Der Abriss der Problem-Immobilie in der Burgsdorfstraße 1 wurde in der vergangenen Woche teilweise gestoppt. „Es gibt einen Verdacht, dass dort Haussperlinge brüten“, sagt Bezirksamtssprecherin Jana Sczodrok. Dabei sollte der fast zwanzigjährige Kampf des Bezirks gegen die Gefährdung, die von dem Haus ausgeht, jetzt eigentlich beendet werden.

Der Ärger um das Haus Burgsdorfstraße 1 dauert seit mindestens 2004 an. Damals sperrte der Bezirk einen Seitenflügel des Hauses. Weil das Gebäude immer mehr zur Ruine wurde und eine Gefahrenquelle war, nahm der Bezirk 2007 zwangsweise weitere Sicherungen vor. Schließlich sperrte das Amt ab dem Jahr 2015 den Gehweg und ab dem 26. Oktober 2017 die Burgsdorfstraße. Ein Jahrzehnt lang zog sich der juristische Kampf hin, in dem der Bezirk durchsetzen wollte, dass das Haus abgerissen wird. Doch der Eigentümer, der mit der Instandhaltung der Immobilie überfordert ist, klagte gegen einen Abriss. Alle Gerichtsverfahren sind inzwischen beendet und es steht fest: Der Bezirk darf das Haus im Rahmen einer Ersatzvornahme abreißen. Ersatzvornahme bedeutet, dass der Bezirk den Abriss beauftragt und bezahlt und die Summe dann dem Eigentümer in Rechnung stellt.
Vor zwei Wochen teilte der zuständige Bezirksstadtrat Ephraim Gothe (SPD) mit, dass die Abbrucharbeiten am 10. Juli beginnen würden. Bis Anfang August sollte das Problemhaus abgetragen sein. Die Abrissbagger waren kaum in der Burgsdorfstraße angekommen, da tauchte das nächste Problem in dieser schier unendlichen Geschichte auf. Weil in dem Haus mit den zerbrochenen Fensterscheiben eventuell Haussperlinge brüten, stehen die Bauarbeiten still.
„Es wird nun ein Artenschutzfachbeitrag eingeholt, um ein umfassendes Bild der artenschutzrechtlichen Belange zu erhalten“, erklärt Bezirksamtssprecherin Jana Sczodrok auf Nachfrage des Brunnenmagazins. Die Brutzeit der Spatzen geht bis Mitte August. „Der Bezirk Mitte geht davon aus, dass die Abrissarbeiten anschließend in vollem Umfang fortgesetzt werden. Genaueres wird die artenschutzfachliche Einschätzung ergeben“, so die Sprecherin. Derzeit würden aber den Abriss vorbereitende Maßnahmen weiterhin stattfinden.
Weiterlesen zum Thema
Das Brunnenmagazin verfolgt den Fall schon länger. Hier sind weitere Beiträge zu dem Thema:
- Vorschlag: Burgsdorfstraße dauerhaft sperren (veröffentlicht am 14. April 2025)
- Abriss in der Burgsdorfstraße 1 naht (erschienen am 22. Februar 2025)
- Abriss in der Burgsdorfstraße aufgeschoben (erschienen am August 2023)
- Burgsdorfstraße: Erfolg nach Klagemarathon (erschienen am 4. Februar 2023)

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