Neustart für die Jugendverkehrsschule

Sicher Fahrradfahren – das können Kinder im Stadtteil in der Jugendverkehrsschule Gottschedstraße. Doch das alte Gebäude aus den 1970er Jahren soll abgerissen werden, ein Neubau ist geplant. Im Frühjahr haben Stadtrat Benjamin Fritz und Kevin Krüger vom Schul- und Sportamt die Pläne präsentiert. In diesem Beitrag geht es um Visionen und deren Grenzen.

Etwa 20 Schulen im Umkreis nutzen die Jugendverkehrsschule (JVS) für die Verkehrserziehung und Radfahrprüfung ihrer vierten Klassen. Außerhalb der Schulzeiten können Kinder bis 14 Jahre die JVS für das „freie Fahren“ nutzen. Unter Anleitung sollen sie auf spielerische Weise lernen können, sich sicher im Straßenverkehr der Großstadt zu bewegen.

Die Jugendverkehrsschule in der Gottschedstraße ist in die Jahre gekommen. Foto: Sulamith Sallmann
Die Jugendverkehrsschule in der Gottschedstraße ist in die Jahre gekommen. Foto: Sulamith Sallmann

Schleichender Verfall

Bausubstanz, Wasserleitungen, Heizung und Elektrik des Bestandsgebäudes in der Gottschedstraße sind inzwischen so marode, dass die JVS nur von April bis Oktober betrieben werden kann. „Vor allem Eltern haben sich bei uns immer wieder über den schlechten Zustand der JVS beschwert“, berichtet Sükran Altunkaynak, Leiterin des Quartiersmanagements Pankstraße.

Das Quartiersmanagement (QM) kennt den dringenden Wunsch einer Modernisierung von Gebäude und Wegelandschaft auf dem Gelände seit 2019, die entstandenen Pläne gibt es bereits seit 2023. Nachdem die bewilligten Fördermittel, die das QM beantragt hatte, nun zu verfallen drohten und der Quartiersrat des QM Pankstraße vehement Druck gegenüber dem Bezirk gemacht hatte, kam Tempo in den Prozess.

Viele Wünsche, wenig Platz

In mehreren Beteiligungsrunden wurden weitere Bedarfe benannt: Workshops und Schulungen rund um Straßenverkehr (Umgang mit E-Rollern und Lastenrädern, Fahrradreparaturen), Fahrradfahren für Erwachsene und Senioren, grüne Flächen mit der Möglichkeit von Urban Gardening, ein Kinder- und Jugendtreff mit Freizeit- und Bewegungsangeboten sowie Nachhilfe und ein Raum für Kinderturnen (vor allem für Kitas). Besonders wichtig ist der Wunsch nach einem Nachbarschaftscafé als Treffpunkt für alle Generationen mit vielfältigen Angeboten für die Nachbarschaft.

Bei der Präsentation des Planungsstandes wurde klar, im neuen Haus werden nicht Wünsche Platz finden: Entstehen soll ein zweigeschossiges Gebäude mit einfachem Baukörper und maximal möglicher Grundfläche (etwa 13 mal 32 Meter). Die Fördermittel reichen aktuell nur für zwei Geschosse. Das ruft Kritik hervor, denn klar ist: Das Haus ist für die Bedarfe zu klein. Bei der Bauplanung wird jedoch berücksichtigt, dass der Neubau weiter aufgestockt werden kann. Dieser Blick nach vorne ist durchaus positiv!

Detail an der Jugendverkehrsschule. Foto: Sulamith Sallmann
Detail an der Jugendverkehrsschule. Foto: Sulamith Sallmann

Erste konkrete Planungen

Das Raumprogramm sieht eine ebenerdige Garage und Werkstatt für die JVS mit Lager und Technikraum vor. Ein Mehrzweckraum und eine Teeküche im Erdgeschoss könnten später als Kiezcafé genutzt werden. Im Obergeschoss sind zwei große Räume geplant: Ein Unterrichtsraum sowie ein Mehrzweckraum mit Lager. Letzterer könnte der Bewegungsraum werden. Ein Aufzug für den barrierefreien Zugang ist eingeplant.

Die genaue Anordnung der Räume wird erst mit dem Architektenentwurf festgelegt: Bauplanung und Baubeginn sollen 2027 erfolgen. Die Fertigstellung des Neubaus wurde für Ende 2028/Anfang 2029 in Aussicht gestellt. Im Anschluss sollen die Außenanlagen mit den Fahrbahnstreifen wiederhergestellt werden.

Übergabe an das neue Quartiersmanagement

Tatsächlich wird ab 2028 das neue Quartiersmanagement Nauener Platz eingerichtet. Die Jugendverkehrsschule liegt mitten im Gebiet. Es ist quasi schon gesichert, dass die Akquise von Fördermitteln für die Gebäude-Aufstockung gelingt.

Die Durchführung der Angebote im neuen Haus sollen hauptsächlich Vereine oder Kiez-Initiativen ehrenamtlich übernehmen, so die erste Konzeptidee des Bezirksamtes. Noch offen ist, ob der derzeitige Träger (Wendepunkt gGmbH) neben den Aufgaben für die JVS auch die Nachbarschaftsarbeit und das Raum-Management übernehmen wird.

Hinweis in der Gottschedstraße: hier ist die Jugendverkehrsschule. Foto: Sulamith Sallmann
Hinweis in der Gottschedstraße: hier ist die Jugendverkehrsschule. Foto: Sulamith Sallmann

Fortsetzung folgt

Der Neubau der Jugendverkehrsschule Gottschedstraße wird damit das letzte große Bauprojekt sein, das das Quartiersmanagements Pankstraße zum Abschluss bringen wird. Das QM-Team wird seine Arbeit Ende Dezember 2027 wie geplant beenden, weil das Förderprogramm in dem Gebiet endet. Sükran Altunkaynak wird die Weiterentwicklung der Jugendverkehrsschule an das neue Quartiersmanagement Nauener Platz abgeben: Fortsetzung folgt!

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