Abriss oder Rettung der Fischerpinte? Kommt das Parkcafé Rehberge noch vor der Wahl zurück? Und soll das Sprayen an Mittes einziger legaler Graffitiwand künftig verboten werden? Nach der Sommerpause stehen in der Bezirksverordnetenversammlung Mitte am Donnerstag, 17. September, gleich mehrere umstrittene Themen aus Wedding und Gesundbrunnen auf der Tagesordnung.
aktualisiert am 16. September 2026

Fischerpinte: Wie geht es am Plötzensee weiter?
Besonders gespannt dürfte die Debatte über die Fischerpinte am Plötzensee verfolgt werden. Nach dem Tod des Pächters ist der beliebte Bootsverleih mit Lokal geschlossen. Wie es mit dem Ort weitergeht, ist derzeit offen. Grundsätzlich endet die Erlaubnis für den Gewerbebetrieb im Landschaftsschutzgebiet mit dem Tod des Pächters. Im Wedding gibt es allerdings Menschen, die sich für einen Erhalt einsetzen. Ehemalige Stammgäste haben dafür sogar einen Verein gegründet.
Die Linke hat die Zukunft der Fischerpinte mit einer großen Anfrage auf die Tagesordnung gesetzt. Dabei geht es um verschiedene Möglichkeiten: Ist ein Weiterbetrieb möglich? Unter welchen Bedingungen? Oder wird der Bezirk die Fischerpinte abreißen lassen? Auch die Idee eines frei zugänglichen Aussichtspunktes steht im Raum.

Parkcafé Rehberge: Entscheidung vor der Wahl?
Das Problem mit dem Parkcafé Rehberge könnte kurz nach der BVV bereits gelöst sein. Der Initiative zur Wiederbelebung des Cafés fehlt formal noch die Vereinbarung über das künftige Nutzungsentgelt für die bezirkseigene Immobilie. Die übrigen Hürden seien bereits genommen. Weil der Bezirk lediglich ein symbolisches Nutzungsentgelt ansetzen möchte, musste auch die Senatsverwaltung für Finanzen zustimmen. Diese Unterschrift liegt nun vor.
Wie die Initiative heute mitteilte, soll sie den Vertrag am Freitag in der kommenden Woche ebenfalls unterzeichnen können. Vorgesehen ist ein jährliches Nutzungsentgelt von 500 Euro.
Bei einem Bürgergespräch hatte sich der zuständige Stadtrat zuletzt zuversichtlich gezeigt, dass die Vereinbarung noch vor Ende der Legislaturperiode geschlossen werden könnte – also vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus am 20. September. Sollte der Vertrag nun tatsächlich unterzeichnet werden, hätte das Parkcafé Rehberge eine wirkliche Öffnungsperspektive. Ob der CDU-Antrag „Quo vadis Parkcafé Rehberge?“ für die BVV nun bereits überholt ist? Er unterstreicht jedenfalls die überparteiliche Unterstützung für die Parkcafé-Initiative.

Nordbahnhofpark: Streit um die Graffitiwand
Auch um die Graffitiwand im Nordbahnhofpark dürfte es kontrovers werden. Die Graffiti Lobby Berlin will die Debatte aufmerksam verfolgen. Bereits vor der Sommerpause hatte sie darauf hingewiesen, dass die CDU das Sprayen in der North Side Gallery verbieten möchte. Die Partei begründet ihren Vorstoß unter anderem mit Müll und dem Besprühen von Parkmobiliar und hält das Projekt für gescheitert. Der Verbotsantrag ist seit Mai im Bezirk anhängig und wurde inzwischen im zuständigen Ausschuss beraten und mehrheitlich beschlossen. Nun steht er auf der Tagesordnung der BVV.
Neben diesen drei Themen geht es am Donnerstag um zahlreiche weitere Fragen aus Wedding und Gesundbrunnen. Dazu gehören die Arbeiten in der Burgsdorfstraße, die Zukunft des VikiCampus in der Behmstraße und die Situation am S- und U-Bahnhof Wedding. Auch um die Maxstraße 6, den Wohnungsbau am Volkspark Humboldthain, sichere Schulwege im Brunnenviertel und die Aufenthaltsqualität am Franziska-Bereit-Platz geht es in Anträgen und Anfragen.
Viele Themen aus dem Wedding
Weitere Themen sind ein Hundeauslaufgebiet für den Wedding, die künftige Gestaltung von Wandflächen, die Wiederöffnung der Antwerpener Straße, Parkplätze am Friedhof in der Seestraße und das Gerüst an der Brüsseler Straße 19. Auf der Tagesordnung stehen außerdem die Unterstützung des genossenschaftlichen Supermarkts SuperCoop sowie mehrere Anträge zur orthodoxen Kirche Mor Izozoel am Weddingplatz.
Die Tagesordnung ist allerdings lang. Erfahrungsgemäß werden deshalb nicht alle Punkte in der Sitzung tatsächlich beraten. Die BVV Mitte tagt am Donnerstag, 17. September, ab 17.30 Uhr im BVV-Saal des Rathauses Mitte in der Karl-Marx-Allee 31. Die Sitzung ist öffentlich und wird im Live-Stream übertragen.
Diese Themen stehen außerdem auf der Tagesordnung:
- Nachfragen zu den Arbeiten an der Burgsdorfstraße (Einwohnerfragestunde)
- Wie steht es um die Zukunft des VikiCampus in der Behmstraße? (Anfrage, Die Linke)
- Müllablagerungen am Dohnagestell – Videoaufklärung (Anfrage, CDU)
- Soziale Bedarfe zusammendenken! Für ein transparentes Verfahren zur Nutzung der
- gemeinwohlorientierten Fläche im ehemaligen Karstadt-Gebäude (Anfrage, SPD)
- Situation am S- und U-Bahnhof Wedding (Antrag, CDU)
- Mieter*innen der Maxstraße 6 schützen (Antrag, Die Linke)
- Wohnungsbau am Volkspark Humboldthain ermöglichen (Antrag, FDP)
- Entsiegelung und Steigerung der Aufenthaltsqualität des Franziska-Bereit-Platzes (Antrag, Bündnis 90/Die Grünen)
- Ein Hundeauslaufgebiet für den Wedding (Antrag, Bündnis 90/Die Grünen)
- Antwerpener Straße wieder öffnen! (Antrag, CDU)
- Unterstützung des Genossenschaftlichen Supermarkt SuperCoop (Antrag, Die Linke)

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