Ob Kultur, Kiezfest, Neubau- oder Krankenhauspläne – im Wedding und in Gesundbrunnen passiert gerade einiges, das den Alltag im Bezirk spürbar verändern wird. Die wichtigsten Nachrichten im Überblick.
Die Schlagzeilen
Turmuhr AEG-Areal | Kulturfonds & Uferdialoge | Nächste Kiezspaziergänge | Neue Kandidatin SPD Mitte | Atze Musiktheater spitze | DRK-Krankenhaus schließt 2028 | Neubau Edinburgher Straße 55 | Kiezfest im Brunnenviertel
Die Turmuhr auf dem AEG-Gelände funktioniert wieder. Foto: Hensel
Turmuhr auf altem AEG-Areal läuft wieder
Gute Nachricht vom alten AEG-Areal an der Voltastraße: Die historische Turmuhr läuft seit dem 11. März 2026 wieder. Der Verein Berliner Unterwelten e.V. hat im vergangenen Jahr erneut die Patenschaft für das kleine technische Denkmal übernommen – nachdem diese während der Corona-Zeit pausiert hatte.
Die Berliner Unterwelten hatten die Patenschaft bereits 2017 übernommen und damals eine Reparatur ermöglicht. Von der im 19. Jahrhundert eingebauten Uhr sind noch das Zeigerwerk und Zwischengetriebe original erhalten, das Uhrwerk wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts elektrifiziert. Die aktuelle Instandsetzung kostete knapp 3000 Euro und wurde von der Firma Iversen & Dimier aus Hamburg durchgeführt.
Der Uhrenturm ist zugleich ein Wasserturm: Ein 160 Kubikmeter großer Wasserbehälter sorgte früher für gleichmäßigen Wasserdruck auf dem gesamten Werksgelände. Auf dem AEG-Areal befindet sich außerdem Deutschlands erster U-Bahntunnel, durch den der Berliner Unterwelten e.V. seit 2017 regelmäßig Führungen anbietet.
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Der Plötzensee. Foto: Hensel
Uferdialoge am Plötzensee und mehr Kultur
Der Bezirkskulturfonds Mitte unterstützt im Jahr 2026 insgesamt zehn Kulturprojekte mit knapp 100.000 Euro. Das teilte Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger (Grüne) mit. Insgesamt gingen 153 Anträge mit einer beantragten Summe von rund 1,34 Millionen Euro ein.
Auch mehrere Weddinger Vereine und Projekte profitieren von den Fördermitteln. Dadurch wird es im Laufe des Jahres unter anderem Veranstaltungen in der Schiller-Bibliothek, im Ballhaus Prinzenallee sowie in der Alten Nazarethkirche am Leopoldplatz geben.
Ein gefördertes Projekt widmet sich einer aktuell intensiv diskutierten Frage rund um den Plötzensee . Unter dem Titel „Schwimmer, Schwäne, Naturschutzpläne – Uferdialoge am Plötzensee“ erhält das Institut für räumliche Interaktion e.V. knapp 10.000 Euro. An warmen Tagen will das Kollektiv mit einer mobilen Videostation am See unterwegs sein und Stimmen zur Nutzung des Gewässers sammeln – vom Badegast bis zum Naturschutzblick. Im Oktober sollen die Ergebnisse als Video-Installation in der Schiller-Bibliothek gezeigt werden, begleitet von einer Diskussionsrunde.
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Bezirksstadtrat Ephraim Gothe am Mikrofon an der Station im Kinderbunten Bauernhof. Foto: Hensel
Kiezspaziergänge: Austausch direkt im Kiez geht weiter
Regelmäßig lädt das Bezirksamt zu Kiezspaziergängen zu aktuellen Themen ein. Mit dabei sind verschiedene Bezirksstadträte, denen die Teilnehmenden Fragen zur Lokalpolitik, zu Bauprojekten und anderen Themen stellen können. Der nächste Termin mit den Bezirksstadträten Ephraim Gothe (Stadtentwicklung) und Christopher Schriner (Ordnung, Umwelt, Grünflächen) findet am 4. Juni (15.30–17.30 Uhr) im Parkviertel statt. Der Treffpunkt steht inzwischen fest: Beete in der Seestraße 99–104.
Der Spaziergang ist Teil einer Reihe von mehreren Veranstaltungen dieser Art. Bisher sind vier Termine bis September veröffentlicht worden. Der Auftakt-Spaziergang in diesem Jahr fand am 7. Mai im Gebiet Wedding-Zentrum statt. Im Brunnenmagazin gibt es dazu einen ausführlichen Bericht unter dem Titel „Müll, Baustellen, Parkpläne: Fragen aus dem Sprengelkiez“ . Der bisher letzte bekannte Kiezspaziergang mit den beiden Stadträten findet am 3. September (16–18 Uhr) im Soldiner Kiez statt. Organisiert wird er wie alle Kiezspaziergänge von den jeweils zuständigen Stadtteilkoordinationen. In diesem Fall ist es die STK Osloer Straße.
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DAs Kurt-Schumacher-Haus der SPD in der Müllerstraße. Foto: Hensel
Alexandra Wend ist neue Spitzenkandidatin der SPD Mitte
Der Kreisvorstand der SPD Berlin-Mitte hat Alexandra Wend als Kandidatin für die Spitzenkandidatur zum Bezirksamt Berlin-Mitte nominiert. Die endgültige Entscheidung soll auf einer Kreisdelegiertenversammlung im Mai fallen.
Wend arbeitet als Referatsleiterin in der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung. Die Volljuristin verfügt laut SPD über langjährige Erfahrung in der öffentlichen Verwaltung, in der Personalführung sowie im Umgang mit öffentlichen Haushalten. Politisch engagiert sie sich unter anderem als stellvertretende Kreisvorsitzende der SPD Pankow und bei den SPD-Frauen auf Landesebene. Zu ihrer Nominierung erklärte Wend: „Ich möchte mich dafür einsetzen, dass Mitte ein Bezirk bleibt, in dem sich alle Menschen zuhause fühlen können – mit bezahlbaren Mieten, sicheren öffentlichen Räumen und lebenswerten Kiezen für Familien, ältere Menschen und junge Menschen gleichermaßen.“
Die SPD Mitte musste kurzfristig eine neue Kandidatin suchen, nachdem die zuvor nominierte Uta Francisco Dos Santos ihre Kandidatur zurückgezogen hatte. Auslöser war eine öffentliche Debatte um ihre Krankschreibung, die auch in den Medien intensiv diskutiert wurde. Auch das Brunnenmagazin hatte darüber berichtet, unter anderem im Beitrag „SPD Berlin-Mitte: Wechsel an der Spitze mitten im Wahlkampf“ .
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Das Atze Musiktheater in der Luxemburger Straße. Foto: Hensel
Atze bleibt Berlins Nummer eins fürs junge Publikum
Das Atze Musiktheater ist auch im Jahr 2025 das zahlenmäßig stärkste Theater für Kinder und Jugendliche in Berlin. Das geht aus einer Statistik der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt hervor. Demnach kamen im vergangenen Jahr 92.818 Besucher:innen ins Atze. Damit liegt das Haus vor dem Grips Theater mit 60.535 Besucher:innen und dem Theater an der Parkaue mit 47.151. Laut Statistik rangiert das ATZE damit insgesamt nach dem Deutschen Theater, der Schaubühne, der Volksbühne, dem Schlosspark Theater und dem Staatsballett Berlin auf Platz sechs der meistbesuchten Häuser im vergangenen Jahr.
In der Statistik werden die Besucher:innenzahlen aller Bühnen in der Hauptstadt aufgeführt, die 2025 eine öffentliche Förderung erhalten haben. Insgesamt verzeichneten die Berliner Bühnen und Orchester 2025 einen leichten Anstieg der Besucherzahlen auf rund 3,3 Millionen Gäste (2024: 3,27 Millionen).
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Das Schild in der Osloer Straße weist zum DRK-Krankenhaus um die Ecke. Foto: Hensel
DRK-Krankenhaus im Wedding schließt 2028
Die DRK Kliniken Berlin beginnen noch in diesem Jahr mit der Zusammenlegung ihrer Standorte Mitte und Westend. Ein genauer Starttermin ist bislang nicht bekannt. Der vollständige Krankenhausbetrieb am Standort in der Drontheimer Straße im Wedding soll nach aktuellem Stand 2028 enden. Bis dahin bleibt die Versorgung laut einer Pressemitteilung unverändert gesichert.
Im Krankenhaus in der Drontheimer Straße gibt es derzeit rund 260 Betten und etwa 400 Beschäftigte. Der Standort versorgt nach Angaben der Kliniken jährlich rund 10.000 Patient:innen, in Westend sind es etwa 25.000. Erst mit der schrittweisen Verlagerung soll der Betrieb im Wedding eingestellt werden. Parallel dazu sollen am künftigen gemeinsamen Standort unter anderem die Bereiche Lungenheilkunde und Thoraxchirurgie, Gefäßmedizin sowie Palliativmedizin gebündelt werden. Die dafür notwendigen Umbauten sollen noch in diesem Jahr beginnen. Ein Großteil der Mitarbeitenden soll im Zuge der Zusammenlegung nach Westend wechseln. Im Brunnenmagazin wurde im Beitrag „Die letzten Tage des DRK-Krankenhauses“ bereits über die geplante Schließung berichtet.
Das Gelände des Standorts Mitte bleibt auch nach der Zusammenlegung im Eigentum der DRK-Schwesternschaft Berlin. Diese führt derzeit Gespräche mit Senat und Bezirk über die künftige Nutzung des Areals. Geplant ist nach Angaben der DRK Kliniken eine sozialwirtschaftliche Nachnutzung, die den Bedürfnissen im Kiez Rechnung tragen soll.
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Im Haus in der Edinburger Straße 55 sind mehrere Jugendprojekte zu Hause. Foto: Hensel
Scheckübergabe für Neubau in der Edinburger Straße 55
Für den geplanten Abriss und Neubau der Jugendeinrichtung in der Edinburger Straße 55 im Wedding ist kürzlich ein wichtiger Finanzierungsbaustein übergeben worden. Der Bezirk erhielt einen symbolischen Scheck über 5,3 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm zur Sanierung kommunaler Sport-, Jugend- und Kultureinrichtungen. Die Information dazu hatte Bezirksstadtrat für Jugend Christoph Keller (Die Linke) auf Instagram veröffentlicht.
Die Mittel decken etwa die Hälfte der Gesamtkosten ab. Die zweite Finanzierungssäule soll laut Keller über das Landesprogramm SIWANA erfolgen. Mit dem Projekt soll das stark sanierungsbedürftige Gebäude ersetzt werden. Am Standort sind mehrere Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit aktiv, darunter die Jugendetage 55, Towanda, Compass Mitte, GET ACCESS und Syndicare. Das Gebäude gilt seit Jahren als marode, zudem kam es wiederholt zu Vandalismusschäden an Inventar sowie Spiel- und Bildungsmaterialien. Mit dem Neubau soll ein moderner Standort für Jugendarbeit entstehen, der langfristig bessere Bedingungen für Angebote im Kiez schafft. Ein konkreter Baustart steht noch aus, wird aber erwartet.
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Plakat für das Kiezfest im Brunnenviertel 2026. Grafik: georg + georg
Kiezfest im Brunnenviertel am 6. Juni am Vinetaplatz
Am Samstag, den 6. Juni, findet im Brunnenviertel das jährliche Kiezfest statt. Gefeiert wird von 14 bis 18 Uhr auf der Swinemünder Straße am Vinetaplatz. Geboten werden zahlreiche Infostände von Vereinen und Initiativen aus dem Viertel, ein Bastelangebot für Kinder sowie ein Bühnenprogramm. Es treten unter anderem die Jazzband „Five ’o Clock“ sowie die Singer-Songwriterin Johanna Ambivalent auf. Auch für Essen und Getränke ist vor Ort gesorgt.
In diesem Jahr steht das Fest erstmals unter einem Motto: „Radfahren im Kiez“. Hintergrund ist die Fahrradsternfahrt des ADFC am darauffolgenden Tag. Entsprechend gibt es beim Kiezfest auch Informationen und Angebote rund ums Radfahren. Neu ist außerdem das Format „Politik am Stand“: Parteien werden im Vorfeld der Berlin- und Bezirkswahl im September eingeladen, Informationsmaterial bereitzustellen. Besucher:innen können zudem über eine offene Pinnwand Themen und Anliegen an die Politik mitgeben.
Organisiert wird das Fest vom Brunnenviertel e.V. in Zusammenarbeit mit der Weddinger Agentur georg + georg. Unterstützt wird die Veranstaltung vom Quartiersmanagement Brunnenstraße sowie dem kommunalen Wohnungsunternehmen degewo.
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