Haussperling! Abrissstopp in der Burgsdorfstraße

Der Abriss der Problem-Immobilie in der Burgsdorfstraße 1 wurde in der vergangenen Woche teilweise gestoppt. „Es gibt einen Verdacht, dass dort Haussperlinge brüten“, sagt Bezirksamtssprecherin Jana Sczodrok. Dabei sollte der fast zwanzigjährige Kampf des Bezirks gegen die Gefährdung, die von dem Haus ausgeht, jetzt eigentlich beendet werden.

Das Haus Burgsdorfstraße 1 mit Bagger davor. Fotografiert wurde es am Freitag (18.7.) über den Bauzaun. Foto: Hensel
Das Haus Burgsdorfstraße 1 mit Bagger davor. Fotografiert wurde es am Freitag (18.7.) über den Bauzaun. Foto: Hensel

Der Ärger um das Haus Burgsdorfstraße 1 dauert seit mindestens 2004 an. Damals sperrte der Bezirk einen Seitenflügel des Hauses. Weil das Gebäude immer mehr zur Ruine wurde und eine Gefahrenquelle war, nahm der Bezirk 2007 zwangsweise weitere Sicherungen vor. Schließlich sperrte das Amt ab dem Jahr 2015 den Gehweg und ab dem 26. Oktober 2017 die Burgsdorfstraße. Ein Jahrzehnt lang zog sich der juristische Kampf hin, in dem der Bezirk durchsetzen wollte, dass das Haus abgerissen wird. Doch der Eigentümer, der mit der Instandhaltung der Immobilie überfordert ist, klagte gegen einen Abriss. Alle Gerichtsverfahren sind inzwischen beendet und es steht fest: Der Bezirk darf das Haus im Rahmen einer Ersatzvornahme abreißen. Ersatzvornahme bedeutet, dass der Bezirk den Abriss beauftragt und bezahlt und die Summe dann dem Eigentümer in Rechnung stellt.

Vor zwei Wochen teilte der zuständige Bezirksstadtrat Ephraim Gothe (SPD) mit, dass die Abbrucharbeiten am 10. Juli beginnen würden. Bis Anfang August sollte das Problemhaus abgetragen sein. Die Abrissbagger waren kaum in der Burgsdorfstraße angekommen, da tauchte das nächste Problem in dieser schier unendlichen Geschichte auf. Weil in dem Haus mit den zerbrochenen Fensterscheiben eventuell Haussperlinge brüten, stehen die Bauarbeiten still.

„Es wird nun ein Artenschutzfachbeitrag eingeholt, um ein umfassendes Bild der artenschutzrechtlichen Belange zu erhalten“, erklärt Bezirksamtssprecherin Jana Sczodrok auf Nachfrage des Brunnenmagazins. Die Brutzeit der Spatzen geht bis Mitte August. „Der Bezirk Mitte geht davon aus, dass die Abrissarbeiten anschließend in vollem Umfang fortgesetzt werden. Genaueres wird die artenschutzfachliche Einschätzung ergeben“, so die Sprecherin. Derzeit würden aber den Abriss vorbereitende Maßnahmen weiterhin stattfinden.

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Kommentare

  1. Avatar von Reinhard
    Reinhard

    Morjen

    ich komm aus dem Lachen nicht mehr raus… seit 20 Jahren dauert dieses Schauspiel und jetzt grätscht die Natur in Form von gewöhnlichen Spatzen dazwischen. Ey sowas kannst du dir nicht ausdenken….:)

    noch ein anderer Gedanke : hier wrid nun bis August gewartet bis die Brutzeit zu Ende ist – egal jetzt ist eh Ferienzeit – auf der anderen Seite werden riesige Windräder in die Natur einbetoniert damit anschließent 1000de von Vögeln aller Art von den Rotorblätter zerschreddert werden

    in diesem Sinne

  2. Avatar von Rolf

    Gut, dass wir auf unsere Spatzen aufpassen. Im Stadtzentrum von München sind sie mittlerweile ausgerottet, weil es da kein Grün mehr gibt (und keine Ruinen).

    1. Avatar von Dominique Hensel

      Du hast recht. Aber müssen die Spatzen hier brüten? Können die nicht etwas Haltung zeigen und sich in der Kolonie 10 niederlassen? Oder anderswo, wo sie dringend gebraucht werden? ;)

  3. Avatar von blissful2fdde19bf6
    blissful2fdde19bf6

    Unbesiegbare Sperlinge!

    Ich musste an Astérix denken, der zur Zeiten der zivilisatorischen Invasion durch die Römer sich in der letzten Ecke verschanzt hatte… und trotz der gewaltigen Übermacht der Gegenseite unbesiegbar blieb.

    ;-) Gruß Alain

  4. Avatar von Michael Destiny
    Michael Destiny

    Ich finde es unfassbar…🙄 – Erst Brüten Vögel dort… Dann soll man den Baum Retten der auf dem Dach wächst… Dann soll man die Dokumente die sich noch im Haus Inneren befinden Retten und gesondert vernichten wegen Datenschutz… Also Drohnenaufnahmen und Begehung zeigen ganz klar das es keine Vogel Nester gibt. Es gibt nach über 20 Jahren leerstand kaum Vogelkot im Gebäude Innerem weil Vögel den Geruch von Hausschwamm nicht mögen weshalb die Vögel lediglich an den Fenstern sitzen aber nicht ins Gebäude Innere. Das Gebäude sieht innen natürlich sehr verkommen aus aber ist von Kot und Nestern nach so vielen Jahren unfassbar gut verschont worden. Ganz im Gegenteil zum Gebäude in der Chausseestraße welches ich selbst als „Das XXL-Vogelhaus“ genannt habe in vielen meiner Videos. Bereits im Erdgeschoss 2cm Vogelkot Schicht. Da gibt es unfassbar viele Nester und keinen Interessiert es…Aber in der Burgsdorfstraße ist das Interesse groß… verstehe ich nicht…

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