Im Wedding ist einiges in Bewegung: Rossmann kündigt seine Eröffnung in der Brunnenstraße an, Sportplätze werden wegen Eichenprozessionsspinnern gesperrt und der Panke Parcours fällt erneut aus. Außerdem gibt es gute Nachrichten für das City Kino Wedding, neue Kulturtermine und Chancen für gemeinnützige Projekte. Hier kommen die Wedding-News „Wedding kurz und knapp“ mit acht kurzen Meldungen aus Wedding und Gesundbrunnen.
Die Schlagzeilen
Rossmann eröffnet im August in der Brunnenstraße | Eichenprozessionsspinner: Bezirk sperrt Sportplätze | Kein Panke Parcours in diesem Jahr | Kinoprogrammpreis fürs City Kino Wedding | Sommerkonzerte an der Bernauer Straße | Hip-Hop und Gärtnern im Schul-Umwelt-Zentrum | Friedhofsgeschichte: Zeitzeugen gesucht | Bewerbungsphase für den Segenspreis gestartet

Rossmann eröffnet im August in der Brunnenstraße
Der geplante Rossmann-Markt im Brunnenviertel eröffnet am 8. August. Das Datum hat der Drogeriehändler in der vergangenen Woche an die Schaufenster in der Brunnenstraße 64 kleben lassen. Die Gewerbefläche, die dem städtischen Wohnungsunternehmen degewo gehört, wird seit Dezember umgebaut. Für das Brunnenviertel ist die Aussicht auf den neuen Mieter von Bedeutung, denn der nördliche Teil der Straße hat schon lange mit strukturellen Problemen zu kämpfen. Der Niedergang der einst florierenden Geschäftsstraße begann mit dem Mauerbau 1961, als die Kunden aus dem Ostteil der Stadt wegblieben. Zuletzt hatte ein Coworking-Anbieter die Räume gemietet. Mehr zu wechselhaften Geschichte des Standorts steht im Beitrag „Rossmann eröffnet Filiale in der Brunnenstraße 64“.
Eichenprozessionsspinner: Bezirk sperrt Sportplätze
Der Bezirk Mitte hat in der vergangenen Woche eine Warnung über seinen Messenger-Kanal geschickt. Grund ist der massive Befall mit dem Eichenprozessionsspinner. Das Bezirksamt hat deshalb bis auf Weiteres drei Sportanlagen gesperrt. Betroffen sind das Stadion Rehberge, die Gustav-Böß-Sportanlage im Soldiner Kiez und das Stade Napoleon. Die feinen Brennhaare des Eichenprozessionsspinners enthalten ein giftiges Eiweiß, das bei Menschen Beschwerden auslösen kann. Darunter sind Juckreiz, Atemproblemen, allergische Schocks und grippeähnliche Symptome.
Im Bezirk Mitte gibt es rund 7300 Eichen auf bezirkseigenen Flächen. Das Bezirksamt entfernt Raupen und Nester vor allem an Spielplätzen, Sportstätten und Schulen. Die Kosten für die Arbeiten lagen 2025 bei rund 50.000 Euro. Derzeit wird berlinweit von starkem Befall mit dem Eichenprozessionsspinner berichtet, der Bezirk spricht von einer steigenden Ausbreitung. Im Rahmen eines privaten Projekts werden auf einer Karte von Bürgerinnen und Bürgern gemeldete Nester gezeigt. Bisher sind es in Berlin laut Betreiberin 400 (zur Karte).
Kein Panke Parcours in diesem Jahr
Der Panke Parcours findet auch in diesem Jahr nicht statt. Das ist von der Weddinger Kommunikationsagentur georg + georg zu erfahren, die das Musikfestival seit mehreren Jahren veranstaltet. Schon im vergangenen Jahr war es nicht gelungen, eine Finanzierung für die Veranstaltung im Soldiner Kiez zu finden. Das ist laut Johannes Hayner von georg + georg auch in diesem Jahr der Fall. Damit fällt auch das Entenrennen auf der Panke aus, das bisher im Rahmen des dezentralen Festivals stattfand. Weddings größte Musikveranstaltung, die meist Anfang September stattfand, wurde im Laufe der Jahre immer aus anderen Quellen finanziert. Zunächst gab es Geld vom Quartiersmanagement Soldiner Straße, später aus dem Netzwerkfonds und aus der City Tax, der Berliner Übernachtungssteuer. Laut Hayner will der Veranstalter versuchen, für das kommende Jahr wieder eine Finanzierung zu finden.

Kinoprogrammpreis fürs City Kino Wedding
Das City Kino Wedding ist erneut mit dem Kinoprogrammpreis ausgezeichnet worden. Das Arthouse-Kino im Centre Français an der Müllerstraße wird damit für sein Engagement und sein anspruchsvolles Programm geehrt. Von den vier möglichen Prämien hat das Weddinger Kino die größte erhalten – 40.000 Euro fließen in die Kasse des Projekts. Der Kinoprogrammpreis wurde Anfang des Monats von Medienboard Berlin-Brandenburg zum 28. Mal vergeben. Die Prämien sind für viele kleine Kinos in Berlin und Brandenburg mit anspruchsvollem Programm eine wichtige Finanzierungsquelle. Das City Kino Wedding gehörte auch in den Vorjahren zu den Lichtspielhäusern mit der höchsten Prämie. Kinoleiterin Andrea Stosiek kann sich außerdem über einen Preis für ihr Sputnik-Kino am Südstern freuen. Für die Arbeit dort erhielt sie 25.000 Euro.
Sommerkonzerte an der Bernauer Straße
Die Kapelle der Versöhnung lädt in diesem Jahr wieder zu Sommerkonzerten ein. Geplant sind fünf Konzerte, die unter dem Motto „Klangbrücke über Mauern“ stehen. Zur Eröffnung der Reihe wird am Samstag, den 27. Juni, mit Chormusik sowie vorgetragenen Texten der Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner die Johannisnacht gefeiert. Das Konzert beginnt um 20 Uhr. Anschließend wird ein Johannisfeuer im Niemandsland-Garten entzündet. Der Eintritt ist frei.
Weitere Konzerte sind am 12. Juli, 16. August, 20. September und am 3. Oktober. Die besondere Geschichte des Ortes an der Bernauer Straße 4 soll bei den Sommerkonzerten einfließen. Am Veranstaltungsort stand einst die Versöhnungskirche, die für ein freies Schussfeld an der Berliner Mauer gesprengt wurde. Heute fungiert der einfache Holzbau, der an ihrer Stelle steht, als Erinnerungsort und als Gotteshaus. Mehr zur Geschichte des Ortes steht im Beitrag „Vor 40 Jahren wurde die Versöhnungskirche gesprengt“.
Hip-Hop und Gärtnern im Schul-Umwelt-Zentrum
Kochen, rappen, Natur erleben – das können Schulklassen im Schul-Umwelt-Zentrum (SUZ) in der Scharnweberstraße 159. Das Team von „House of Flavor & Rap“ lädt ab dem kommenden Schuljahr dazu ein, Naturerlebnis und Hip-Hop-Kultur zu verbinden. Teilnehmende Gruppen besuchen im kommenden Schuljahr einmal in der Woche das SUZ und erleben das Gartenjahr mit – mit eigenem Gemüsebeet, eigenen Rezepten und einem eigenen Rap-Song.
Schulklassen der 4. und 5. Klasse können sich jetzt für die kostenfreie Teilnahme anmelden. Weitere Informationen stehen auf der Webseite des Projekts. Das innovative Konzept, Gartenarbeit mit Hip-Hop-Kultur zu verbinden, hat auch die Jury des Umwelt- und Klimapreises überzeugt. Das „House of Flavor & Rap“ erhielt bei der diesjährigen Verleihung in der vergangenen Woche in der Kategorie einen Sonderpreis.

Friedhofsgeschichte: Zeitzeugen gesucht
Die Friedhöfe an der Liesenstraße gehörten zu jenen, die während der deutschen Teilung 1961-1989 nicht oder nur eingeschränkt besucht werden konnten. Das hatte Auswirkungen auf alle, die hier ihre Angehörigen begraben hatten. Jetzt werden Zeitzeuginnen und Zeitzeugen gesucht, die diese Zeit miterlebt haben. Bis zum 1. Juli können sich Menschen per E-Mail unter meinfriedhof@stattbau.de melden. Gesucht werden Geschichten, Fotos und Briefe zu den Auswirkungen der Berliner Mauer auf Hinterbliebene und Friedhofsbesucher:innen. Die Zeitzeugnisse sollen am Tag des Friedhofs am 13. September auf den Friedhöfen an der Liesenstraße vorgestellt werden. Über die besondere Situation der Grenzfriedhöfe ist im Brunnenmagazin der Beitrag „Über eine geteilte Unterwelt“ erschienen. Mehr zum aktuellen Zeitzeugenprojekt steht online.
Bewerbungsphase für den Segenspreis gestartet
Das Paul-Gerhardt-Stift in der Müllerstraße zeichnet in diesem Jahr wieder kleine gemeinnützige Projekte mit dem Segenspreis aus. Bis zum 7. September können sich Organisationen aus Berlin und Brandenburg bewerben, die maximal 30 Festangestellte haben. Die Bewerbungsphase hat gerade begonnen. Mit dem Preis sollen Initiativen ausgezeichnet werden, die das gesellschaftliche Leben bereichern.
Der Preis ist mit insgesamt 17.500 Euro dotiert, die sich auf drei Preisträger verteilen. Die Preisverleihung findet am 1. Oktober 2026 im Paul-Gerhardt-Stift statt. Informationen zu Teilnahmebedingungen, früheren Preisträgern und Bewerbungsmöglichkeiten sind auf der Webseite www.segenspreis.de zu finden. Der Segenspreis wird in diesem Jahr zum vierten Mal vergeben. Über die Preisverleihung und die ausgezeichneten Projekt im vergangenen Jahr wurde im Beitrag „Segenspreis 2025: Vier Initiativen für mehr Miteinander“ berichtet.
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