JuPoint zieht um: Neuer Freiraum für Kinder und Jugendliche

Drei Jahre lang war der frühere Sportplatz des Diesterweg-Gymnasiums in der Putbusser Straße ein Freiraum für Kinder und Jugendliche sowie ein Platz für gemeinschaftliches Gärtnern. Vor Kurzem ist der sogenannte JuPoint umgezogen.

Neues Zuhause für den JuPoint: Der Umzug beginnt. Video: Caiju e.V.

Mit Hochbeeten und selbstgebauten Aufbewahrungscontainern, mit Bällen, Grill und Öko-Klo sind die Helferinnen und Helfer einmal um die Eck gelaufen. Die Umzugskarawane fand ihren neuen Freiraum auf dem ehemaligen Schulhof der leerstehenden Schule, der noch mit einem im Kiez viel diskutierten Bauzaun umgeben ist. Wie sich das Projekt JuPoint dort entfalten und weiterentwickeln kann, muss sich noch zeigen. Per Traasdahl vom Träger Caiju e.V. ist jedenfalls zuversichtlich, dass auch am neuen Ort ein Mehrwert für die Kiezgemeinschaft entstehen kann.

JuPoint zieht um

Im Moment braucht es noch etwas Fantasie, um sich auf dem alten Schulhof einen Ort für Kinder und Jugendliche vorzustellen. Wie ein Geist steht die alte, orangefarbene Schule im Brunnenviertel. Drumherum hat allerlei Grünes die brachliegende Fläche zurückerobert. Dazu hat der JuPoint nun seine Bauten gestellt, die selbstgezimmerten Hochbeete, Bälle, Abdeckungen, Holz, das Material für spätere Bauaktionen ist. Auf dem Smartphone zeigt Per Traasdahl, wie es aussieht, wenn Feuer in der Feuerschale brennt und wenn Jugendliche hier aktiv werden. Schaut man sich die Bilder an, entsteht eine Ahnung, warum Per Traasdahl Zuversicht empfindet.

Ein Freiraum für Kinder und Jugendliche

Der JuPoint war 2022 auf dem alten Sportplatz gestartet. „Es gab damals viele Akteure, die sich für das Gelände und die Schule eingesetzt haben, aber nichts hat geklappt“, sagt Per Traasdahl. Die Idee seines Vereins war daher nur, das Gelände zu nutzen, nicht das Gebäude. Der dachte, dass das einfacher möglich gemacht werden kann – und er hatte recht.

Ganz niedrigschwellig war das Angebot angelegt, der Zugang zum Sportplatz war über ein Zahlenschloss geregelt. „Wir haben über 60 Gruppen auf dem Sportplatz gehabt, alles über den Self-Check-in“, sagt Traasdahl. „Bei uns gelten etwas andere Spielregeln. Wir wollen Jugendlichen hier im Brennpunkt Raum geben und wir arbeiten sehr viel mit Vertrauen“, sagt er.

Wer sich beim JuPpoint eingecheckt hat, konnte die Fläche für verschiedene Aktivitäten in der Gruppe nutzen. Ob Sportangebote, Gartengruppe wöchentlicher Fußball, Bollywoodtanzen – vieles haben die Jugendlichen hier ausprobiert. „Einige Rapper aus dem Wedding haben hier ein Video gedreht“, erzählt Per Traasdahl.

Kooperation mit der Ernst-Reuter-Oberschule

Dass das Projekt den Sportplatz verlassen musste, liegt an den Planungen des Bezirksamts. Auf dem Sportplatz soll eine Modulschule entstehen, die einem Teil der Schülerinnen und Schüler der Ernst-Reuter-Oberschule (ERO) Platz bietet. Die ERO selbst soll saniert werden, weshalb ein Teil der Schule für fünf Jahre ausgelagert wird. Mit dem Bezirk konnte Caiju e.V. vereinbaren, dass der neben dem Sportplatz liegende ehemalige Schulhof der Ausweichstandort für den JuPoint wird. Dabei ist eine enge Zusammenarbeit mit der ERO vereinbart, denn die Schule wird den alten Schulhof ebenfalls nutzen – als Pausenraum für den Ausweichstandort.

Eine grundlegende Idee für die Koexistenz gibt es bereits: „Nach 16 Uhr und am Wochenende können wir den Platz bespielen und mit Self-Check-in nutzen.“ Dabei stellt sich Per Traasdahl vor, dass Schule und JuPoint nicht nur Nachbarn werden, sondern kooperieren. „Wir können auch anbieten, mit den Schülern zu arbeiten, etwa zu den Themen Stadtökologie, Regenwassernutzung, Hochbeetnutzung“, sagt er. Mit dem Schulleiter der ERO stehe er dafür im guten Austausch. Traasdahl hofft, dass durch die Mehrfachnutzung „eine gute Dynamik entsteht“ und „der Übergang fließend wird“.

Zukunftspläne und Fördermittel

Noch sieht der neue JuPoint ein wenig provisorisch aus. „Wir haben uns jetzt erstmal rübergerettet. Im Frühling geht es hier dann weiter“, sagt Traasdahl. Neue Ideen gebe es bereits. Etwa könnte aus dem ehemaligen Tiny House des Olof-Palme-Zentrums ein „Dorf auf Rädern“ werden. Bis Frühjahr 2027 wird der JuPoint noch mit Mitteln aus dem Programm „Sozialer Zusammenhalt“ vom Quartiersmanagement Brunnenstraße gefördert. Für die Zeit danach hofft Per Traasdahl darauf, dass die Schule und der Bezirk den JuPoint weiter erhalten. Dabei bleibt laut Traasdahl das Grundanliegen immer gleich: „Wir wollen die Türen für die Jugend öffnen.“

Dieser Text wurde von einem Menschen geschrieben.

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Kommentare

  1. Avatar von Nadine Kurz

    Danke ans Brunnenmagazin für die ausführliche Darstellung von JuPoint.
    Mit dem erfolgreichen Umzug auf den Schulhof können wir die ersten drei Jahren mit JuPoint abrunden und zuversichtlich ins neue Jahr blicken.
    Alle bisherigen Gruppen bitten wir um Geduld bis es – voraussichtlich – im Frühling wieder losgeht.
    Weitere Interessent:innen für gemeinschaftliche Nutzungen sind willkommen, sich ab jetzt schon zu melden unter info@jupoint.de, um Ideen und Möglichkeiten zu besprechen.

    Mit guten Neujahreswünschen vom Caiju JuPoint-Team

  2. Avatar von Monika Barth
    Monika Barth

    Danke für den Bericht, so erfahren die Nachbarn was hinterm Blechzaun los ist.

    1. Avatar von Dominique Hensel

      Irgendwann soll der Zaun ja auch weg, dann kann man es besser sehen. Oder zumindest Fenster zum Schulhof durch den Zaun soll es geben, wenn ich es richtig verstanden habe.

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