläne für das ehemalige Warenhaus am Leopoldplatz. Ende August hatte die Eigentümerin Versicherungskammer Real Estate ihr neues Konzept vorgestellt. Vorgesehen sind unter anderem Gewerbe, Labore und Wohnungen. Mietpreisgebundene Wohnungen soll es nicht geben. Das Brunnenmagazin berichtete über die neuen Pläne.
Das Netzwerk fordert in einer Stellungnahme auf Instagram nun einen „sozialen Gegenwert“, wenn für den Umbau neues Planungsrecht geschaffen wird. Dazu zählt es sozial gebundene Wohnungen, dauerhaft bezahlbare Gewerbemieten, mehr gemeinwohlorientierte Flächen und verbindliche Vereinbarungen. In der derzeitigen Form solle die Bezirksverordnetenversammlung dem Projekt nicht zustimmen, so die Forderung.
Das Netzwerk lädt am 1. Oktober von 19 bis 21 Uhr zu einem offenen Planungstreffen auf das Dach des Cittipoint-Centers in der Müllerstraße 141 ein. Das Treffen findet auf dem obersten Parkdeck (P4) statt, der Zugang erfolgt über den Fahrstuhl.

362 Kilo Trauben für den Hauptstadtsekt
362 Kilogramm Trauben wurden am 21. September auf dem Weinberg im Humboldthain geerntet – mehr als die 300 Kilogramm im vergangenen Jahr. Die Trauben werden in Achkarren am Kaiserstuhl zum Humboldthainer Hauptstadtsekt verarbeitet. Die Weintradition im Humboldthain reicht bis in die 1980er-Jahre zurück. Die ersten Rebstöcke kamen aus Achkarren. 2019 wurde der Weinberg neu bepflanzt; heute wächst dort die Rebsorte Souvignier gris.
Am Freitag, 9. Oktober, ab 16 Uhr laden der Bezirk Mitte und die Winzergenossenschaft Achkarren zu einem kleinen Weinfest in die Wiesenstraße 1c ein. Bei Wein, Sekt und kleinen Snacks können Besucherinnen und Besucher mehr über den Weinbau im Humboldthain erfahren. Der Eintritt ist frei.

Wege im Schillerpark werden erneuert
Im Schillerpark beginnen im Oktober umfangreiche Arbeiten an den Wegen. Das Straßen- und Grünflächenamt Mitte lässt mehrere Haupt- und Nebeneingänge sowie Wege rund um die Schülerwiese, hinter der Bastion und zur Schillerhöhe erneuern. Das teilte Bezirksstadtrat Christopher Schriner (Grüne) in der vergangenen Woche mit. Dabei werden wassergebundene Wegedecken und Asphaltflächen erneuert sowie Wegekanten repariert oder neu gesetzt.
Da der Schillerpark unter Denkmalschutz steht, sollen sich die Arbeiten an der historischen Gestaltung orientieren. Im Zuge der Arbeiten sollen außerdem 14 Krim- und Winter-Linden die Lindenallee an der Schülerwiese gepflanzt werden. Entlang der sanierten Wege werden zudem rund 100 weitere Sträucher und Gehölze ergänzt. Die Arbeiten sollen bis zum Sommer 2028 dauern. Nach Angaben des Bezirksamts Mitte investiert der Bezirk rund 1,4 Millionen Euro in die Erneuerung der Wege und die Aufwertung des Parks.

Ausruferei startet auf dem Leopoldplatz
Auf dem Leopoldplatz startet im Oktober das Kunstprojekt „Ausruferei“. Dafür werden Kleinanzeigen, Mitteilungen und andere Botschaften aus der Nachbarschaft gesammelt und anschließend öffentlich vor der Alten Nazarethkirche vorgelesen. Beiträge können in einen Briefkasten am Infopoint auf dem Leopoldplatz geworfen oder per Mail an post@ausruferei.de geschickt werden.
Eröffnet wird die Ausruferei am 4. Oktober um 13 Uhr. Vom 5. bis 31. Oktober lesen Ausruferinnen und Ausrufer die eingesandten Nachrichten in fünf Sprachen vor – werktags um 13 und 17 Uhr, am Wochenende um 13 Uhr. Statt eines Verstärkers kommt eine eigens angefertigte Flüstertüte zum Einsatz.
Die Ausruferei ist eines von drei Projekten, die in diesem Jahr als Artist Residencies Leopoldplatz ausgewählt wurden. Insgesamt hatten sich 36 Projekte beim Bezirksamt Mitte beworben. Für die drei ausgewählten Vorhaben stehen zusammen 30.000 Euro zur Verfügung. Finanziert wird das Programm aus Mitteln des Berliner Sicherheitsgipfels zur kulturellen Belebung des Leopoldplatzes.

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