Die Wahlplakate sind da, zwei neue Kiezblocks kommen und SuperCoop zieht ins frühere Belle-et-Triste. Das und mehr sind die aktuellen Wedding-News „Wedding kurz und knapp“. Hier sind acht kurze Meldungen mit neuen, wichtigen und interessanten Informationen aus Wedding und Gesundbrunnen.
Die Schlagzeilen am 4. August 2026
–> Berlin-Wahl 2026: Parteien haben mit Plakatierung begonnen
–> Zwei neue Kiezblocks kommen – jetzt ohne Poller
–> Einwohner:innenantrag zum Erhalt des Humboldthain Clubs
–> SuperCoop zieht in die Müllerstraße – und ins frühere Belle-et-Triste
–> Umfrage gestartet: Mitte sucht den dreckigsten Ort
–> Talentopia: Kindermuseum verlängert Mitmach-Ausstellung
–> Mitte Museum: Sigrid Schulze ist nun im Ruhestand
–> Vorbestellung für Wedding-Hoodies

Berlin-Wahl 2026: Parteien haben mit Plakatierung begonnen
Sieben Wochen vor der Berlin-Wahl am 20. September hängen nun wieder die Plakate der Parteien und Kandidat:innen an Laternenmasten und auf Großleinwänden. Seit Sonntagmittag, 2. August, um 12 Uhr dürfen die Parteien für die Wahlen zum Abgeordnetenhaus und zur Bezirksverordnetenversammlung plakatieren. Die Werbetafeln hängen noch nicht flächendeckend und nicht alle Parteien waren schon im Plakatiereinsatz, aber nach und nach werden es mehr.
Bei früheren Wahlen hatte die Frist für die Wahlplakate um Mitternacht begonnen. Die aktuelle Landesregierung hatte das Straßengesetz jedoch dahingehend geändert, dass der Start mittags ist. Damit sollen die meist ehrenamtlich tätigen Parteimitglieder entlastet werden, die sonst nachts im Einsatz waren, um ihren Parteien die besten Plätze an den Laternenmasten zu sichern. Wer seine Plakate zu früh aufhängt, muss mit einem Bußgeld rechnen. Gleiches gilt später für das Abhängen. Spätestens eine Woche nach der Wahl – also bis 27. September – müssen die Plakate laut Gesetz wieder entfernt werden. Mehr über die bevorstehende Wahl steht auf der separaten Seite Berlin-Wahl 2026.

Zwei neue Kiezblocks kommen – jetzt ohne Poller
Im Ortsteil Gesundbrunnen entstehen zwei weitere Kiezblocks. Die verkehrsberuhigten Bereiche sollen in Nebenstraßen im Soldiner Kiez eingerichtet werden. In dem Zusammenhang werden die westliche Soldiner Straße, die Biesenthaler Straße und die Steegerstraße zu Einbahnstraßen (Kiezblock Soldiner Kiez Ost). Im westlichen Soldiner Kiez wird ein weiterer Kiezblock eingerichtet, wofür der südliche Teil der Koloniestraße ebenfalls zur Einbahnstraße wird.
Anders als bei bisherigen Kiezblocks wird der Durchfahrtsverkehr nicht durch Poller, sondern nur durch Einbahnstraßenregelungen verhindert. Diese Neuregelung basiert laut Bezirksstadtrat Christopher Schriner (Grüne) auf einer Absprache mit der Senatsverwaltung für Verkehr. Diese hatte im vergangenen Jahr die Finanzierung für weitere Kiezblocks gestoppt und lehnt diese Maßnahmen grundsätzlich ab. Der Bezirk will die aktuellen Maßnahmen nun aus eigenen Mitteln bezahlen. Insgesamt richtet der Bezirk Mitte vier Kiezblocks ein. Zusätzlich zu den Kiezblocks im Soldiner Kiez ist eine Verkehrsberuhigung im Flottwellkiez in Tiergarten und im Stephankiez in Moabit geplant.
Ursprünglich wollte Mitte zwölf Kiezblocks einrichten. Die Standorte wurden im Rahmen einer umfangreichen Bürgerbeteiligung ermittelt. Nun wurden laut Stadtrat Schriner vier Projekte ausgewählt, die „sich besonders für sanfte verkehrsberuhigende Maßnahmen wie Einbahnstraßenregelungen eignen“. Mehr zu den einzelnen Kiezblocks steht auf der Webseite https://kiezblocks-mitte.de.

Einwohner:innenantrag zum Erhalt des Humboldthain Clubs
Die Diskussion um die Zukunft des Humboldthain Clubs in der Hochstraße 46 am Bahnhof Humboldthain reißt nicht ab. Der Betreiber befürchtet aufgrund eines Bauprojektes auf dem Nebengrundstück, langfristig verdrängt zu werden. Die meisten Parteien in der Bezirksverordnetenversammlung haben sich mit dem Club solidarisiert und fordern von Bezirksstadtrat Ephraim Gothe (SPD) für eine dauerhafte Sicherung des Musikclubs zu sorgen. Nun hat die Linke laut einer Pressemitteilung vom 27. Juli insgesamt 1500 Unterschriften beim Bezirksamt eingereicht.
Mit den Unterschriften ist ein Einwohner:innenantrag mit der Überschrift „Humboldthain Club schützen!“ verbunden. Um damit eine Behandlung des Themas in der Bezirksverordnetenversammlung zu erwirken, würden 1000 Unterschriften ausreichen. Die Initiatorinnen der Unterschriftensammlung sind die Linken-Politikerinnen Deike
Janssen, Martha Kleedörfer und Stella Merendino. Sie sprechen von einer breiten Unterstützung im Kiez für den Humboldthain Club. Der Antrag wird voraussichtlich in der nächsten Bezirksverordnetenversammlung nach der Sommerpause behandelt. Sie findet am 17. September statt und kann im Live-Stream verfolgt werden.
Eine für den 1. August geplante Demonstration für den Erhalt des Humboldthain Clubs vor dem Rathaus Wedding wurde kurzfristig abgesagt. Als Grund gab der Club-Betreiber auf Instagram unter anderem das Attentat auf den Christopher Street Day in Berlin an. Die Demo soll zu einem späteren Zeitpunkt, jedoch noch vor der Berlin-Wahl, stattfinden.


SuperCoop zieht in die Müllerstraße – und ins frühere Belle-et-Triste
Der genossenschaftliche Supermarkt SuperCoop zieht um. Der bisherige Standort in den Osram-Höfen ist derzeit geschlossen. Voraussichtlich Ende August soll das Geschäft an der neuen Adresse wiedereröffnen. Supercoop zieht in Räume an der Ecke Müllerstraße und Amsterdamer Straße. Der neue Standort umfasst auch die ehemaligen Räume des Buchladens Belle-et-Triste, der Ende vergangenen Jahres nach 40 Jahren in der Amsterdamer Straße geschlossen hat.
SuperCoop ist ein Supermarkt für Genossenschaftsmitglieder. Die Idee zu dem Projekt entstand 2019, ein Jahr später gründeten zehn Enthusiasten die Genossenschaft. Das Geschäft in der Oudenarder Straße eröffnete 2021 und wurde mehrfach erweitert. Wer im SuperCoop einkaufen möchte, muss drei Stunden im Monat mitarbeiten. Dafür können Mitglieder das Sortiment und die Preise mitbestimmen.

Umfrage gestartet: Mitte sucht den dreckigsten Ort
Wo ist der dreckigste Ort in Mitte? Das Bezirksamt ruft dazu auf, sich an einer Umfrage dazu zu beteiligen. Meldungen sind noch bis zum 21. August über die Webseite oder die Ordnungsamts-App möglich. Wer sich beteiligen möchte, erstellt eine neue Meldung mit einem Foto von einem verschmutzten Ort im Bezirk. Im Betreff soll das Stichwort #Mittemachtsauber verwendet werden.
Am Ende der Aktion soll der offiziell „dreckigste Ort“ im Bezirk Mitte gekürt werden. Unter allen Teilnehmenden, die auch ihre E-Mail-Adresse oder Telefonnummer angeben, verlost das Bezirksamt kleine Preise wie Socken oder Jutebeutel des Ordnungsamtes. Die Aktion ist Teil der bezirklichen Kampagne #Mittemachtsauber.

Talentopia: Kindermuseum verlängert Mitmach-Ausstellung
Das Labyrinth Kindermuseum verlängert seine aktuelle Mitmach-Ausstellung „Talentopia“. Familien mit Kindern von drei bis elf Jahren sowie Gruppen haben nun bis April 2027 Zeit, die Ausstellung in der Osloer Straße 12 zu erkunden. Das Kindermuseum begründet die Verlängerung mit einem großen Besucherinteresse. Bisher haben laut Mitteilung bereits 80.000 Menschen die Ausstellung besucht. Aktuell lädt das Museum Kinder und Familien zu einem Ferienprogramm unter der Überschrift „Könn dir was – Tage voller Talente“ im Hof der Fabrik Osloer Straße ein.
„Talentopia“ wurde im Mai 2025 eröffnet und sollte ursprünglich bis zum 23. August geöffnet bleiben. Die Ausstellung lädt dazu ein, eigene Fähigkeiten in den Bereichen Kunst, Musik, Sprache, Bewegung, Logik und Soziales zu erproben. Im Frühjahr ist die Mitmach-Ausstellung für Kinder zudem um ein Sprachprojekt erweitert worden. „Hallo wir! – Vielfalt erleben, Mehrsprachigkeit stärken“ ist es überschrieben. Zusätzlich werden nun Hörstationen, Sprachentage und Vorlesenachmittage angeboten. Am letzten Ferientag (23. August, 13-16 Uhr) ist ein großes „WIR_EU-Picknick“ geplant.

Mitte Museum: Sigrid Schulze ist nun im Ruhestand
Manche kennen Sigrid Schulze als wachsame Hüterin eines gut sortierten Archivs für den Bezirk. Andere haben sie bei einer Veranstaltung im Mitte Museum in der Pankstraße getroffen. Die langjährige Sammlungsleiterin und stellvertretende Leiterin des Mitte Museums ist im Juli in den Ruhestand gegangen. Sigrid Schulze kam 1988 zum damaligen Heimatmuseum Mitte. Sie hatte die Tätigkeit über eine Anzeige im Tagesspiegel gefunden und sich beworben. Schulze erlebte viele Veränderungen mit. Die wohl größte in ihrer Dienstzeit war diese: 2004 ging das Heimatmuseum im neuen Mitte Museum auf. Fast vier Jahrzehnte begleitete sie aufmerksam die Bezirksgeschichte, bewahrte Bewahrenswertes auf.
Sigrid Schulze studierte Kunstgeschichte, Germanistik, Skandinavistik und Europäische Ethnologie an den Universitäten in Münster, Kopenhagen, Göttingen und an der Freien Universität Berlin. Seit 1992 veröffentlicht sie in Fachzeitschriften Beiträge zur Geschichte der Fotografie des 19. und 20. Jahrhunderts. Parallel dazu hat sie über viele Jahre an der HTW Berlin gelehrt. Über ihre Zeit im Mitte Museum spricht Sigrid Schulze in einem Interview, das auf der Webseite des Mitte Museums erschienen ist.

Vorbestellung für Wedding-Hoodies
Das Weddinger Modelabel Bélaplume hat eine neue Vorbestellungskampagne gestartet. Wer einen der Wedding-Hoodies, ein Soldiner Kiez- oder Brunnenviertel-T-Shirt haben möchte, kann noch bis zum 24. August vorbestellen. Im Angebot sind unter anderem auch Kleidungsstücke mit Moabit-Aufdruck, Reinickendorf-Schriftzug oder der Aufschrift „Hansaviertel“. Die ausgewählten Teile mit Siebdruck und Kiez-Charme werden lokal geliefert oder können dann auf den nächsten Märkten von Designer Maxime Rabot abgeholt werden. Der nächste Designmarkt findet am 6. September von 12 bis 18 Uhr in der Vagabund-Brauerei in den Osram-Höfen statt.
Hinter dem Label Bélaplume steht der aus Frankreich stammende Künstler und Designer Maxime Rabot, der seit 2009 in Berlin lebt. Unter dem Label Bélaplume entstehen handbedruckte Hoodies und T-Shirts mit verschiedenen Berlin-Schriftzügen. Neben seinem Modelabel organisiert Maxime Rabot unter dem Namen „BeMarkt“ auch eigene Designmärkte im Wedding. Diese finden unter anderem in der Vagabund-Brauerei in der Oudenarder Straße und im Silent Green Kulturquartier in der Gerichtstraße statt.
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