Wedding kurz und knapp – 15. Juli 2026

Was passiert im Kiez? Das Jüdische Krankenhaus hat einen neuen Träger, die Zukunft der North Side Gallery bleibt umstritten, die Quinoa-Schule meldet eine 100-prozentige Abschlussquote und die Putzengel suchen Unterstützung. Außerdem gibt es ein kostenloses Sportangebot im Kombibad Seestraße. Wedding kurz & knapp: Hier sind die News aus der Nachbarschaft im Wedding und in Gesundbrunnen.

Die Schlagzeilen am 15. Juli 2026

–> Jüdisches Krankenhaus hat einen neuen Träger
–> Streit um Graffiti-Fläche am Nordbahnhof
–> Große Müll-Umfrage: Mehrheit will häufigere Kontrollen und mehr Strafen
–> Quinoa-Schule mit 100 Prozent Abschlussquote
–> Putzengel im Brunnenviertel suchen Nachfolge
–> Sport im Freibad: Kostenfreies Angebot in der Seestraße

Das Jüdische Krankenhaus von der Iranischen Straße aus gesehen. Foto: Fridolin freudenfett/Wikipedia (CC BY-SA 3.0)
Das Jüdische Krankenhaus von der Iranischen Straße aus gesehen. Foto: Fridolin freudenfett/Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Jüdisches Krankenhaus hat einen neuen Träger

Für das insolvente Jüdische Krankenhaus im Wedding ist eine Zukunftslösung gefunden. Die türkische Medicana Health Group hat das traditionsreiche Haus übernommen. Der Gläubigerausschuss hat dem Angebot zugestimmt, der Übernahmevertrag wurde bereits notariell beurkundet. Die Übernahme muss noch von der Berliner Gesundheitsverwaltung genehmigt werden. Dafür ist die Übertragung des Versorgungsauftrags auf den neuen Träger erforderlich.

Nach Angaben des Krankenhauses sollen der Leistungsumfang, alle Arbeitsplätze sowie die besondere jüdische Identität des Hauses erhalten bleiben. Auch die Patientenversorgung läuft während des Übergangs uneingeschränkt weiter. Medicana kündigt zudem an, die medizinische Qualität und die Infrastruktur weiterzuentwickeln.

Das Jüdische Krankenhaus hatte im Dezember 2025 Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet und seitdem nach einem neuen Träger gesucht. Zwischenzeitlich galten auch Charité und Vivantes als mögliche Interessenten. Die Medicana Health Group betreibt nach eigenen Angaben knapp 20 Krankenhäuser und eröffnet mit der Übernahme des Jüdischen Krankenhauses ihren ersten Standort in Deutschland. Das Krankenhaus besteht seit rund 270 Jahren und ist das einzige jüdische Krankenhaus Deutschlands, das seit seiner Gründung ohne Unterbrechung besteht. Mehr zur Geschichte des Hauses steht im Beitrag „110 Jahre Jüdisches Krankenhaus“.

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Die "North Side Gallery" im Park am Nordbahnhof. Foto: Hensel
Die „North Side Gallery“ im Park am Nordbahnhof. Foto: Hensel

Ein schon läger bestehender Streit um die Zukunft der „North Side Gallery“ im Park am Nordbahnhof spitzt sich zu. Der Ausschuss für Umwelt, Natur, Grünflächen und Klima der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hat Anfang Juli mehrheitlich einem CDU-Antrag zugestimmt, der das Ende der legalen Graffiti-Fläche fordert. Die endgültige Entscheidung soll in die BVV am 17. September getroffen werden.

Die CDU fordert, das Sprayen im Park zu unterbinden. Für die Graffiti-Szene solle stattdessen eine geeignete Ersatzfläche in unmittelbarer Nähe gefunden werden. Zur Begründung verweist die Fraktion auf Beschwerden aus der Nachbarschaft über besprühte Parkmöbel, Pflanzen und Baumstämme sowie herumliegende Spraydosen. Der ursprünglich angestrebte Kompromiss zwischen Graffiti-Lobby und Anwohnerschaft sei gescheitert. Im Ausschuss erhielt der Antrag die Mehrheit mit den Stimmen von CDU und FDP. Die Grünen enthielten sich, die Linke stimmte dagegen, bei der SPD gab es eine Gegenstimme und eine Enthaltung.

Die „North Side Gallery“ ist ein 500 Meter langer Mauerabschnitt im Park am Nordbahnhof. Im Jahr 2023 hat der Bezirk dort das Sprayen für Streetart- und Graffiti- Künstler:innen legalisiert. Die Fläche ist die einzige legale Graffiti-Fläche im Bezirk Mitte und zudem eine der größten Berlins.

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Darüber ärgern sich die Menschen: Müll im öffentlichen Raum. Foto: Hensel
Darüber ärgern sich die Menschen: Müll im öffentlichen Raum hier am Nauener Platz. Foto: Hensel

Große Müll-Umfrage: Mehrheit will häufigere Kontrollen und mehr Strafen

Rund 31.000 Berlinerinnen und Berliner haben an der Befragung „Sauberkeit und Ordnung“ des Berliner Senats teilgenommen und dabei benannt, wo sie Verbesserungsbedarf sehen. Die Ergebnisse zeigen: Besonders gefragt sind mehr Sauberkeit, eine bessere Pflege öffentlicher Räume und ein konsequenteres Vorgehen gegen Vermüllung.

Viele Befragte bewerten ihr unmittelbares Wohnumfeld positiv. Die Zufriedenheit sinkt jedoch, wenn der Blick auf größere Bereiche wie den Bezirk oder die gesamte Stadt gerichtet wird. Als größte Probleme nennen die Teilnehmenden vor allem kleine Abfälle wie Zigarettenkippen, Kaugummireste, Kronkorken und Glasscherben. Auch Sperrmüll, Hundekot, gewerblicher Abfall und weggeworfenes Drogenbesteck werden in einigen Gebieten als Belastung wahrgenommen.

Aus Sicht der Befragten braucht es vor allem eine bessere Reinigung stark genutzter Orte wie Parks, Einkaufsstraßen sowie U- und S-Bahnhöfe. Zudem wünschen sich viele mehr Kontrollen und ein konsequenteres Vorgehen gegen illegale Müllablagerungen.

Die Ergebnisse sollen nun genutzt werden, um die Maßnahmen aus der Berliner Zielvereinbarung „Sauberkeit und Ordnung“ weiterzuentwickeln. Dazu gehören unter anderem Schwerpunktkontrollen, die Überprüfung von Standorten für Abfalleimer und die Fortsetzung gemeinsamer Kieztage von Bezirken und Berliner Stadtreinigung.

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Absolventinnen und Absolventen 2026 der Quinoa-Schule. Foto: Quinoa Bildung gGmbH
Absolventinnen und Absolventen 2026 der Quinoa-Schule. Foto: Quinoa Bildung gGmbH

Quinoa-Schule mit 100 Prozent Abschlussquote

Erneuter Erfolg für die Quinoa-Schule im Wedding: Alle Schülerinnen und Schüler der beiden Abschlussklassen haben laut Mitteilung der Schule in diesem Jahr einen Schulabschluss erreicht. Die staatlich anerkannte freie Schule setzt damit ihre Erfolgsserie fort und unterstreicht ihren Anspruch, Bildungschancen unabhängig von der sozialen Herkunft zu ermöglichen.

39 Prozent der Absolvent:innen erreichten den mittleren Schulabschluss mit Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe, 18 Prozent den mittleren Schulabschluss. Weitere 24 Prozent schlossen mit der erweiterten Berufsbildungsreife, zwölf Prozent mit der Berufsbildungsreife und sechs Prozent mit dem berufsorientierten Abschluss ab.

Mehr als 80 Prozent der Schüler:innen haben eine familiäre Migrationsgeschichte, ein ähnlich hoher Anteil wächst in Familien auf, die Transferleistungen beziehen. Die Schule setzt deshalb auf individuelle Förderung, intensive Beziehungsarbeit, Sprachförderung und die Unterstützung durch ein multiprofessionelles Team. Die Quinoa-Schule wurde 2014 gegründet und wird heute von rund 180 Schülerinnen und Schülern besucht.

→ Kürzlich wurde im Brunnenmagazin über die mit dem Deutschen Lehrkräftepreises ausgezeichnete Quinoa-Lehrerin Fatma Kan und die Unterrichtsmethode an der Schule berichtet.

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Uli Davids (Mitte) zusammen mit zwei weiter Cleanup-Aktivist:innen beim Kiezfest im Brunnenviertel. Foto: Screenshot Video Kiezfest/Brunnenviertel e.V,
Uli Davids (Mitte) zusammen mit zwei weiter Cleanup-Aktivist:innen beim Kiezfest im Brunnenviertel. Foto: Screenshot Video Kiezfest/Brunnenviertel e.V,

Putzengel im Brunnenviertel suchen Nachfolge

Die Kiezinitiative „Putzengel“ sucht eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger für die Organisation ihrer regelmäßigen Müllsammelaktionen. Die Initiative ist Anfang 2025 im Kieztreff Waschküche entstanden und befreit seitdem die Garten-, Acker- und Hussitenstraße regelmäßig von Abfall. Initioator Uli Davids möchte die Verantwortung nun in neue Hände geben. Die Treffen finden jeden zweiten Samstag sowie jeden letzten Mittwoch im Monat statt. Für die Organisation müssen lediglich die vorhandenen Materialien in der Waschküche ausgegeben sowie gelegentlich Müllsäcke nachbesorgt werden. Interessierte können sich per E-Mail an uli.davids@berlin.de wenden.

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Das Sommerbad in der Seestraße aus der Vogelperspektive. Foto: Volker Gehrmann/karachoberlin
Das Sommerbad in der Seestraße aus der Vogelperspektive. Foto: Volker Gehrmann/karachoberlin

Sport im Freibad: Kostenfreies Angebot in der Seestraße

Im Kombibad Seestraße im Wedding gibt es während der Sommerferien täglich von 11.30 bis 19 Uhr ein kostenloses Sport- und Bewegungsprogramm für Badegäste. Angeboten werden unter anderem Fußball, Volleyball, Tischtennis und Trampolinspringen. Der „Sport im Freibad“ wird von den Berliner Bäder-Betrieben in diesem Sommer in fünf Freibädern in der Hauptstadt angeboten. Betreut wird das Angebot von der Sportjugend Berlin und der Gesellschaft für Sport und Jugendsozialarbeit. Ziel ist es, insbesondere Kinder und Jugendliche zu mehr Bewegung zu motivieren und ihnen eine sinnvolle Freizeitgestaltung zu ermöglichen. Aber auch ältere Badegäste können mitmachen. Die Teilnahme ist im Badeintritt enthalten und kostenlos.

Die Sportangebote wird durch das Land Berlin finanziert. Im vergangenen Jahr nutzten rund 22.000 Gäste die Sport- und Bewegungsangebote in den Sommerbädern, 2024 waren es 21.000.

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Noch mehr Kurzmeldungen aus dem Wedding und aus Gesundbrunnen gibt es unter dem Suchbegriff Wedding kurz & knapp

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Kommentare

  1. Avatar von Andreas Richert
    Andreas Richert

    und noch für alle die sich über die degewo ärgern oder jemanden kennen, die sich über die degewo ärgert –
    heute ist der letzte Tag für die Stimmabgabe zur Mieterbeiratswahl Brunnenviertel. Die letzten Wahlen sind an der zu geringen Wahlbeteiligung gescheitert – wenn noch nicht bitte wählen! https://nebenan.de/groups/114827

    1. Avatar von Dominique Hensel

      Ich glaube, dass es hilfreich wäre, in Zukunft ein wenig in die Kommunikation zu investieren – und nicht nur vor der Wahl. Ich bin in den letzten Tagen mehrfach gefragt worden, was der Mieterbeirat überhaupt macht bzw. bewirkt hat/bewirken kann. Ich denke, das ist vielen Mietern komplett unklar, auch meinen eigenen Nachbarn.

      Wir stehen jedenfalls als Kiezmedium bereit für ein Interview mit dem Mieterbeirat oder ähnliches.

  2. Avatar von herrnrichertgmailcom

    so genau weiß ich das auch nicht – aber kein Mieterbeirat ändert sicherlich weniger als ein Mieterbeirat.
    Ich habe die stille Hoffnung, mit dem Mieterbeirat die Schranke des Telefoncomputers zu überwinden und mit Verantwortlichen direkt in Kontakt zu kommen, und langfristig über die Vernetzung mit anderen Bei- und Räten Einfluss auf die Wohnungspolitik des Senats bezüglich der Landeseigenen Wohnungsunternehmen zu bekommen.

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