Die Sanierung der Stephanuskirche beginnt, die BSR übernimmt die Reinigung von drei Weddinger Parks, zwei neue Quartiersmanagements kommen – und mehr. Wedding kurz & knapp: Hier sind die wichtigsten Meldungen aus Wedding und Gesundbrunnen.

Sanierung der Stephanuskirche startet im Herbst
Die seit langem geplante Sanierung der Stephanuskirche im Soldiner Kiez beginnt im Herbst. Das bestätigten Pfarrer Thomas Jeutner und Zora Block von der Evangelischen Kirchengemeinde am Gesundbrunnen im Gespräch mit dem Brunnenmagazin. Block ist innerhalb der Gemeinde seit rund einem Jahr unter anderem für das Sanierungsprojekt zuständig.
Das baufällige Gebäude in der Prinzenallee ist ein wichtiger Orientierungs- und Identifikationspunkt im Stadtteil. Der Sanierungsbedarf ist groß: Die Heizung ist kaputt, das Dach muss neu gedeckt werden. Die Bauarbeiten gelten als umfangreich und kompliziert, unter anderem weil die Kirche unter Denkmalschutz steht. Fördermittel vom Land Berlin und vom Bund wurden bereits eingeworben. Die Kosten werden mehrere Millionen Euro betragen, genauere Angaben macht die Kirchengemeinde nicht.
Im Herbst startet zunächst die Außensanierung der Kirche aus der Gründerzeit. Jeutner und Block betonen jedoch, dass auch im Inneren eine Modernisierung nötig sei. Die Stephanuskirche werde deshalb für längere Zeit eine Baustelle bleiben. Pfarrer Jeutner sieht das dennoch positiv. „Die Kirche ist eine Ikone im Wedding. Es ist ein riesiges Privileg, einen solchen Kulturschatz erhalten zu können“, sagt er.
Nach Abschluss der Sanierung soll die Kirche nach den Plänen der Gemeinde künftig als Kulturort genutzt werden. Hintergrund ist, dass die Kirchengemeinde mit St. Paul, der Himmelfahrtkirche und der Kapelle der Versöhnung bereits drei weitere Standorte unterhält und die Zahl der Mitglieder sinkt. Der Kulturort soll von einem externen Träger betrieben werden. Einen Interessenten soll es dem Vernehmen nach bereits geben, Details nennt die Gemeinde aber nicht.
Parkreinigung: BSR übernimmt drei Parks im Wedding
Ab 1. Juni übernimmt die Berliner Stadtreinigung (BSR) die Reinigung von drei Grünflächen im Wedding. Betroffen sind der Sparrplatz, der Sprengelpark und der Pekinger Platz. Ab Sommer sorgt das kommunale Unternehmen regelmäßig für saubere Wege und Müllbehälter. Das berichtete Marcus Baur beim Podiumsgespräch beim Aktionstag der AG Sauberer Kiez am 28. März. Baur ist Leiter des Regionalzentrums der Reinigung bei der BSR. Für den Sprengelkiez bedeutet das: weniger Müll, saubere Spielplätze und Wege. Das Publikum des Podiumsgesprächs unter dem Titel „Sauberer Sprengelkiez – Ein Traum?“ quittierten diese Nachricht mit spontanem Applaus.

Bewerben für den Girl’s Day im Bundestag
Die Weddinger Bundestagsabgeordnete Hanna Steinmüller (Grüne) lädt Mädchen ab der 7. Klasse zum diesjährigen Girl’s Day am 23. April in den Deutschen Bundestag ein. Bewerben können sich Mädchen, die in Mitte wohnen oder dort zur Schule gehen und die wissen möchten, wie es ist, als Frau in der Politik zu arbeiten. Teilnehmerinnen begleiten die Bundestagsabgeordnete und ihr Team durch den Arbeitsalltag im Bundestag und können Fragen stellen. Interessentinnen können sich bis zum 7. April per E-Mail an hanna.steinmueller.wk@bundestag.de wenden und schildern, warum sie teilnehmen möchten. Weitere Informationen zum Girl’s Day gibt es unter www.girls-day.de.
Frühjahrsputz im Afrikanischen Viertel am 17. April
Das Bezirksamt ruft am 17. April zum Frühjahrputz im Afrikanischen Viertel auf. Damit beteiligt sich das Amt an der stadtweiten Aktion „Zusammen ist besser – Berlin räumt auf“ des rbb-Radiosenders 88.8. Die Aktion im Wedding wird vom Ordnungsamt organisiert und findet von 11 bis 18 Uhr statt. Treffpunkt ist die Kreuzung Kameruner Straße/Togostraße.
Vor Ort steht die Soko Müll des Ordnungsamtes für Fragen rund um das Thema illegale Müllablagerung zur Verfügung. Auch die Taskforce Schrottfahrräder ist im Einsatz. Wie Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger (Grüne) mitteilt, erhalten alle Freiwilligen als Dankeschön einen kostenlosen Kaffee.
Zur besseren Planung wird vorab eine kurze E-Mail mit der Anzahl der Teilnehmenden erbeten (ordprojekte@ba-mitte.berlin.de). Der Frühjahrputz ist Teil der Bezirkskampagne „Mitte macht sauber“

Neues Kino Arsenal: Testvorführung für Nachbarschaft
Am 3. Mai eröffnet ein neues Kino im Wedding: Das Kino Arsenal, das vor einem Jahr am Potsdamer Platz schließen musste, zieht mit seinem Spielbetrieb ins Silent Green Kulturquartier. Vor der offiziellen Eröffnung lädt das Team die unmittelbare Nachbarschaft zu einer Testvorführung mit einem Überraschungsfilm ein. Diese findet am 22. April um 18 Uhr im Kino Arsenal, Plantagenstraße 30, statt. Teilnehmen können alle Weddinger:innen mit Wohnsitz in den Postleitzahlgebieten 13347, 13349, 13351, 13353 und 13357. Interessierte melden sich per E-Mail an invite@arsenal-berlin.de und geben ihre Postleitzahl sowie das Datum und die Uhrzeit der Vorstellung (22. April, 18 Uhr) an. Die Sitzplätze sind begrenzt und werden nach Eingang der Anmeldungen vergeben.

Vineta-Grundschule: Mittagessen bald in der Aula
Die Kinder der Vineta-Grundschule im Brunnenviertel haben keine richtige Mensa, sondern nur zwei kleine Essensräume zur Verfügung. Mit der Einführung des kostenfreien Mittagessens in Berlin im Jahr 2019 stieg der Bedarf sprunghaft an, und die Kapazitäten reichten nicht mehr aus. Übergangsweise sind die Kinder ins benachbarte Olof-Palme-Zentrum ausgewichen. Aktuell essen die unteren Klassen in Schichten in den vorhandenen Räumen, die 5. und 6. Klassen bekommen nur Lunchpakete. Nach den Osterferien soll sich diese Situation verbessern: Wie Bezirksstadtrat Benjamin Fritz (CDU) beim Kiezgespräch am 23. März auf dem Campus im Brunnenviertel erklärte, liegen nun alle nötigen Genehmigungen vor, damit das Mittagessen für alle in der Aula stattfinden kann.
Die Kinder hatten beim Kiezgespräch mit Plakaten und Wortmeldungen für ein warmes und frisches Mittagessen geworben. „Das gibt uns die Kraft für den restlichen Schultag“, betonte das Schülerparlament. Langfristig soll die alte Schulturnhalle umgebaut werden – dann entsteht eine richtige Mensa, die zugleich auch für Veranstaltungen der Nachbarschaft genutzt werden kann, ergänzte Stadtteilkoordinator Jochen Uhländer.

Zwei neue Quartiersmanagements im Wedding ab 2028
Ab 2028 werden in Berlin elf neue Quartiersmanagement-Gebiete (QM) eingerichtet. Auch im Wedding entstehen zwei geförderte Gebiet rund um den Nauener Platz und zwischen Reinickendorfer Straße und S-Bahnhof Humboldthain (Südpankepark). Das hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen am 26. März mitgeteilt. Das Städtebauförderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ unterstützt Quartiere mit besonderen sozialen Herausforderungen. Gefördert werden Baumaßnahmen, sozio-integrative Projekte und die Arbeit vor Ort durch ein QM-Team, das Nachbarschaftsaktivitäten, Netzwerke und lokale Projekte begleitet.
Bestehende QM-Gebiete wie Soldiner Straße und Pankstraße werden über das neue „Quartiersmanagement light“ weitergeführt und bleiben als Anlaufstellen für Initiativen und Nachbar:innen bestehen. Derzeit gibt es in Wedding und Gesundbrunnen vier QM-Gebiete: Badstraße, Soldiner Straße, Pankstraße und Brunnenstraße. Bis auf Badstraße laufen die Förderungen Ende 2027 aus.
Wo die beiden neuen QM-Gebiete liegen, ist in einer Anlage zum Bezirksamtsbeschluss 1145/2026 zu sehen.
Umbau der Swinemünder Straße stockt wegen Brandschutzproblemen
Der Umbau der Swinemünder Straße zwischen Rügener Straße und Swinemünder Brücke verzögert sich bereits seit Jahren. Im Februar bestätigte das Bezirksamt auf Nachfrage des Brunnenmagazins eine weitere Verschiebung des Projekts. Als Gründe nannte es unter anderem Probleme mit dem Brandschutz. Beim Kiezgespräch am 23. März auf dem Campus im Brunnenviertel erklärte Bezirksstadtrat Christopher Schriner (Grüne) die Hintergründe.
„Wenn wir die Planung jetzt umsetzen würden, wäre bei den Häusern der zweite Rettungsweg nicht gesichert. Die Feuerwehr könnte bei einem Brand nicht anleitern, weil die Bäume inzwischen zu groß sind“, erklärte der Stadtrat. Dieses Problem bestehe nicht nur im Brunnenviertel, sondern stadtweit, so Schriner. Deshalb habe er das Thema an die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung weitergegeben, die eine Lösung für die gesamte Stadt finden soll. Eine Entscheidung liege bisher jedoch noch nicht vor – solange steht das Projekt still.
Zudem seien die Pläne bereits älter, die Bürgerbeteiligung stammt aus dem Jahr 2018. „Möglicherweise muss dieser Bereich grundsätzlich neu gedacht werden, weil die Pläne veraltet sind“, sagte Schriner. Ein baldiger Umbau des Straßenabschnitts ist daher nicht zu erwarten.

Mehr Wedding kurz & knapp
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